Welterbesteig Tag 3: Rossatz – Unterbergern

Heute soll es wirklich heiß werden. Darum beschließen wir, diesmal keine lange Etappe, sondern nur eine Vormittagsrunde zu drehen. Das Ziel ist also Etappe 12 und das erste Stück von Etappe 13 bis nach Unterbergern.

Wir starten kurz nach 7 in Rossatz bei der Kirche. Es geht Richtung Donau und dann entlang der Donau nach Rossatzbach. Vorbei am vollen Campingplatz, der gerade zum Leben erwacht, biegen wir wieder Richtung Wald. Wieder einmal durch die Weingärten – diesmal schon mit Trauben – wandern wir auf einem Forstweg und dann etwas steiler einen steinigen Weg hinauf, um am Ende wieder auf dem Forstweg zu landen.

Schließlich biegen wir in einen Waldweg ein, der uns entlang des Rückens recht gemütlich hinauf auf den höchsten Punkt – den Pemexel – führt, den wir um 08:20, also nach knapp 1:15 erreichen. Recht stark begangen dürfte dieser Abschnitt des Welterbesteigs aber eher nicht begangen werden – ein paar mal hätten wir hier herauf eine Machete benötigt.

Vom Pemexel geht es dann gemütlich durch den Wald zum Roten Kreuz, von wo an es noch kurz durch den Wald und dann wieder auf einer Forststraße am Waldrand runter nach Oberbergern geht. Hier ist Mountainbiken wohl erlaubt, denn uns begegnen viele Radfahrer (und alle ohne E-Bike, heutzutage schon ganz was seltenes).

Die Etappe endet formal in Oberbergern, ist also recht kurz und so gehen wir zumindest noch bis Unterbergern weiter. An der Ortstafel kommen wir auch drauf, dass wir das letzte Stück umsonst gegangen sind – weil der Weg führt wieder zurück. Ist aber kein Malheur, dafür haben wir die süßen Schafe und die schöne Volksschule gesehen. Etappe 12 somit 2:20 reine Gehzeit.

Das letzte Stück der heutigen Kurzetappe geht es nun über freie Felder in der Hitze weiter. Ein Highlight hat der Weg aber noch anzubieten – die Ferdinandwarte. Diese ist ein kleiner Pavillon hoch auf einem Felsen, einfach zu erreichen, aber wirklich wunderschön. Ein Abstecher hierher ist also ein absolutes Muss.

Nach dem Genuss des Ausblicks gehen wir nun weiter und sind wenige Minuten später schon in Unterbergern angekommen – unserem heutigen Ziel. Es ist erst 10:40 und so sind wir zum Mittagessen leicht wieder daheim. Schnell ist es gegangen, da hätten wir doch noch ein Dorf weiter gehen können.

Wunderschöner Blick von der Ferdinandwarte – hier retour nach Rossatz, unserem Ausgangspunkt.

Somit bleibt uns nur mehr eine kurze Etappe bis Krems und dann geht es schon wieder retour Richtung Melk. Das wird aber dann wohl eher eine Aktion für den Herbst werden, jetzt kommt mal der Urlaub und vielleicht kann ich ja doch heuer noch ein paar Etappen am Zentralalpenweg weitergehen – wenn ich ein Quartier find. Ist schon ein blöder Zufall, dass ich grad jetzt in der Region Schladming mit dem Urlaubswandermassentourismus bin … .

STATISTIK:

  • Strecke: Rossatz – Rossatzbach – Oberbergern (Etappe 12) – Unterbergern (Etappe 13)
  • 15,5 km, 380 hm Aufstieg, 309 hm Abstieg, höchster Punkt 508 m (Pemexel)
  • Gehzeit netto 3:02, inkl. Pausen 3:31

Welterbesteig Tag 2: Maria Langegg – Rossatz

Nach unerwartet langer Pause haben wir endlich Zeit am Welterbesteig weiterzuwandern. Heutiges Tagesziel ist Rossatz.

Los geht es bei der Bushaltestelle in Maria Langegg, es ist ein heißer Tag angesagt und so starten wir schon ein paar Minuten vor 7. Wir wandern ein paar Meter durch den Ort und dann rechts im Wald recht sportlich hinauf Richtung Kastlkreuz. Dort angekommen wird der Weg flacher und in einem steten Auf und Ab geht es auf Forststraßen weiter zum Ernsthof, rechter Hand liegt der Friedrichsfelsen – die höchste Erhebung im Dunkelsteinerwald.

Start ist in Maria Langegg – etwa am halben Weg von Etappe 10

Nun beginnt schon der Abstieg Richtung Donau, doch ein Abstecher führt zum Hohen Stein. 30min steht angeschrieben, Zeit haben wir genug – also biegen wir rechts ab, nach ein paar Gehminuten am Feldweg biegt der Weg neuerlich rechts in die Büsche ab und wir steigen steil auf zum Hohen Stein. Der Weg dürfte nicht recht oft begangen werden, denn er ist schon ziemlich verwachsen.

Oben angekommen umrunden wir den ersten Block und wandern umher – überall sind Kletterrouten markiert, das Kreuz ist somit für uns nicht erreichbar. Wie wir schon absteigen wollen, erspäht meine Frau eine Leiter und schon steigen wir über 2 Leitern und dann am Drahtseil auf einem MiniKliettersteig zum Gipfelkreuz empor – die Aussicht ist wirklich wunderschön.

Doch wir müssen bald weiter und so wandern wir am gleichen Weg retour und stehen bald erneut an der Weggabelung und steigen rasch und durchwegs steil ab Richtung Donau, die wir genau bei der Rollfähre Arnsdorf – Spitz erreichen, wo wir auch unsere erste Pause machen und dabei den zahlreichen Radfahren beim Übersetzen über die Donau zuschauen. 2:50 sind wir bis hierher unterwegs.

Entlang des Treppelwegs geht es nun Richtung Bacharnsdorf, bei einem Brunnen gibt es die Möglichkeit direkt am Weg Wasser zu tanken. In Bacharnsdorf beigen wir nun wieder rechts ab, gehen in den Ort und haben nun das wahrscheinlich schönste Stück des heutigen Weges vor uns. Durch das Kupfertal geht es stetig und ordentlich bergauf, immer begleitet vom rauschenden Dürrenbach. Irgendwann biegt der Bach rechts ab (oder wir nach links) und wir steigen nochmal kurz und ordentlich steil zum Kreuzberg auf, wo wir auch wieder auf den Jakobsweg treffen, der vom Kastlkreuz gemütlich herüber führt – das wäre wohl deutlich schneller gegangen.

Nun geht es auf Forstwegen meist gemütlich, manchmal steiler auf und etws mehr ab Richtung Seekopf. Der finale Aufstieg ist dann aber doch wieder ein ordentliches (wenn auch kurzes) Steilstück, die 20 Wanderkilometer in den Beinen machen ihn dann doch noch gleich ein wenig steiler. Um 12:02 ist es geschafft und wir haben den die letzte Hürde genommen – ab jetzt gehts nur mehr bergab.

Am Seekopf gibt es eine Aussichtswarte, die einen wunderschönen Blick in die Umgebung bietet. Na ja, sicher schon bald wieder, aktuell aber Baustelle – nix mit Aussicht.

Der Abstieg nach Rossatz ist dann aber doch recht beschwerlich und wir verstehen nun auch die lange Dauer in der Beschreibung. Oft ohne Schatten durch lichte Wälder, die mehr an griechische Wälder als die Wachau erinnern geht es mitunter steil bergab. Doch nach gut einer Stunde ist auch das geschafft und die letzten Meter wandern wir wunderschön entlang der Weinberge gemütlich nach Rossatz, wo wir um 14:24 eintreffen und Etappe 11 erfolgreich beenden können.

STATISTIK:

  • Strecke: Maria Langegg – Hoher Stein – Hofarnsdorf – Mitterarnsdorf – Bacharnsdorf – Kreuzberg – Seekopf – St. Lorenz – Rossatz
  • 27,3 km, 1038 hm Aufstieg, 1307 hm Abstieg, höchster Punkt 700 m (Hoher Stein)
  • Gehzeit netto 6:25, inkl. Pausen 7:28

Welterbesteig Tag 1: Melk – Maria Langegg

Inspiriert durch Corona beschließen meine Frau und ich den Welterbesteig zu begehen. Startpunkt ist für uns das nahegelegene Melk.

Coronabedingt waren wir in den letzten Wochen viel spazieren – daheim oder im näheren Umfeld. Nun wollen wir aber irgendwie ein Projekt starten, um auch ein Ziel zu haben. Mehrere Rundwanderwege in der Umgebung bieten sich an, Gewinner wird der Welterbesteig in der Wachau.

So starten wir am Ostersamstag bei perfektem Wanderwetter um Punkt 8 in der Früh am Melker Hauptplatz. Das Auto wird gleich unten bei der B1 geparkt – Corona spart uns hier sogar die Parkgebühr. Zuerst die menschenleere Fußgängerzone entlang, dann kurz hinauf zum Stift – auch hier kein Mensch, wirklich sehr, sehr ungewohnt präsentiert sich hier eines der Top Ausflugsziele Österreichs. Nun geht es ziemlich fad entlang der Wiener Straße bis zum Kreisverkehr der B1 und geradeaus runter nach Spielberg, wo wir vorbei am gesperrtem Spielplatz Richtung Pielach wandern.

Dann hinauf auf den Pielachberg mit schönem Rückblick nach Melk über eine „Hoch“ebene erreichen wir nach gut einer Stunde um 09:10 das Jonaskreuz. Von hier geht es schon wieder bergab nach Schönbühel, welches wir um 09:47 erreichen. Hier geht es gleich weiter nach Berging – wo die meiner Meinung nach größte Bausünde der ganzen Wachau steht. Warm ist es inzwischen geworden und so freuen wir uns über den Schatten des Dunkelsteiner Waldes, den wir nach Berging wieder betreten, und gleich für eine kurze Pause nutzen.

Der Weg hinaus zur Hohenwarter Höhe kommt uns bekannt vor, sind wir doch erst vor einigen Tagen hier bei Geroding spazieren gewesen. 3 Stunden sind wir unterwegs und kürzlich hier durchgeführte Schlägerungen erschweren uns kurz das Weitergehen – die Wege sind schwerst in Mitleidenschaft gezogen. Doch nun geht es steil bergab und 11:57 erreichen wir wieder die Donau bei Aggsbach – Mittagspause.

Um 12:18 geht es weiter und nach kurzen Weg durch das Dorf entlang des Bachs erreichen wir um 12:41 das offizielle Ende von Etappe 1. Wir gehen aber weiter , überqueren auf nicht gerade romantischen Feldwegen eine Kuppe und erreichen auf der anderen Seite Aggstein, wobei wir nicht in den Ort hineingehen, sondern uns zuerst durch den Wald und später am Eselsteig zur Ruine Aggstein hocharbeiten. Gut 20 km haben wir schon in den Beinen und so ist der steile Anstieg bei inzwischen doch recht starker Sonne nicht gerade gemütlich.

Doch um 13:45 ist es geschafft und mit der Ruine Aggstein erreichen wir ein weiteres Highlight am Welterbesteig. Besichtigung natürlich nicht möglich, alles zu – bis auf ein paar einsame Kletterer auch hier alles menschenleer. Von hier aus geht es nun gemütlich zuerst leicht bergauf und dann leicht bergab die letzten 4 km bis nach Maria Langegg, unserem heutigen Etappenziel, welches wir um 14:42 erreichen.

Fazit:

Die Wachau ist natürlich kein Gebirge und unsere Wanderung führt uns auch hauptsächlich durch den Dunkelsteiner Wald. Trotzdem darf man sich hier keinen Spaziergang erwarten und hat im Laufe eines Tages so manch ordentliche Steigung oder Abstieg zu bewältigen. Gemütlichen Wanderern sei daher empfohlen, sich an die offizielle Etappeneinteilung zu halten, damit die Wanderung auch wirklich Freude macht.

STATISTIK:

  • Strecke: Melk – Spielberg – Schönbühel – Berging – Hohenwarter Höhe – Aggsbach Dorf – Ruine Aggstein – Maria Langegg
  • 25,8 km, 1022 hm Aufstieg, 746 hm Abstieg, höchster Punkt 597 m (kein Gipfel)
  • Gehzeit netto 5:42, inkl. Pausen 6:41