Klettersteig Drachenwand

Der Drachenwand KS (C/D, Variante C) ist ein Klassiker und perfekt für eine „Zwischendurchtour“, wenn man mal nicht so viel Zeit hat.

In den letzten Jahren hatte ich nur wenige bis gar keine Klettersteige begangen, andere Ziele waren wichtiger. Umso mehr freute ich mich, wieder einmal die Drachenwand begehen zu dürfen (zur Topo), heute begleitet mich mein treuer Bergkamerad Sepp.

Gleich vorweg: Die Drachenwand  gefällt nicht nur mir sehr gut, sondern auch vielen anderen Klettersteigfreunden. Der kurze Zustieg, der landschaftlich wunderschöne Steig mit traumhaftem Ausblick und die gute Erreichbarkeit sind einfach ein super Mix. Das wissen auch die Bauern und nutzen die begrenzten Parkmöglichkeiten zu einem kleinen Nebenerwerb in Form von 2 Euro Parkgebühr. Saß der Besitzer vor ein paar Jahren bei meiner letzten Begehung noch persönlich da, hat er nun auf einen „Parkautomaten“ umgestellt – man nimmt sich eine Holztafel mit Nummer, wirft 2 Euro in den Schlitz und kann sich beruhigt in die Wiese stellen. Sehr originelle Idee.

So starten wir um 07:50 bei weitem nicht mehr alleine, es sind sicher schon 25 Autos vor uns. Nach knapp 20 min erreichen wir auch schon den Anseilplatz, um 8:15 geht’s dann los. Gleich zu Beginn bei den Leitern müssen wir schon warten, eine 4-er Gruppe ist vor uns und recht langsam unterwegs, es dürfte eine Einsteigerin mit dabei sein.

Hier eine persönliche Anmerkung: Der Drachenwand KS wird auch gerne an Einsteigertour bezeichnet. Ich persönlich finde das absolut nicht und empfehle den Steig erst nach Begehung einiger einfacherer Routen. Ich hatte bereits mehrmals das Vergnügen hinter einer Gruppe mit Anfängern nachzusteigen und ich hatte nicht das Gefühl, dass sie sich wohl fühlen oder gar Spaß empfinden, eher im Gegenteil – schade drum.

Nach einigen Sektionen lässt uns die Gruppe aber überholen und wir haben das Glück nun für längere Zeit niemanden vor uns zu haben. So steigen wir weiter und stoßen bei einer Plattenquerung (Sektion 11) auf eine weitere Gruppe. Die biegen dann aber in den leichten Teil mit der Brücke ab und so überholen wir sie auch. Die hier folgende Schlüsselstelle bedarf auch einiger Armkraft, es ist generell das Gestein recht brüchig – Vorsicht ist geboten, wenn man sich nicht am Seil anhalten will.

Oben am Grat überholen wir noch eine dritte Gruppe und so kommen wir nach 1 3/4 h um 9:58 am Gipfelkreuz bei Hitze an – gut, dass wir schon da sind. Um 10:20 starten wir dann den Abstieg und treffen um 11:37 im GH Drachenwand zur Nachbesprechung ein.

Die Drachenwand ist für mich ein gutes Beispiel, dass ein Berg erst wieder im Tal bezwungen ist – der Abstieg hat es wirklich in sich. Besondern nach dem Gegenanstieg – der „Rache des Drachens“ ist der Steig extrem steil und man befindet sich in einem Absturzgelände. Hier ist große Vorsicht geboten – die Steigerhalter haben inzwischen viele Sicherungen und Leitern installiert.

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Der Steig vom Abstieg aus. Bei genauer Betrachtung erkennt man die vielen Kletterer – der Steig ist de facto „voll“ – lange Wartezeiten vorprogrammiert.

Zusammenfassung:

Wunderschöner und auch durchaus fordernder Klettersteig, der perfekt erreichbar ist und landschaftlich sicherlich zu den schönsten Steigen in Österreich gehört. Der Abstieg ist sehr heikel und bedarf vor allem bei Nässe großer Vorsicht. Die angegebenen 2 h für den Durchstieg sollten mit entsprechender Reserve kalkuliert werden, denn der Steig ist sehr gut besucht und man muss mit Wartezeiten rechnen.

Statistik:

  • Zu- und Abstieg: 20/\80 min
  • Steigzeit: 1:45 h
  • Anstieg Steig: 430 hm, gesamt 660 hm

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