Ötscher via Rauher Kamm und Himmelsleiter

Der einzige echte Berg, den ich von daheim sehe ist der Große Ötscher, den ich gerne als meinen Hausberg bezeichne. Am 5.10. ist es wieder einmal soweit und eine Begehung steht an.

Eine traumhafte Wetterprognose lässt uns schon frühzeitig den Freitag als Wandertag einplanen und so begleiten mich diesmal mit Sepp und Lois gleich 2 Freunde meiner Bergsteigergruppe.

Startpunkt ist wie meistens die Nestelbergsäge, die Idee einmal wieder „vorne“ runter zu gehen haben wir verworfen, denn a) hat der Lift unter der Woche schon zu (was nicht so schlimm ist – gehn wir halt zu Fuß) aber b) hat lt. Website der Ötscherlifte auch die Hütte schon(?) zu – und wegen eines Fotos mit dem Ötscherpenis (der ja inzwischen ein Bär sein soll) ist es mir den Umweg nicht wert.

Um 08:05 geht’s los und der Waldweg hinauf zur Bärenlacke lässt den Puls gleich mal ansteigen. Nach 20 min ist aber die Bärenlacke schon erreicht und die ersten 150 hm geschafft. Hier treffen wir auch auf den Weg von Raneck, dem üblichen Startpunkt der Ötscherrunde.

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Hinweistafel bei unserem Startpunkt.
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Beim Aufstieg zur Bärenlacke erhaschen wir einen ersten Blick auf unser Ziel – links der Rauhe Kamm, rechts der Gipfelaufbau.

Es geht zuerst etwas flacher durch den Laubwald, dann wird der Weg aber steiler und nach gut 1/2 Stunde Wegzeit muss man sich an einem vor kurzem abgeholzten Wegstück entscheiden – links retour in den Hochwald über den Rauhen Kamm oder rechts über die unmarkierte Himmelsleiter. Wir wählen den linken Weg und steigen dann durchgehend steil in Serpentinen den Wald hinauf. Hier ist man permanent mit der Wegsuche beschäftigt und schafft es kaum immer am Weg zu bleiben, was aber auch nicht weiter schlimm ist, denn es führen fast alle Pfade wieder zusammen.

Nach einer guten Stunde verlassen wir den Hochwald und queren weiterhin steil ansteigend einen offenen Jungwald. Um 09:20 treten wir am Grat aus dem Wald – nun beginnt der schönste Teil der Wanderung. 20 min gehen wir durch Latschen zum Rauhen Kamm, dessen erste Zacken wir nördlich umwandern. Kurz davor lockt uns ein Wegweiser in die Südwand zu den Ötscherhöhlen (Taubenloch, Geldloch und Co.), doch wir können gerade noch widerstehen – zu schön ist das Wetter heute. Dieser Weg würde  dann weiter runter zum Jägerherz führen und markiert damit auch den Aufstiegsweg von den Ötschergräben (auch eine wunderschöne Route, aber dann eher als 2 Tagestour).

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Mitten im Wald …

Am Rauhen Kamm sind die Bedingungen heute perfekt und der Stein trocken. Bei Nässe und Nebel kann dieser Teil sehr tückisch sein und einige Gedenktafeln am Weg erzählen ein paar schicksalshafte Geschichten von den alpinen Gefahren. Wir kommen aber gut voran und nach der Schlüsselstelle am letzten Aufschwung erreichen wir um 10:25 den Herrensitz, von dem wir flach über das Hochplateau zum Gipfel wandern, den wir inklusive einer Schneeballschlacht mit dem ersten Schnee der neuen Saison, um 10:47 erreichen.

Die Aussicht ist heute atemberaubend und wir haben klare Sicht über den gesamten Alpenbogen vom Traunstein im Nordwesten über den angezuckerten Großen Priel und das Warscheneck, im Hintergrund der Dachsteingletscher, die Schladminger Tauern und die Haller Mauern und natürlich zum Greifen nahe das Xeis und der Hochschab und weiter über die Eisenerzer und die Veitsch bis raus zum Schneeberg. Zum 2. mal sehe ich heute auch den 3254 m hohen Hocharn, mit rund 190 km Entfernung der höchste und am weitest entfernte Berg.

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Das obligatorische Gipfelfoto – man beachte den wolkenverhangenen Himmel im Hintergrund.
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Trauhafte Fernsicht – hier mit Blick Richtung meiner letzten Zentralalpenwanderung – der Gleinalpe (die man aber hinter der Hochschwab nicht sieht).

Wir können uns kaum satt sehen und brechen nach über einer Stunde Pause um 11:46 wieder auf. Zuerst geht es über den Aufstiegsweg bis kurz vor dem Vorgipfel und nach einer Doline biegen wir links weglos ab und erreichen den mit einem Steinmann markierten kleinen Nebengipfel mit dem Namen Taubenstein – den Einstieg in die  Himmelsleiter. Die ersten Meter weglos und kompromisslos steil geht es hier neben der Nordwand runter und es ist wie immer eine Rutschpartie und nicht ganz ungefährlich, ist man doch anfangs trotz Laschen im Absturzgelände unterwegs.

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Die Nordwand von der Himmelsleiter aus.
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Es schaut nicht nur so aus – es ist hier wirklich sehr steil.
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Die schnellsten 20 hm im Abstieg ..!

Nach rund einer 3/4 h ist aber das Schlimmste geschafft und nach einem kleinen Geröllfeld biegen wir links in einen Wald ein, wo man zuerst entlang der Abbruchkante zum Boden der Nordwand („In der Pfann“) entlang wandert und dann direkt in ein Geröllfeld absteigt. Ab hier geht es unschwer und deutlich flacher querend zur Abzweigung auf den Normalweg, die wir um 13:07 erreichen. Der restliche Abstieg entspricht den Aufstiegsweg und so erreichen wir um 13:28 das Auto.

Also Bonus hat Lois auch noch ein „Video“ unserer Tour gemacht (leider mangels Netz nicht vom Beginn an), vielen Dank dafür!

Abschließend noch ein Hinweis: für die wohlverdiente Stärkung empfehlen wir die Schindlhütte, die direkt am Rückweg Richtung Gaming bzw. Kienberg liegt.

Zusammenfassung:

  • Strecke: Nestelbergsäge (759) – Bärenlacke (948) – Rauher Kamm – Vorgipfel (1820) – Großer Ötscher (1893) – Taubenstein (1848) – Himmelsleiter – Bärenlacke – Nestelbergsäge.
  • Auf/Abstieg: 1.110 hm,  Länge 9,12 km.
  • Dauer: Start – Einstieg Kamm 1:34, Aufstieg gesamt 2:38, Abstieg 1:42.
  • Gesamt: 4:20 brutto ohne nennenswerte Pausen (Mittagspause abgezogen)

 

 

Tag 7: Wetterkoglerhaus – Alpl

Heute absolviere ich in Begleitung meines Sohns die erste Höhenwanderung am 02er.

Nach einer kurzen Pause geht es weiter. Die Route soll mich bis Mixnitz führen und leider habe ich nur 3 Tage Zeit (MO – MI). Nachdem das dann für 3 Tage recht sportlich ist und ich Null Ahnung habe, wie wanderfähig mein Sohn – der mich diesmal zu meiner großen Freude begleitet – mit seinen fast 16 Jahren ist, habe ich die fehlende Strecke vom Hallerhaus rauf noch am Vorabend zurückgelegt.

Los geht es also am Sonntag um kurz nach 15 Uhr beim Parkplatz beim Sessellift. Den Weg zum Hallerhaus kenn ich schon und bin nach knapp 40 min auch oben und hol mir den Startstempel. Gleich geht es weiter, denn am Ziel treff ich mich mit dem Rest der Familie (zumindest dem Teil, der nicht am Pfadfinderlager ist).

So erreiche ich um kurz vor halb 6 mein Nachtquartier am Wetterkoglerhaus und erledige somit die ersten 6,9km und 469hm auf meiner Etappe.

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Kurz nach dem Hallerhaus treffe ich auf eine weitere Hütte.
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Mein heutiges Ziel – der Hochwechsel. Links die Kirche, rechts die Hütte und in der Mitte die mobile Radarstation des Bundesheers.
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Ein wunderbarer Rundblick Richtung Norden.
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Ein erster Hinweis, dass der II. WK auch im Wechselgebirge seine Opfer gefordert hat. Ein Denkmal am Gipfel des Niederwechsels.

Die Nacht ist ruhig, bis auf eine Familie, die in den Zimmern übernachtet, sind wir alleine und haben das Lager somit auch für uns. Die Polster riechen noch frisch – ich glaub, da haben heuer noch nicht viele geschlafen – ein optimaler Start – Gute N8!

Das Frühstück gibt es leider erst um 8, ich hätte es ob der langen Tour lieber früher gehabt – aber was soll’s, so starten wir um 8:32 unsere Wanderung (und dann um 08:38 auch den Track).

Leicht und sehr aussichtsreich bergab geht es östlich vorbei an Umschussriegel und Schöberlriegel und um 09:26 erreichen wir die Kranichberger Schwaig (eigentlich wäre das eine gute Alternative zum Frühstücken gewesen, hätte ich gewusst, dass das eine bewirtschaftete Alm ist). Geht man vor der Hütte links und nicht erst danach bleibt man auch ganz richtig am Weg und nicht am Begleitfeldweg – jedenfalls erreichen wir um 10:18 nach 1 3/4 h den Feistritzsattel. der sich aber recht unspektakulär präsentiert.

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So weit oben war ich am 02er bisher noch nie. Die Almen nennt man in dieser Gegend wohl Schwaig, in Hintergrund das Wetterkoglerhaus.
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Los geht’s – die heutige Etappe lässt sich von hier schon ehrfürchtig bewundern. In der Mitte das Stuhleck und nach links weg die Höhenwanderung Richtung Alpl.
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Ein recht originelle Fußgängerbrücke.
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Am Feistritzer Sattel gibt es nichts zu sehen, das Marterl hier ist die einzige Sehenswürdigkeit.
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Noch sind wir entlang der Grenze unterwegs – doch in wenigen Minuten biegt diese nach Norden weg und wir dringen von nun an tief in die Steiermark ein, die uns lange beheimaten wird.

So wandern wir kurz entlang der Straße Richtung NÖ, biegen gleich links in einen Weg ein, der uns entlang der NÖ/STMK Grenze wieder raus aus dem Wald auf den Harterkogel führt. Nach kurzer Trinkpause beim rustikalen Gipfelkreuz stellen wir fest – das Stuhleck ist schon deutlich näher gekommen und man sieht auch sehr gut den Weiterweg über die Pretul.

Nach der Stärkung geht es wieder los und wir fragen uns — warum geht es nach dem Gipfel noch bergauf? Die Antwort ist rasch gefunden – der Gipfel ist nicht beim Gipfelkreuz, sondern 400 m weiter. Vor uns sehen wir den Großen und gleich dahinter kleinen Pfaff – aber die umgehen wir ebenfalls. Die Umgehung ist aber kein leichtes Bergab, sondern wir halten etwas überrascht die Höhe bzw. geht es sogar bergauf. Kurz vor dem Pfaffensattel geht es dann aber steil bergab und wir erreichen um 11:54 Uhr nach gut 3 1/4 h den Sattel mit dem gemütlich verfallendem ehemaligen Gasthaus.

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Das recht schlicht gehaltene Kreuz am falschen Gipfel des Harterkogels – im Hintergrund ist das Stuhleck schon deutlich näher gerückt.
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Endlich am Pfaffensattel – die Familie Koglbauer hat jetzt wohl eine andere Erwerbsquelle.

Nun geht es anfangs recht steil bergauf Richtung Stuhleck – müden Wanderern empfehle ich hier die längere aber sicher weit flachere Mautstraße. Rasch lichtet sich der Wald und wir kommen schlussendlich nach 50 min Aufstiegszeit um 12:44 am Alois-Günther-Haus an. Der starke Wind von der Früh hat zwar deutlich nachgelassen, doch so wirklich einladend ist das Wetter noch immer nicht – so sind wir auch nur eine sehr kleine Gruppe von Wanderern auf der Hütte.

Gestärkt mit einer warmen Suppe geht es um 13:40 weiter nach Alpl. Das Wetter ist jetzt recht angenehm und so genießen wir die wunderbare Aussicht auf dem Höhenrücken der Fischbacher Alpen. An einer Baustelle vorbei (das Moor soll hier geschützt werden) geht es rauf auf die Pretul. Die Windräder machen einen ordentlichen Lärm – der Wind frischt auch schon wieder ordentlich auf – und so machen wir nur ein schnelles Foto auf der Peter Bergner Warte und steigen gleich zum windgeschützten Rosegger Schutzhaus ab, welches wir um 14:57 erreichen.

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Die Fernsicht ist heute wirklich gut. Hier ein Rundblick Richtung Norden – ganz links im Bild das Alois-Günther-Haus, das so wie das Wetterkoglerhaus über eine Mautstraße mit dem Auto erreichbar ist.

 

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Am Gipfel des Stuhlecks mit Blick nach Westen.
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Kurz vor dem Grazer Stuhleck wird ein Weg gebaut, um die Moorlandschaft zu schützen.
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Das ich diese Warnschilder so bald wiederseh, hätte ich im Burgenland nicht geglaubt.
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Die Peter-Bergner-Warte lass ich aus, viel zu windig.

Montag ist Ruhetag, also gleich weiter zum nächsten Windpark am Steinriegel und runter zum Hauereck, es ist inzwischen 16:19 und wir freuen uns schon, wenn wir in Alpl eintreffen. Doch das dauert noch ein wenig und einen wirklich steilen Abstieg unmittelbar vor dem Ziel, bis wir nach 9 Stunden um 17:40 endlich unser Quartier erreichen.

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Rückblick vom Steinriegel (Windpark der Wien Energie) auf unsere heutige Etappe – wirklich beeindruckend, was wir heute per pedes schon geschafft haben.
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Auch der Steinriegel ist mit einem Gipfelkreuz geziert.
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Endlich sind wir da – gleich neben der wirklich gut erhaltenen Waldschule (hat leider schon geschossen) ist unser Quartier.

Statistik Tag 7 (inkl. Anstieg vom Hallerhaus am Vorabend):

  • Wegstrecke: 38,8 km
  • Zeit 10:39 (aktiv 9:01)
  • Höhenmeter: 1.431 auf/1.785 ab
  • Nächtung: Wetterkoglerhaus 85 Euro HP für 2, Gästehaus zur Waldschule in Alpl DZ 69 Euro + 8 Euro/Person Frühstück

Tag 6: Krumbach – Hallerhaus

Heute ist es endlich soweit und ich erreiche mit dem Hallerhaus die erste Berghütte.

Heute geht’s in die Berge (zumindest im Vergleich zu bisher) und so starte ich voll motiviert nach einem herrlichen Frühstück um 08:48 los. Kurz entlang der Bundestraße, weiter auf einer Nebenstraße nach Unterhaus und dann auf einem Waldweg hinauf zum Schloss, welches rasch um 09:22 erreicht ist. Eigentlich geht man unter dem Schloss vorbei und ich hab es gar nicht gesehen.

Das ehemalige Bürgerspital von Krumbach.
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Ein – von außen – wunderschönes Gasthaus unter dem Schloss. Über diese Straße kommt man rauf zum Schloss – der Weg führt aber rechts in den Wald hinein.

Nach ein paar Meter auf der Straße teilt sich der Weg in eine Sommer (durch den Wald) und Wintervariante (auf der Straße). Obwohl es heute wieder kalt (so um die 12 Grad) ist, gehe ich mutig den Sommerweg entlang des Haselgrabens und lande um 09:45 bei einem Marterl in Feichten. Hier biegt man von der Straße geradeaus ab und entlang eines angenehm zu gehenden Wald- und Forstweg erreiche ich nach 1,5h um 10:18 Pichl.

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Die ersten Höfe von Pichl – im Hintergrund der Wechsel.

Hier wechsle ich wieder auf Asphalt und wandere auf einer Höhenstraße weiter nach Schlag, während die Wolken vor mir immer schwärzer werden – definitiv ein Gehbeschleuniger.

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Das sich im Privatbesitz befindliche Schloss Ziegersberg, unmittelbar vor Schlag.
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Mit der zu einem Schloss passenden Tierzucht.

Kurz nach Schlag überschreite ich erstmals die Grenze zur Steiermark, die ich zwar bald wieder verlasse, aber dann mein Gastgeber für viele weitere Etappen sein wird. So geht es in der Steiermark auch erstmals gleich bergab – runter zur Südautobahn.

Bei diesem schönem Platzl gleich nach biegt man nach links ab, ein paar hudert Meter weiter hinter den Bäumen beginnt die Steiermark.
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Ein wahrhaft mächtiger Baum. Der Hof dahinter schaut verlassen aus – vielleicht wegen der nahen Autobahn.
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Autobahn #4 -die Südautobahn. Der Wechselabschnitt kann im Winter recht tückisch sein. Ist übrigens die letzte Querung einer Autobahn, bei Überschreitung der A9 und der A10 ist viel Fels zwischen uns.

Nach der Autobahn gleich links biege ich sofort rechts wieder in einen Weg ein – dieser führt mich direkt bis nach Mönichkirchen. Und war der Weg gestern nicht gut markiert – dieser Weg hier kann sowohl hinsichtlich Markierung als auch der Pflege (inkl. liebevoll gepflegter Rastplätze) als Vorbild genommen werden – Gratulation und Respekt an die Wegerhalter!

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Wunderschöner Blick nach Nordosten.
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Sogar das Gras wird hier am Weg gemäht!

Um 12:48 (nach genau 4h) erreiche ich schließlich Mönichkirchen und hole mir den Stempel beim Kirchenwirt (die offizielle Stempelstelle hat Urlaub). Nachdem ich wirklich früh dran bin und das Wetter sich langsam aber sicher bessert (gegen Mittag hat es kurz geregnet) starte ich nach kurzer Pause noch hinauf zum Hallerhaus, welches ich um 13:56 erreiche – Etappe 7 hiermit abgeschlossen :).

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Was will mir die Gemeinde Mönichkirchen mit diesem Park wohl sagen?

Da ich mich noch recht fit fühle, erspar ich meiner Frau den Umweg und gehe nach einem guten Essen noch die 7,5km runter zum Bhf. Tauchen-Schaueregg, wo ich um 16:12 in den Zug nach Hause steige.

Ende nach einem super Wanderwochenende am beschaulichem Bahnhof Tauchen-Schaueregg.

Statistik Tag 6 (inkl. 7,7 km Abstieg zum Zug):

  • Wegstrecke: 29,8 km
  • Zeit 6:35 (aktiv 5:53)
  • Höhenmeter: 1.124 auf/1.203 ab
  • Zugfahrt: 25 Euro

Tag 5: Sieggraben – Krumbach

Am Tag 5 meiner Reise am Zentralalpenweg absolviere ich den Rest von Etappe 5 nah Kobersdorf und schließe gleich Etappe 6 nach Krumbach an.

Heute starte ich also zu meiner 2. Mehrtagestour (eigentlich sind es eh nur 2) von Sieggraben nach Mönichkirchen mit Nächtigung in Krumbach. Die Familie nutzt die Gelegenheit für einen Thermenurlaub in Lutzmannsburg und so ist auch die Transportfrage gut gelöst. Quasi am Endpunkt von Tag 4 werde ich abgesetzt und starte um 08:40 meinen heutigen Tag. Das Wetter ist wanderbar, es ist kühl (13 Grad), wolkig, kein Wind. An einem Pferdegestüt vorbei durch den Wald komme ich bald auf eine Nebenstraße und anschließend biege ich in einen Begleitfeldweg zur Schnellstraße. Trotz dem wohlklingendem Namen „Römerweg“ ist die Strecke nach Kobersdorf öde und fad und so ich bin froh, um 09:57 dort anzukommen. Im Dorfwirtshaus hol ich mir den Stempel (hier ist ein Fehler im Wienerland Führer, der schickt einen in die Fleischhauerei), trink einen Kaffee und um 10:13 geht es weiter Richtung Landsee.

Ein Nachsatz noch zu den Kobersdorfern: Das sind echt nette Leute dort. Vom Wirtshaus raus halte ich mich nach links und als ich stehenbleibe, um zu schauen wo der Weg weitergeht steht schon der Wirt hinter mir und schickt mich nach rechts. 5min später bleibe ich stehen, um die Weggehzeit am Handy zu notieren – schon hält ein vorbeifahrender Autofahrer und fragt mich gleich, wo ich denn hinwolle, um mir dann den Weg zu erklären …

Gleich nach dem Start eine schöne Raststätte mit Ausblick.
Das Schild wurde hoffentlich nicht extra aufgestellt um vor mir zu warnen?
Dieser Grundbesitzer mag wohl eher keine Pferde in seinem Wald.
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Schloss Kobersdorf
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Das ist definitiv das modernste Pfarramt, das ich je gesehen habe.

Der Judensteig entpuppt sich anfangs als Feldweg und ich habe heute anscheinend Orientierungsprobleme und verpasse eine Abzweigung in einer Kehre. Doch die Wege führen zusammen und so geh ich weiter. Beim Treffpunkt erkenne ich partout nicht den richtigen Weg – vielleicht ist er auch den Schlägerungsarbeiten in diesem Bereich zum Opfer gefallen.

Etwas später beginnt dann der echte Steig und leider hab ich heute die Machete vergessen, die wäre wirklich hilfreich gewesen, der Weg ist total verwachsen (ich würde um diese Jahreszeit fast eher den parallelen verlaufenden Forstweg empfehlen). Zurück am Feldweg versäum ich wieder die Abzweigung und bin schon wieder falsch – das 3. mal heute. Doch ich merke es gleich und wechsle die 10m in den Wald zum wiederum parallel führenden Steig, der mich dann auf die Burg Landsee führt.

Der Eingang der Burgruine Landsee.

3,50 Euro Eintritt ist mir dann doch zu viel, denn ich will mich nicht aufhalten. Ist doch eine längere Tour heute und keine Ahnung was da noch kommt. So lande ich Schlag Mittag bei der Kontrollstelle Landsee. Rein ins Gasthaus und erst um 12:55 geht’s wieder weiter – es war echt lustig da drinnen :).

Kurz vor Blumau übersehe ich schon wieder eine Abzweigung und gleich danach nochmal. Diesmal will ich es aber genau wissen – ich geh zurück – da ist nix. Also rein in die Wiese wo der Weg gehen soll und den Waldrand absuchen – Fehlanzeige. Also durch die Büsche rein in den Wald – wieder Fehlanzeige. Ich geb auf und geh retour auf den Forstweg runter nach Blumau.

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Wo bitteschön ist hier der Weg (unten sieht man schon die Dächer von Blumau)?

In Blumau verlasse ich dann endgültig das Burgenland und wechsle in die Bucklige Welt. Durch den Wald geht es rauf nach Stang, die verlorenen Höhenmeter müssen wieder gut gemacht werden. Ab Stang geht es dann auf einer sehr ruhigen Straße gemütlich dahin.

Auf Wiedersehn Burgenland. Hab viele neue Plätze kennengelernt und ich komme sicher mal wieder.

Doch dann frischt es auf und mit dem Wind verdunkelt sich rasch der Himmel. So gebe ich Gas, weil es sind noch fast 2h bis Krumbach. Doch der Wind verbläst die Gefahr und so gehe ich ganz gemütlich und Fußschonend die letzten km nach Krumbach, wo ich um 16:45 im Krumbacher Hof einchecke und ein hervorragendes Abendessen genieße.

Ein mächtiger Baum bewacht den Ortseingang von Stang.
In Stang trennen sich wieder die Wege vom 02er und dem 07er.
Eine wirklich aussichtsreiche Wanderung – die Straße stört nicht, es fahren hier keine Autos.
Hier kurz vor Aigen – Blick in die Bucklige Welt.
Ein erster Blick auf mein heutiges Etappenziel Krumbach.

Beim Abendessen fragt mich der Wirt, ob ich gut hergefunden habe – denn es beschweren sich viele Wanderer über die schlechten Markierungen. Das beruhigt mich, vielleicht lag es doch nicht nur an mir. Morgen geht es dann weiter nach Mönichkirchen, bin schon gespannt wie es vorangeht.

Statistik Tag 5:

  • Wegstrecke: 33,1 km
  • Zeit 8:04 (aktiv 6:54)
  • Höhenmeter: 921 auf/953 ab
  • Übernachtung: Krumbacher Hof (54 Euro)

Tag 1: Hainburg – Breitenbrunn

Tag 1 führt mich auf den Etappen 1 und 2 von Hainburg über Parndorf und Neusiedl nach Breitenbrunn.

Endlich geht es los. Am 10.05.2018 (Christi Himmelfahrt) um exakt 07:48 starte ich meine Reise am Hauptplatz in Hainburg.

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Vor dem Start beim Zentralalpenwegstein bei der Kirche in Hainburg.

Etappe 1: Hainburg – Parndorf

Über die Blutgasse runter zum Bahnhof wandere ich entlang der Donau raus aus Hainburg bis nach Bad Deutsch Altenburg. Ich bin hier nicht alleine sondern treffe auf viele Radfahrer, Läufer, Hollerblütensammlerinnen und Hundeausführer, die so wie ich die Morgenstund nutzen.

Stempel hab ich keinen bekommen, am Hauptplatz hatte alles zu und im Gasthof zum Goldenen Anker hätte ich unbestimmt lange auf die Chefin warten müssen – das wollte ich nicht riskieren, ich hol das mal nach. Generell find ich, das Zentrum von Hainburg recht nett aber ein wenig verlassen wirkt … .

In Bad Deutsch Altenburg angekommen bewundere ich den wunderschönen Kurpark, und erhasche einen letzten Blick auf die Donau. Vorbei am Kurzentrum bin ich das erste Mal etwas verunsichert, als mich ein älterer Kurgast fragt, wo ich denn heute noch hingehe und er auf meine Antwort „nach Breitenbrunn“ kurz aber bestimmt erwidert: „Des schaffst du nie“. Weiß er mehr als ich, ist er im Gegensatz zu mir weitwandererprobt, hab ich mir zu viel vorgenommen …?

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Die Blutgasse erinnert an ein Gemetzel der Türken und doch nicht an die gescheiterten Wanderer am Zentralalpenwegs – Gott sei Dank, ich war schon ein wenig besorgt!
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Schon lange nicht mehr ein so großes Exemplar gesehen – heute werden noch einige folgen.
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Um 8:28 ist das Museum Carnuntinum erreicht – vielleicht schau ich da mal rein.

Nach einer Stunde Gehzeit bin ich raus aus Bad Deutsch Altenburg und mach mich auf die erste Überlandpartie nach Petronell-Carnuntum. Das Wetter ist gut, es ist nicht wirklich heiß und der Wind ist nicht störend.

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Noch steht er, der Wegweiser. Im Hintergrund der weithin sichtbare Lagerhausturm von Petronell der sehr, sehr langsam näherkommt.

Nach knapp 2h Gehzeit um 9:36 erreiche ich den Bahnhof von Petronell. Trotz höflichen Bittens gibt mir der schweigsame Bahnhofsmitarbeiter keinen Stempel (wahrscheinlich weil es ein Automat ist) und ich ziehe traurig von dannen. Petronell ist schnell durchquert (ich streife es ja nur am Rande) und ich erinnere mich eigentlich nur an die Zentrale vom Maschinenring gleich hinter dem Lagerhaus. Nach wenigen Minuten erreiche ich dann den geschichtlichen Höhepunkt des ganzen Wegs – das Heidentor. Ich habe mir im Vorfeld extra die niegelnagelneue und viel beworbene Carnuntum App auf mein Handy geladen – doch leider war die App der Meinung, dass ich ganz woanders bin und hat somit nicht funktioniert. Schade, so gibt es halt kein AR Foto ;(.

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Die Reste des Heidentores aus dem 4. Jahrhundert, welches in der Vergangenheit schon mal noch schlechter ausgesehen hat.

Beim Heidentor ändere ich meine Kurs nach Süden und quere nach einer abermaligen Richtungsänderung nach Ost die Bundesstraße beim sogenannten Schaffelhof. Hier muss man gleich die 2 Möglichkeit (also direkt nach dem Gebäude an der rechten Seite) rechts abbiegen – leider fehlt hier jegliche Markierung. Vorbei an der Umspannstation wandere ich auf Feldwegen nach Süden und zähle über 100 Windräder – egal wohin man schaut, überall drehen sich die Windräder.

So komme ich nach Querung eines kurzen Waldstücks bis nach Rohrau, wo unmittelbar vor der Leithabrücke die Umleitung des 02ers angezeigt wird. Ich beschließe aber, den Originalweg zu gehen – am Feiertag wird ja wohl niemand arbeiten. Tatsächlich scheint die Baustelle des neuen Windparks bereits abgeschlossen zu sein, es muss nur mehr ein wenig zusammengeräumt werden. Vorher überschreite ich aber um 10:55 die Landesgrenze zum Burgenland, in welchem ich bis dato glaub ich noch keinen einzigen Meter gewandert bin – Zeit wirds. Auf schier endlosen, faden und kerzengeraden Feldwegen maschier ich nach Süden Richtung Parndorf, wo heute Erstkommunion gefeiert wird und ich nach 4h 40min gegen 12:30 und 24km im Steak House meine Mittagspause abhalte.

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Windräder, nichts als Windräder …
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Wirkt lustig, ist aber bitterer Ernst. Über 300km/h können die Spitzen der Windräder schnell werden – das sollte man im Winter echt nicht unterschätzen.
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Kurviger wird nimmer bis Parndorf. Und durch die Baustelle Windpark Rohrau II wurden die Wege eher für die Lastwagen als die Wanderer hergerichtet.
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Ich habs zumindest wieder gerade gebogen, aber eine richtige Tafel wird das wohl nimmer.
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Der Maibaum im Parndorf ist wohl fest in Hand der örtlichen Feuerwehr. Gut Wehr, Kameraden!
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Hurra!!! Mein erster Stempel und gleich ein ganz offizieller 02er. Etappe 1 somit geschafft, jetzt fehlen nur mehr 73.

Etappe 2: Parndorf – Breitenbrunn

Nach einer Stunde Pause geht es um 13:35 weiter Richtung Tagesziel Breitenbrunn. Begleitet werde ich von meinem Kollegen Mathias, welcher in Weiden am See wohnt, und mir am Weg auch so einige interessante Infos über die Leute und die Gegend erzählt.

Das Wetter schlägt langsam Richtung Gewitter um und Mathias macht sich Sorgen, ob wir trocken bleiben. Aber noch hält es aus und wir erreichen kurz nach 15 Uhr die ersten Häuser von Neusiedl – auch dort wurde heute Erstkommunion gefeiert. In Neusiedl verlasse ich zum ersten Mal den Zentralalpenweg – aber Mathias besteht darauf, dass wir uns ein Eis im Eissalon seiner Wahl genehmigen. Gut, dafür nehme ich den kleinen Umweg gerne in Kauf, hole ich mir dafür auch gleich im Eissalon meinen Stempel.

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Solche Felder zwischen den Weingärten gibts bei uns im Pielachtal nicht (die Weingärten natürlich auch nicht, aber das ist ja eh klar) – ich denke, das wird einmal Kamillentee.
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Die Gewitter ziehen um uns herum, am Ende schaffen wir es tatsächlich, nicht nass zu werden. Mathias meint, es wäre eh gut wenn es regnet – im Neusiedlersee ist viel zu wenig Wasser.

Vorbei am Biogolfplatz von Neusiedl (hat mich eher an eine dürre Wiese erinnert, die nicht gemäht wird) wandern wir zuerst am Radweg und nach der Bahnunterführung auf einem Feldweg nach Jois und weiter nach Winden (hier könnte man den aus meiner Sicht sinnlosen Umweg durch den Ort elegant ankürzen, wenn man an der Kreuzung, die rechts nach Winden führt einfach gerade ausgeht und dann südlich der Bahnübersetzung wieder links in den Weg einbiegt) bis schließlich nach laaaaangen 44km Breitenbrunn erreicht wird, wo ich um 17:43 im Turmhof um 65 Euro für das Doppelzimmer zur Einzelnutzung mein Quartier aufschlage.

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Meine heutige Tagesleistung, zumindest meint das meine App. Das Reiten als Sport ist übrigens nur deswegen ausgewählt, weil ich damit die Etappen am ZAW bequem filtern kann.

Zusammenfassend muss ich leider sagen, irgendwas habe ich falsch gemacht. Körperlich war ich natürlich müde, aber OK. Nur  habe ich es geschafft auf beiden Füßen knapp oberhalb der Ferse eine riesige Blase aufzureißen, obwohl ich mich wirklich gut mit Hirschtalg eingeschmiert habe. Vielleicht bin ich mit meinen Walking Stecken zu schnell gegangen (tw. sogar unter 10min/km), oder die Laufschuhe sind doch zu weich, ich bin ja nicht unbedingt ein Fliegengewicht. So lieg ich jedenfalls um 9 im Bett und schlafe mich für morgen fit – immerhin steht ja mit der Überschreitung des Leithagebirges auch nicht gerade eine Minitour an.

Statistik:

  • gegangene Tage: 1 (9:56 gesamt, 8:14 aktiv)
  • absolvierte Etappen: 2
  • absolvierte km: 43,9
  • überwundene hm: 263 auf/282 ab
  • Kosten für Übernachtung: 65 Euro (1 Übernachtung)