Landawirseen und Samspitze

Im Salzburger Lungau gibt es viele wunderschöne Bergseen. Diese schöne Tour führt uns im Göriachwinkel zu den Landawirseen.

Corona hat uns heuer etwas überraschend doch noch einen gemeinsamen Familiensommerurlaub beschert, dieser führt uns in den wirklich wunderschönen und recht beschaulichen Lungau. Im Lungau liegen ja die südlichen Schladminger Tauern und diese geizen dort nicht mit ihren Reizen – insbesondere mit ihren vielen großen und kleinen Bergseen. Und so führt uns unsere Tour heute auf die Landawirseen im Görichtal. Ganz zufällig fällt unsere Wahl nicht auf diese Seen – liegen sie doch am Zentralalpenweg (4 Tage brauche ich noch bis hierher) und in bin mir inzwischen nimmer sicher, ob ich heuer überhaupt eine Etappe gehen werde.

Die Anfahrt ist recht gemütlich – mit dem Auto kann man auf einer gut befestigten Forststraße bis zum Parkplatz vor dem Hüttendorf der Görichalmen fahren und so starten wir um 8:47 unsere Wanderung schon auf rund 1.400m.

Nach 5min ist man schon beim Hüttendorf – wirklich schön angelegt und mit der urigen Hansalhütte gibt es auch eine Möglichkeit zur Einkehr. Weiter geht es entlang dem Bach und nach 20 min und knapp 100hm steht das nächste Highlight am Programm – ein schöner Wasserfall an einer Stufe. Nun wird es etwas steiler bis wir nach rund 10min am oberen Ende der Stufe eine Alm erreichen. Hier sehen wir auch schon den Hochgolling am hinteren Ende des Tals.

Es geht stetig aber nie wirklich steil bergauf und schon bald öffnet sich das wunderschöne Tal namens Görichwinkel. Rechts sehen wir schon die noch mit Schneefeldern bedeckte Gollingscharte, wo die Weitwanderer am Zentralalpenweg steil herunterkommen. So werden dieser paar Meter bis zur Landawirseehütte wohl die einzigen sein, die ich heuer am 02er wandere ;(.

So erreichen wir um halb 11, also nach knapp 1 3/4h die noch leere Hütte – das wird sich auch noch ändern. Wir gehen aber gleich weiter zum Unteren und dann noch zum Oberen Landawirsee, wirklich wunderschön ist es hier. Kurz vor 3/4 12 sind wir zurück auf der Hütte und kehren ein – inzwischen ist die Hütte ja schon gut besucht.

Der Untere Landawirsee
Und der Obere Landawirsee

Gestärkt beschließen wir, das schöne Wetter zu nutzen und die nahegelegene Samspitze zu besteigen. Mit 2381 ist sie einer der kleineren Gipfel hier im Tal und wohl nicht besonders beliebt, den es war kaum ein Track im Internet zu finden. Um 12:50 maschieren wir los – zuerst ein kurzes Stück am Zentralalpenweg Richtung Trockenbrotscharte, dann aber gleich rechts abbiegend schräg den Hang entlang.

Und diese Schräge ist dann doch deutlich steiler und unangenehmer zu begehen, als wir erwartet haben. Ein kurzes Steilstück erpuppt sich vor allem wegen dem losen und brüchigen Gestein als ordentliche Herausforderung. Ich weiß jetzt wohl auch, warum dieser Gipfel nur selten begangen wird. Doch schließlich sind alle Schwierigkeiten überwunden und wir erreichen nach knapp über einer Stunde Gehzeit gegen 14 Uhr den Gipfel.

Von hier an der Salzburgerisch – Steirischen Grenze aus haben wir einen wunderschönen Rundblick und auch den bisher verwehrten Tiefblick ins Schladminger Obertal. Hier kann man auch sehr schön den Wasserreichtum und die vielen Seen erkennen, die es hier in der Schladminger Tauern gibt.

Nach einer kurzen Fotopause geht es nun wieder bergab. Das unangenehme Steilstück ist im Abstieg erwartungsgemäß noch ein wenig unangenehmer, doch wir schaffen es. Auf rund 2150m trifft der Weg auf den Tauernhöhenweg, der von der Gollingscharte „direkt“ zur Trockenbrotscharte führt. Ich kann den Weg Richtung Hochgolling nicht genau erkennen, aber es ist nach wie vor gesperrt und es sind auf diesem Weg jedenfalls einige steile Abbrüche zu queren. Von hier aus ist der Weg aber nicht mehr ausgesetzt und so gehen wir ihn auch retour.

Der höchste Berg der Schladminger Tauern – der Hochgolling – wacht über uns. Links die Gollingscharte, von wo auch der ganz leicht sichtbare Aufstieg auf den Gipfel beginnt.

Nach einer kurzen Stärkung auf der Hütte gehen wir wieder ins Tal – der Weg zieht sich dann trotz des wunderschönen Panoramas doch recht ordentlich und wir sind froh, als wir kurz nach 17 Uhr die Hansalhütte erreichen, wo wir den wunderschönen Wandertag ausklingen lassen.

Auf eine wunderschöne Wanderung – Prost!

Statistik:

  • Strecke: Parkplatz Hinteres Göriachtal – Landawirseehütte – Unterer Landawirsee – Oberer Landawirsee – Landawirseehütte – Samspitze Landawirseehütte – zurück zum Parkplatz
  • 17,4 km, 1.071 hm, höchster Punkt Samspitze (2381m)
  • Gehzeit 09:12 (netto 05:27)
  • Einkehr: Hansalhütte (Tal – 1418m), Landawirseehütte (1985m)

Hochtour auf die Wildspitze

Im Zuge unseres 9 summits Projektes besteigen wir diesmal den zweithöchsten Berg Österreichs und den höchsten Tiroler – die Wildspitze im Ötztal.

Der Plan war der folgende: Freitag Anreise nach Vent, Aufstieg auf die Breslauer Hütte; Samstag Gipfel, Abstieg und Nächtigung im Tal und am Sonntag gemütliche Heimreise. Das Schlechtwetter am Samstag war aber dagegen und so war der Plan B: Anreise Samstag, Sonntag Aufstieg und Abstieg zur Hütte mit Nächtigung und am Montag Abstieg ins Tal und Heimreise.

So fahren wir nun am Samstag, den 11. Juli am späten Vormittag los und erreichen nach einer laaaaangen Fahrt Längenfeld. Diesmal sind alle 5 Gipfelstürmer der 9 summits Gruppe dabei und im Ötztal stoßen auch noch Christian und Thomas zur Gruppe dazu – in Summe sind wir also zu siebent.

Am Sonntag um 6:30 geht es los – wir fahren als erstes nach Sölden frühstücken und fahren dann weiter nach Vent. Pünktlich um 8 nehmen wir den ersten Lift nach oben, der Anstieg vom Tal aus ist uns für einen Tag dann doch zu lange. Inzwischen wurde der obere Schlepplift ja auch durch einen Sessellift getauscht und so nehmen wir gleich noch ein paar Höhenmeter mit und starten dann top motiviert um 08:38 auf inzwischen 2.634m Seehöhe unsere Tour.

Perfekt zum Eingehen geht es dann erstmal einen halben km bergab – doch wir verlieren nur rund 50 m Höhe, das ist verkraftbar. Dann geht es am Normalweg über eine Brücke des Rofenbachs recht knackig hinauf zur Breslauer Hütte, die wir nach 40 min erreichen. Kurz das Hüttenequipment hinterlegt und Sonnencreme geschmiert – das Wetter scheint perfekt zu werden – geht es um 09:40 weiter Richtung Wildspitze – wir haben uns für den Normalweg über das Mitterkarjoch entschieden.

Leider hat ein Mitglied unserer Gruppe von Beginn an Probleme mit der Höhenlage und so kommen wir die ganze Tour über eher langsam voran. 1,5 h sind wir am großteils aperen Weg – gegen Ende jedoch über ausgedehnte Schneefelder – unterwegs, bis wir auf 3.300 m Höhe beschließen, Klettergurt und Steigeisen anzulegen.

Badesee wird das wohl eher keiner sein …
Schöner Rundblick in das Kar. Hinten in der Mitte neben einer Rinne der Klettersteig.

Die nachfolgenden rund 150 Höhenmeter gehen wir steil im inzwischen aufgefirnten Schnee – es kommen uns schon die ersten Gruppen am Rückweg entgegen. So haben wir am Einstieg des Steigs auch noch einiges an Wartezeit und während einige Kameraden schon oben Jausenpause machen, steigen die letzten Bergsteiger unserer Gruppe erst um 12.30 in den Steig ein, dessen Durchsteigung 20 min dauert. Der Klettersteig selber ist durchgehend gesichert und auch mit Steigeisen sehr gut begehbar.

Am Grat angekommen öffnet sich uns ein wunderschöner Blick auf den riesigen Taschachferner – sicherlich auch durch den Neuschnee vom Vortag im strahlenden Weiß. Um 13 Uhr gehen wir in 2 Seilschaften los und queren den Gletscher – recht angenehm moderat ansteigend, erst am Ende steilt sich der Gletscher auf. Nach einer Stunde legen wir an der Flanke des Gipfels angekommen Rucksäcke und Seil ab und klettern rund 15 min die letzten Meter empor – den Gipfel erreichen wir um 14:20, also 5:40 nach Abmarsch, reine Gehzeit rund 4:45. Einen Vorteil hat die Sache – wir sind ganz alleine auf dem zweithöchsten Berg Österreichs und haben aufgrund des stabilen Wetters auch absolut keinen Stress und können die herrliche Fernsicht genießen.

Die absolute Ruhe und Weite des „ewigen“ Eises machen einen demütig.
Anscheinend die Schlüsselstelle beim finalen Aufstieg – eine Felsnase.
Berg heil von der Wildspitze!

Zurück geht es dann um 14:40 am Aufstiegsweg. Dabei präsentiert sich das Steilstück unter dem Klettersteig recht unangenehm, da der Schnee inzwischen sehr weich und sehr nass geworden ist (das ist dann halt der Nachteil an der fortgeschrittenen Tageszeit), so gut wie niemand von uns schafft es ganz ohne Ausrutschen, manche rutschen gleich absichtlich :).

Im Abstieg nutzen wir dann vermehrt die noch vorhandenen Schneefelder und erreichen um 17:35 die Hütte – gerade rechtzeitig zum Abendessen. Christian und Thomas verlassen uns hier und steigen gleich am Abend noch ins Tal ab, der Rest feiert auf der Hütte den Gipfelsieg.

Am Montag starten wir dann nach einem gemütlichen Frühstück um 08:15 den Abstieg ins Tal, verzichten dann auch auf den unteren Lift und erreichen nach 1:20 Gehzeit den Parkplatz, wo eine wunderschöne Tour endgültig zu Ende geht.

Fazit: Touren zu vergleichen ist immer schwer, weil es viele Faktoren gibt, die hier einfließen und es auch immer sehr subjektiv ist. Verglichen mit dem Piz Buin vom vorigen Jahr war der Gletscher sicherlich angenehmer, weil nicht aper, deutlich spaltenärmer und gefühlt auch flacher. Der Klettersteig war einfach, das letzte Stück auf den Gipfel auch (es gibt genau eine Stelle, wo man ein wenig aufpassen muss). Gletscher- und Klettertechnisch ist die Wildspitze also einfacher. Einzig unangenehm ist das kurze Steilstück unter dem Steig. Was man natürlich schon merkt ist die Höhe, die Wildspitze ist dann halt doch 400 m höher und das merkt man – gerade wenn man so wie wir – vom Tal in einem Schwung auf 2.600 m rauf fährt und dann gleich ganz hinauf geht. Da wäre die Nacht auf der Hütte sicher hilfreich gewesen, aber das war halt nicht möglich.

An dieser Steller wieder DANKE an Lois für das wie immer spitze Video!

Statistik:

  • Strecke: Bergstation Sessellift „Wildes Mannle“ – Breslauer Hütte – Mitterkaroch (Klettersteig) – Taschachferner – Wildspitze (Südgipfel). Retour am Aufstiegsweg bzw. Talabstieg von der Hütte über den Normalweg Hütte – Stablein – Vent.
  • Länge: 17,2 km (davon 5,3 km Abstieg von der Hütte)
  • Zeit 10:20 (aktiv 07:04, davon 1:19 Hüttenabstieg)
  • Höhenmeter: 1.166 im Aufstieg und 1.920 im Abstieg
  • Kosten Parkplatz 5 EUR/Tag, Lift 17 EUR für beide Lifte

Welterbesteig Tag 3: Rossatz – Unterbergern

Heute soll es wirklich heiß werden. Darum beschließen wir, diesmal keine lange Etappe, sondern nur eine Vormittagsrunde zu drehen. Das Ziel ist also Etappe 12 und das erste Stück von Etappe 13 bis nach Unterbergern.

Wir starten kurz nach 7 in Rossatz bei der Kirche. Es geht Richtung Donau und dann entlang der Donau nach Rossatzbach. Vorbei am vollen Campingplatz, der gerade zum Leben erwacht, biegen wir wieder Richtung Wald. Wieder einmal durch die Weingärten – diesmal schon mit Trauben – wandern wir auf einem Forstweg und dann etwas steiler einen steinigen Weg hinauf, um am Ende wieder auf dem Forstweg zu landen.

Schließlich biegen wir in einen Waldweg ein, der uns entlang des Rückens recht gemütlich hinauf auf den höchsten Punkt – den Pemexel – führt, den wir um 08:20, also nach knapp 1:15 erreichen. Recht stark begangen dürfte dieser Abschnitt des Welterbesteigs aber eher nicht begangen werden – ein paar mal hätten wir hier herauf eine Machete benötigt.

Vom Pemexel geht es dann gemütlich durch den Wald zum Roten Kreuz, von wo an es noch kurz durch den Wald und dann wieder auf einer Forststraße am Waldrand runter nach Oberbergern geht. Hier ist Mountainbiken wohl erlaubt, denn uns begegnen viele Radfahrer (und alle ohne E-Bike, heutzutage schon ganz was seltenes).

Die Etappe endet formal in Oberbergern, ist also recht kurz und so gehen wir zumindest noch bis Unterbergern weiter. An der Ortstafel kommen wir auch drauf, dass wir das letzte Stück umsonst gegangen sind – weil der Weg führt wieder zurück. Ist aber kein Malheur, dafür haben wir die süßen Schafe und die schöne Volksschule gesehen. Etappe 12 somit 2:20 reine Gehzeit.

Das letzte Stück der heutigen Kurzetappe geht es nun über freie Felder in der Hitze weiter. Ein Highlight hat der Weg aber noch anzubieten – die Ferdinandwarte. Diese ist ein kleiner Pavillon hoch auf einem Felsen, einfach zu erreichen, aber wirklich wunderschön. Ein Abstecher hierher ist also ein absolutes Muss.

Nach dem Genuss des Ausblicks gehen wir nun weiter und sind wenige Minuten später schon in Unterbergern angekommen – unserem heutigen Ziel. Es ist erst 10:40 und so sind wir zum Mittagessen leicht wieder daheim. Schnell ist es gegangen, da hätten wir doch noch ein Dorf weiter gehen können.

Wunderschöner Blick von der Ferdinandwarte – hier retour nach Rossatz, unserem Ausgangspunkt.

Somit bleibt uns nur mehr eine kurze Etappe bis Krems und dann geht es schon wieder retour Richtung Melk. Das wird aber dann wohl eher eine Aktion für den Herbst werden, jetzt kommt mal der Urlaub und vielleicht kann ich ja doch heuer noch ein paar Etappen am Zentralalpenweg weitergehen – wenn ich ein Quartier find. Ist schon ein blöder Zufall, dass ich grad jetzt in der Region Schladming mit dem Urlaubswandermassentourismus bin … .

STATISTIK:

  • Strecke: Rossatz – Rossatzbach – Oberbergern (Etappe 12) – Unterbergern (Etappe 13)
  • 15,5 km, 380 hm Aufstieg, 309 hm Abstieg, höchster Punkt 508 m (Pemexel)
  • Gehzeit netto 3:02, inkl. Pausen 3:31

Welterbesteig Tag 2: Maria Langegg – Rossatz

Nach unerwartet langer Pause haben wir endlich Zeit am Welterbesteig weiterzuwandern. Heutiges Tagesziel ist Rossatz.

Los geht es bei der Bushaltestelle in Maria Langegg, es ist ein heißer Tag angesagt und so starten wir schon ein paar Minuten vor 7. Wir wandern ein paar Meter durch den Ort und dann rechts im Wald recht sportlich hinauf Richtung Kastlkreuz. Dort angekommen wird der Weg flacher und in einem steten Auf und Ab geht es auf Forststraßen weiter zum Ernsthof, rechter Hand liegt der Friedrichsfelsen – die höchste Erhebung im Dunkelsteinerwald.

Start ist in Maria Langegg – etwa am halben Weg von Etappe 10

Nun beginnt schon der Abstieg Richtung Donau, doch ein Abstecher führt zum Hohen Stein. 30min steht angeschrieben, Zeit haben wir genug – also biegen wir rechts ab, nach ein paar Gehminuten am Feldweg biegt der Weg neuerlich rechts in die Büsche ab und wir steigen steil auf zum Hohen Stein. Der Weg dürfte nicht recht oft begangen werden, denn er ist schon ziemlich verwachsen.

Oben angekommen umrunden wir den ersten Block und wandern umher – überall sind Kletterrouten markiert, das Kreuz ist somit für uns nicht erreichbar. Wie wir schon absteigen wollen, erspäht meine Frau eine Leiter und schon steigen wir über 2 Leitern und dann am Drahtseil auf einem MiniKliettersteig zum Gipfelkreuz empor – die Aussicht ist wirklich wunderschön.

Doch wir müssen bald weiter und so wandern wir am gleichen Weg retour und stehen bald erneut an der Weggabelung und steigen rasch und durchwegs steil ab Richtung Donau, die wir genau bei der Rollfähre Arnsdorf – Spitz erreichen, wo wir auch unsere erste Pause machen und dabei den zahlreichen Radfahren beim Übersetzen über die Donau zuschauen. 2:50 sind wir bis hierher unterwegs.

Entlang des Treppelwegs geht es nun Richtung Bacharnsdorf, bei einem Brunnen gibt es die Möglichkeit direkt am Weg Wasser zu tanken. In Bacharnsdorf beigen wir nun wieder rechts ab, gehen in den Ort und haben nun das wahrscheinlich schönste Stück des heutigen Weges vor uns. Durch das Kupfertal geht es stetig und ordentlich bergauf, immer begleitet vom rauschenden Dürrenbach. Irgendwann biegt der Bach rechts ab (oder wir nach links) und wir steigen nochmal kurz und ordentlich steil zum Kreuzberg auf, wo wir auch wieder auf den Jakobsweg treffen, der vom Kastlkreuz gemütlich herüber führt – das wäre wohl deutlich schneller gegangen.

Nun geht es auf Forstwegen meist gemütlich, manchmal steiler auf und etws mehr ab Richtung Seekopf. Der finale Aufstieg ist dann aber doch wieder ein ordentliches (wenn auch kurzes) Steilstück, die 20 Wanderkilometer in den Beinen machen ihn dann doch noch gleich ein wenig steiler. Um 12:02 ist es geschafft und wir haben den die letzte Hürde genommen – ab jetzt gehts nur mehr bergab.

Am Seekopf gibt es eine Aussichtswarte, die einen wunderschönen Blick in die Umgebung bietet. Na ja, sicher schon bald wieder, aktuell aber Baustelle – nix mit Aussicht.

Der Abstieg nach Rossatz ist dann aber doch recht beschwerlich und wir verstehen nun auch die lange Dauer in der Beschreibung. Oft ohne Schatten durch lichte Wälder, die mehr an griechische Wälder als die Wachau erinnern geht es mitunter steil bergab. Doch nach gut einer Stunde ist auch das geschafft und die letzten Meter wandern wir wunderschön entlang der Weinberge gemütlich nach Rossatz, wo wir um 14:24 eintreffen und Etappe 11 erfolgreich beenden können.

STATISTIK:

  • Strecke: Maria Langegg – Hoher Stein – Hofarnsdorf – Mitterarnsdorf – Bacharnsdorf – Kreuzberg – Seekopf – St. Lorenz – Rossatz
  • 27,3 km, 1038 hm Aufstieg, 1307 hm Abstieg, höchster Punkt 700 m (Hoher Stein)
  • Gehzeit netto 6:25, inkl. Pausen 7:28

Wanderung auf den Eisenstein (NÖ)

Wunderschöne Halbtagswanderung im NÖ Alpenvorland mit doch ausreichend Höhenmetern und Hütte am Gipfel.

Eigentlich hat unsere Wandergruppe für das Pfingswochenende eine Wanderung auf den Eisenerzer Reichenstein geplant. Doch nachdem CORONA die Nächtigungsmöglichkeiten doch sehr eingeschränkt hat (wir haben 2 tage geplant), haben wir als Alternativprogramm eine kleine, gemütliche Wanderung in der Nähe gesucht und uns für den Eisenstein in den Türnitzer Alpen entschieden.

Start mitten in Schwarzenbach

Los geht es um 12:15 in Schwarzenbach an der Pielach – Parkplatz gleich vis a vis am Gemeindeamt. Der Start ist gleich abenteuerlich, wir wandern direkt neben einer Hausmauer mitten durch einen Garten hindurch. Danach geht es recht zügig bergauf durch einen Wald um nach ein paar Minuten die erste Wiese zu einem Bauernhof queren.

Über Feldwege bzw. befahrbare Kuhpfade geht es weiter über Wiesen und kurze Waldstücke bergauf bis wir nach 1h Gehzeit die esten 400hm hinter uns bringen. Hier wird er erstmals flacher und wir gehen auf einem Rücken recht eben durch den Wald und dann etwas bergab zum sogenannten Loicheck. Der Weg ist hier bestens gepflegt und ausgemäht – vorbildich!

Danach geht es wieder steil und etwas weniger romantisch auf einem steinigen Feldweg am Rücken durch den Wald, bis wir kurz vor der Julius-Seitner-Hütte auf eine wiederum wunderschöne Wiese kommen. Von dort sind es nur mehr ein paar hm und Gehminuten zur direkt am Gipfel gelegenen Hütte.

Nach einer langen Rast und Stärkung mit abgelaufenen Bier (der Hinweis an der SB Ausgabe war ernst gemeint) und Kaspressknödelsuppe und Würstel gehen wir am Aufstiegsweg wieder retour und erreichen um 17:50 nach 1h 45min Abstieg wieder den Ausgangspunkt in Schwarzenbach.

Lois hat wiederum ein Action Video erstellt, danke schön!

STATISTIK:

  • Strecke: Schwarzenbach an der Pielach – Loicheck – Eisenstein, retour am Aufstiegsweg.
  • 12,0 km, 779 hm, höchster Punkt: Eisenstein (1185)
  • Gehzeit netto 3:49 (davon Aufstieg 2:15), inkl. Pausen 5:37

Welterbesteig Tag 1: Melk – Maria Langegg

Inspiriert durch Corona beschließen meine Frau und ich den Welterbesteig zu begehen. Startpunkt ist für uns das nahegelegene Melk.

Coronabedingt waren wir in den letzten Wochen viel spazieren – daheim oder im näheren Umfeld. Nun wollen wir aber irgendwie ein Projekt starten, um auch ein Ziel zu haben. Mehrere Rundwanderwege in der Umgebung bieten sich an, Gewinner wird der Welterbesteig in der Wachau.

So starten wir am Ostersamstag bei perfektem Wanderwetter um Punkt 8 in der Früh am Melker Hauptplatz. Das Auto wird gleich unten bei der B1 geparkt – Corona spart uns hier sogar die Parkgebühr. Zuerst die menschenleere Fußgängerzone entlang, dann kurz hinauf zum Stift – auch hier kein Mensch, wirklich sehr, sehr ungewohnt präsentiert sich hier eines der Top Ausflugsziele Österreichs. Nun geht es ziemlich fad entlang der Wiener Straße bis zum Kreisverkehr der B1 und geradeaus runter nach Spielberg, wo wir vorbei am gesperrtem Spielplatz Richtung Pielach wandern.

Dann hinauf auf den Pielachberg mit schönem Rückblick nach Melk über eine „Hoch“ebene erreichen wir nach gut einer Stunde um 09:10 das Jonaskreuz. Von hier geht es schon wieder bergab nach Schönbühel, welches wir um 09:47 erreichen. Hier geht es gleich weiter nach Berging – wo die meiner Meinung nach größte Bausünde der ganzen Wachau steht. Warm ist es inzwischen geworden und so freuen wir uns über den Schatten des Dunkelsteiner Waldes, den wir nach Berging wieder betreten, und gleich für eine kurze Pause nutzen.

Der Weg hinaus zur Hohenwarter Höhe kommt uns bekannt vor, sind wir doch erst vor einigen Tagen hier bei Geroding spazieren gewesen. 3 Stunden sind wir unterwegs und kürzlich hier durchgeführte Schlägerungen erschweren uns kurz das Weitergehen – die Wege sind schwerst in Mitleidenschaft gezogen. Doch nun geht es steil bergab und 11:57 erreichen wir wieder die Donau bei Aggsbach – Mittagspause.

Um 12:18 geht es weiter und nach kurzen Weg durch das Dorf entlang des Bachs erreichen wir um 12:41 das offizielle Ende von Etappe 1. Wir gehen aber weiter , überqueren auf nicht gerade romantischen Feldwegen eine Kuppe und erreichen auf der anderen Seite Aggstein, wobei wir nicht in den Ort hineingehen, sondern uns zuerst durch den Wald und später am Eselsteig zur Ruine Aggstein hocharbeiten. Gut 20 km haben wir schon in den Beinen und so ist der steile Anstieg bei inzwischen doch recht starker Sonne nicht gerade gemütlich.

Doch um 13:45 ist es geschafft und mit der Ruine Aggstein erreichen wir ein weiteres Highlight am Welterbesteig. Besichtigung natürlich nicht möglich, alles zu – bis auf ein paar einsame Kletterer auch hier alles menschenleer. Von hier aus geht es nun gemütlich zuerst leicht bergauf und dann leicht bergab die letzten 4 km bis nach Maria Langegg, unserem heutigen Etappenziel, welches wir um 14:42 erreichen.

Fazit:

Die Wachau ist natürlich kein Gebirge und unsere Wanderung führt uns auch hauptsächlich durch den Dunkelsteiner Wald. Trotzdem darf man sich hier keinen Spaziergang erwarten und hat im Laufe eines Tages so manch ordentliche Steigung oder Abstieg zu bewältigen. Gemütlichen Wanderern sei daher empfohlen, sich an die offizielle Etappeneinteilung zu halten, damit die Wanderung auch wirklich Freude macht.

STATISTIK:

  • Strecke: Melk – Spielberg – Schönbühel – Berging – Hohenwarter Höhe – Aggsbach Dorf – Ruine Aggstein – Maria Langegg
  • 25,8 km, 1022 hm Aufstieg, 746 hm Abstieg, höchster Punkt 597 m (kein Gipfel)
  • Gehzeit netto 5:42, inkl. Pausen 6:41

Das war mein Jahr 2 am ZAW

In meinem 2. Jahr am Zentralalpenweg bin ich nun endgültig in den Bergen angekommen und sie haben mir auch gleich einmal die Zähne gezeigt. Doch alles der Reihe nach.

Zuerst einmal die Ausgangslage: 2018 bin ich vom Start in Hainburg bis nach Knittelfeld gewandert, mit einer kleinen Lücke bei der Teichalm. Das waren also 303 km und knapp 10.000 Höhenmeter in 12 Wandertagen. Für 2019 habe ich mir den Lückenschluss und dann den Weitermarsch bis nach Obertauern vorgenommen und damit auch quasi den Abschluss des Ostteils. Dazu hab ich 2 Wochen (je 5 – 6 Tage) und 1,5 Tage für die Teichalm geplant – im Wissen, dass das nicht ganz einfach werden wird.

So habe ich mir die Woche der Sonnenwende freigehalten, es sollte von Knittelfeld bis nach St. Nikolai gehen, idealerweise in 5, max. 6 Tagen inkl. der Monsteretappe von der Edelrautehütte auf die Planneralm. Doch leider lag noch viel zu viel Schnee – abgesagt und damit war schon fast sicher – das wird heuer nix mehr mit Obertauern. Zum Ersatz hab ich zumindest die Lücke geschlossen.

2. Versuch der Etappe war dann ein paar Wochen später – am 24. Juli gings los, 6 Tage hatte ich Zeit – Ziel war wiederum St. Nikolai. Die ersten 3 Tage kam ich gut voran, es war zwar brennend heiß und ich schonte meine Kräfte, doch ich war ganz gut in Form und traute mir die Monsteretappe (vor der ich größten Respekt hatte) schlussendlich auch zu. Doch die Wetterprognose sagte Gewitter für den Nachmittag an und nach Beratung mit der Hüttenwirtin verkürzte ich die Etappe zu Schwaberger Alm – so weit so gut. Schließlich kam alles anders, Ziel erreicht, aber Tour abgebrochen ;(. Am Ende holte ich im Herbst spontan den Rest bis St. Nikolai nach – wenigstens das habe ich heuer erreicht.

Statistik Jahr 2:

  • absolvierte Etappen: 8,5 in 8 Wandertagen (gesamt 21 Etappen/19 Tage)
  • gegangene Stunden: 45:59 (gesamt 113:16 h)
  • Anstieg: 10.411 hm (gesamt 19.705 hm)
  • Abstieg: 10.315 hm (gesamt 19.070 hm)
  • Distanz: 168 km (gesamt 463,3)
  • Startpunkt: Knittelfeld Bahnhof
  • Endpunkt: St. Nikolai im Sölktal
  • Wetter: meist heiß, einmal Unwetter

Fazit:

Dass die Berge kein Spielplatz sind, wußte ich vorher auch schon. Das mein Handy im Hosensack ertrinken kann, dass hab ich erst heuer gelernt und das war definitiv ein vermeidbarer Fehler von mir. Ob ich die Etappe hätte gar nicht antreten sollen? Im Nachhinein gesagt – ja natürlich, doch konkret habe ich am Vorabend lange darüber nachgedacht und alle Varianten abgewogen. Am Ende war es ca. 1/2h, wo das Gewitter zu früh kam und das was da runterkam war definitiv nicht vorhergesagt.

Ich habe aber noch was gelernt – im Gegensatz zu den Flachlandetappen ist es in den Bergen für mich doch deutlich schwieriger, alleine zu gehen. Die größere körperliche Anstrengung und auch das Treffen von Entscheidungen (siehe oben) ist mit einem Partner doch wesentlich leichter als alleine. Auch die Gipfelsiege oder sonstigen Höhepunkte der Tour sind zu Zweit oder in einer Gruppe viel schöner. Am Tag 3 – kurz vor Hohentauern (ich hatte an diesem Tag noch keinen einzigen Menschen gesehen, auch nicht beim Frühstück, weil ich sehr früh aufgestanden bin) – hatte ich einen emotionalen Durchhänger und wollte, obwohl ich gut vorankam, das Wetter OK und die Gegend wunderschön war, die Tour schon abbrechen.

Für 2020 (Jahr 3) möchte ich wieder einen größeren Schritt des Weges weiterkommen und die Hohen Tauern erreichen. Minimumziel ist der Abschluss des Ostteils, perfekt wäre es in die Nähe des Sonnblicks zu kommen. Mein großes Ziel ist noch immer die Fertigstellung des Wegs bis zu meinem 50. Geburtstag – das ist halt schon 2025. Ich möchte aber jetzt eigentlich nur mehr in Ausnahmefällen alleine gehen … .

Zum Abschluss – danke allen, die hier mitlesen und die mich hier über ihre Kommentare und PNs immer wieder unterstützen.

Tag 19: Donnersbachwald – St. Nikolai im Sölktal

Der Rest von Etappe 20 und eine kurze Etappe 21 führt mich heute ins Sölktal

Nach einem gemütlichen Frühstück mit meiner Frau (wie ungewohnt beim Weitwandern) im JUFA starte ich um 07:30 los – heute ist ja doch eine eher kurze Etappe angesagt. Die Wetterprognose ist eigentlich weniger gut, nachmittag sind leichte Gewitter angesagt. Aber aktuell ist nichts davon zu merken – im Gegenteil es ist wolkenlos und warm und viel schöner als gestern.

Zuerst einmal kurz runter in den Ort und dann eine Forststraße entlang bis zum Mörsbachwirtn. Etwas über 3 km und 45 Minuten doch ziemlich faden Marschierens, nur einmal gibt es einen kurzen Abstecher durch den Wald.

Nach dem Mörsbachwirtn, wo ich kurz auf Stempel (offizielles Ende Etappe 20) und Kaffee einkehre, wandere ich vorbei an der alten Mörsbachhütte und gleich weiter zur Vorderen Mörsbachalm – und abgesehen von einem weiteren nicht allzu langen Abkürzer wiederum auf Forststraßen Richtung Hinterer Mörsbachalm. Die erreiche ich aber nicht ganz – unmittelbar davor biegt der Weg rechts ab. Zuerst grauslich und steil empor, biegt der Weg dann für mich überraschend (doch nicht genau auf die Karte geschaut) nach rechts hinten ab. Vor hier aus geht es dann zwar recht romantisch und endlich nimmer auf Forststraßen aber dafür wirklich steil rauf zur Gstemmerscharte.

Um 09:43 bin ich dann auf der Scharte (1920 m), die kurz vorm Ende dann doch etwas freundlicher wird – die letzten Meter steige ich durch ein kleines Kar auf. Von hier könnte ich nun recht einfach auf den Sonntagskarspitz (1999) oder das Große Bärneck (2071) aufsteigen, doch ich will mich mit meiner Familie zum Essen treffen und außerdem beginnt es sich schon wieder langsam zuzuziehen. So mache ich nur kurze Jausenpause und beginne um 10:03 den langen Abstieg ins Sölktal.

Blick Richtung Schladminger Tauern von der Gstemmerscharte aus. Links im Bild die einzigen Tiere, die ich abgesehen von Kühen und einigen wenigen Pferden seit Knittelfeld gesehen habe – Schafe. Nicht eine einzige Gams hat meinen Weg bisher gekreuzt.

Der Weg runter ins Sölktal ist wirklich schön. Landschaftlich reizvoll aber vor allem auch gut gepflegt macht der Abstieg wirklich Freude. Auch wenn die Markierungen hier durchaus weit auseinander sind, ist der Weg immer sehr einfach zu finden. Schon bald beginnen auch die Bäche und ich wandere dann immer entlang des Mößnakarbaches Richtung Tal. Apropos: Der Himmel hat inzwischen zugezogen und ich höre auch leichtes Donnergrollen, aber das stört mich nimmer, ich bin schon recht weit unten und gut im Wald geschützt.

Später dann erreiche ich doch eine Forststraße, diese führt mich runter zum Seifriedbach, den ich auf einer Wehr überschreite. Dann die Forststraße raus nach Mößna (11:38) und von hier auf der Straße nach St. Nikolai. Im Gegensatz zu gestern ist die Straße stark befahren, doch wenigstens führt bis auf wenige Meter immer ein kleiner Weg entlang. Um 12:14 kehre ich dann beim GH Gamsjäger in St. Nikolai ein, welches auch mein heutiges Tagesziel darstellt ein. Etappe 21 hiermit abgeschlossen (und das Wetter hat gut gehalten)..

Originell und schön – dieser Bogen in Mößna.

Den Ostteil der Niederen Tauern hab ich nun geschafft – eigentlich wollte ich Anfang Juli schon hier sein. Mit dem Weiterweg nach Obertauern wird es aus Zeitgründen heuer leider nix mehr, so bleiben mir die Schladminger Tauern dann für 2020. Ich freu mich schon sehr darauf.

Statistik

  • Wegstrecke: 15,8 km
  • Zeit 4:42 (aktiv 4:13)
  • Höhenmeter: 1049 auf/905 ab

Tag 18: Schwaberger Hütte – Donnersbachwald

Etappe 19 und der größte Teil von Etappe 20 stehen heute am Programm – gleich sieben 2000er wollen dabei überschritten werden.

Nachdem mich Ende Juli das Unwetter vom Berg gespült hat, denke ich nun schon lange nach wie ich es nun angehe. Öffentlich auf die Schwaberger Hütte zu kommen ist eine Tagesreise inkl. langer Wanderung – mit dem Auto hat es auch keinen Sinn weil ich ja nicht wieder zurück komme. So überlege ich auf die Planneralm zu fahren und einfach die Strecke hin- und retour zu gehen. Am Ende erbarmt sich aber meine Frau und beschließt kurzerhand ein Familienferienausklangswochenende in den Bergen. Quartier finden wir problemlos auch kurzfristig in Donnersbachwald und so teile ich die Etappen 19 – 21 auf 2 Tage auf.

Die mit dem Auto erreichbare Schwabergerhütte am Ende des laaaaangen Bretsteingrabens – Startpunkt meiner Weiterwanderung nach Donnersbachwald.

Nach einer trotzdem langen Anreise und einem gemütlichen Tratsch mit der Schwoagerin starte ich um 08:50 von der Schwabergerhütte los Richtung Große Windluckn (nachdem anscheinend viele Schwierigkeiten haben, den Weg zu finden habe ich den Track hier auch hochgeladen). Der Weg führt auf der Forststraße Richtung Talschluss, nach 200 m quert dieser einen Bach und man verlässt den Weg rechts den Hang entlang (Steigspuren und Markierung leicht erkennbar). Nach ein paar Minuten kommt man zu ein paar zusammenstehenden Bäumen, die man auf der rechten, steileren Seite passiert. Oberhalb der Baumgruppe erreicht man dann die offene Alm und der Steig ist aber hier gut erkennbar. Wichtig ist es, nach insgesamt ungefähr 10-15 min biegt man endgültig nach links ab und verlässt die Almfläche der Schwabergalm. Kurz vor der Windluckn teilt sich der Weg – ich gehe die linke, etwas kürzere und steilere Variante – die Wege führen aber nach ein paar Minuten wieder zusammen. So erreiche ich nach 35 min die Große Windluckn und bin damit wieder „on track“.

Auf der Großen Windluckn (im Hintergrund der Schatterkogel) bei Schönwetter

Nun geht es recht knackig hinauf auf den Kreuzkogel (schönes Kreuz) und dann über eine kleine Einsattelung weiter auf den höchsten Punkte heute – die Breiteckkoppe (einfaches Kreuz), die ich nach knapp 1,5 h um 10:11 erreiche. Von hier aus geht es zuerst 200 m runter und dann recht gemütlich (u.a. durch ein Latschenfeld) dahin, bis es dann wieder kurz steil hinaus auf den Kreuzberg (kein Kreuz, grade mal eine Markierung) geht. Und wieder 150 m runter und dann zuerst links vom Grat, später am Grat rauf auf den Hintergullingspitz, den ich um 11:21 erreiche.

Das kann kein Naturteich sein – doch wer braucht hier ein Pool?

Das Wetter ist inzwischen schöner geworden und der Wind etwas schwächer. Ab dem Kreuzkogel kann ich sogar schon den Rest des Weges bis zur Karlspitze erkennen und ich komme gefühlt auch gut voran. Um 11:49 erreiche ich mit dem Großen Rotbühel dann 2000er #5 und damit auch den letzten Berg von Etappe 21 – hier wäre nun der Abstieg in den Kessel der Planneralm vorgesehen. Anmerkung: der Gr. Rotbühel selber ist nicht direkt am Weg, sondern mit 5 min Umweg zu erreichen – aber man versäumt nix, wenn man ihn auslässt, auch kein Gipfelkreuz :).

Ich bleibe aber oben am Rand des Kessels und quere nach einer gemütlichen Mittagspause weiter über einen kurzen Aufstieg auf die Gläserkoppe (die zähl ich jetzt aber nicht mit) auf die Jochspitze (natürlich auch ohne Kreuz) und gemütlich aber dann doch etwas langwierig rauf zu Gipfel #7 die Karlspitze (sogar mit Gipfelkreuz und -buch – wer hätte das gedacht), von wo an der Weg lange runter nach Donnersbachwald führt. Es ist 13:18, als ich auf der Karlspitze ankomme und ich habe genug Zeit für eine 2. Pause – der Wind hat inzwischen ganz nachgelassen.

Der letzte Aufstieg des heutigen Tages zur Karlspitze hinauf. Der Abschnitt Planneralm – Karlspitze ist übrigens der erste seit dem Ingeringsee, wo ich andere Wanderer sehe – direkt ungewohnt.

So wandere ich von der Karlspitze hinunter in die Karlscharte und biege dort scharf nach links hinten ab. Die nächste halbe Stunde wandere ich lange quer am steilen Hang unter dem Gipfel in den Talboden hinein, bis dann der Weg nach rechts abdreht und mich zur schönen Michelirlingalm führt (bewirtschaftet, aber keine Einkehr), es ist inzwischen 14:20 und ich bin 5 1/2 h unterwegs. Nach der Alm geht es nicht auf der Forststraße sondern gleich rechts runter eine Abkürzung zur nächsten Kurve. Ach ja – es hat inzwischen zugezogen, nieselt ganz leicht (zuwenig für den Regenschutz) und es donnert. Also gehe ich flotten Schritts weiter und übersehe gleich die nächste Abkürzung (der Weg hätte die Straße quasi nur gequert), komm aber gleich drauf und marschiere retour durch den Wald.

Die idyllische Michelirlingalm – Ende des schönen Teils der Wanderung

Dann aber zieht sich der Weg 1,5 km auf der Straße bevor er wieder (sehr gut markiert) rechts abbiegt und dann den Plotschengraben runter führt. Wieder am Weg biegt er bei der Kalchgruberalm in einen Nebenweg ein – Markierung hab ich hier keine gefunden. So geht es in Kehren dann runter bis zum GH Perwein und dann erreiche ich um 15:37 die Hauptstraße und marschiere tapfer auf der Bundesstraße die 3 km bis zu meinem Quartier, dem JUFA,wo ich dann um 16:11 ankomme. Naja, so schön der Weg von der Schwabergerhütte bis zur Michelirlingalm auch ist, so fad ist er von da an bis zum Ziel.

Nachsatz: Sieben 2000er an einem Tag – eine schöne Sache. Mit 1.400 hm sind es zwar „nur“ um 600 hm weniger als von der Edelrautehütte bis Schwabergerhütte und mit 22,3 km sogar etwas weiter, doch sind die beiden Etappen hinsichtlich der Schwierigkeit nicht vergleichbar. Die flacheren Übergänge und auch sanfteren Anstiege machen die Etappe aus meiner Sicht viel leichter. Im Vergleich mit dem Piz Buin von voriger Woche merke ich vor allem das Rucksackgewicht (6 statt 14 kg) massiv, das ist wirklich ein großer Unterschied.

Statistik

  • Wegstrecke: 22,3 km
  • Zeit 7:25 (aktiv 6:23)
  • Höhenmeter: 1375 auf/1915 ab
  • Nächtigung: JUFA Donnersbachwald

Hochtour auf den Großen Piz Buin

Die #3 unserer 9 summits Tour ist auch der am weitesten entfernte Gipfel, der mit 3312m Seehöhe den höchsten Punkt Vorarlbergs markiert.

Lange ist es her, dass ich Gletschereis unter meinen Füßen hatte – genaugenommen seit Juli 2017, wo wir den Glockner über den Normalweg bestiegen hatten. Dementsprechend ist die Vorfreude groß, als wir am 21.08. um 08:30 vom Bahnhof St. Pölten klimaschonend mit dem Zug nach Landeck und von dort weiter mit dem Bus auf die Bielerhöhe fahren, um den Piz Buin als 3. Teil unserer 9 summits Tour zu besteigen. Wir sind diesmal Fritz, Lois, Sepp und ich, da Hannes leider kurzfristig absagen musste.

Ein Fragezeichen war aber auch das Wetter – die Prognose lautet Mittwoch abend Regen, Donnerstag Wetterbesserung aber ab Mittag Gewitter (wieder mal). Um 16:00 treffen wir auf der Bielerhöhe ein, es ist wolkenverhangen aber es regnet nicht und es dürfte auch noch ein wenig halten.

Tiefe Wolken aber kein Regen empfangen uns am Silvretta-Stausee.

Also vertrödeln wir keine Zeit und marschieren gleich los, rund 7 km und 2:15 h ist der Weg angeschrieben. Wir nehmen den Sommerweg, der allerdings über weite Teile aus Wasserstellen und kleinen Bächen besteht – es dürfte hier doch viel in den letzten Tagen geregnet haben.

Bei rund 2200 m erreichen wir die Nebelgrenze, doch die Sicht bleibt halbwegs gut im Bereich > 50 m und der Nebel stört uns bis auf die fehlende Aussicht nicht wirklich. Nach rund 1,5 h Gehzeit erreichen wir die „Schlüsselstelle“ – einen doch recht stolzen Bach, den wir durchqueren müssen. Wie das die uns entgegenkommenden Wanderer in ihren Turnschuhen geschafft haben ohne nass zu werden, bleibt mir aber ein Rätsel (die Kameraden klären mich später auf – sie waren eh alle triefend nass). Das Wetter hält und so erreichen wir um 18:05 nach 2:03 Gehzeit gerade rechtzeitig zum Abendessen die Wiesbadner Hütte.

Aus dem Nebel erscheint endlich die Hütte – Glück gehabt und nicht nass geworden.

Am nächsten Morgen gehen wir ganz zeitig los, um den noch schönen Vormittag auszunutzen. Natürlich denken sich das die rund 10 anderen Gruppen auch, und so maschieren sicher über 50 Leute zwischen halb 7 und 7 Richtung Gipfel, wir starten um 06:50.

Die früheren Wege über die Grüne Kuppe sind aufgrund der Gletscherschmelze nicht mehr begehbar, so führt der Weg gleich nach der Hütte runter in den Talboden und dann am Gegenhang – unmittelbar unter dem Gletschertor vorbei über die junge Ill (diese entspringt quasi im Gletscher) ganz nach Westen, wo neben dem Gletscher eine Steilstufe überwunden wird – inkl. ein paar heiklen Stellen, da der Fels hier durch den Gletscher abgeschliffen ist.

Um ca. 08:00 (also nach 1:10) erreichen wir auf einer Höhe von 2650 m den Anseilplatz, wo wir uns mit Steigeisen und Seil ausrüsten. Danach haben wir 2 Möglichkeiten – entweder rechts vom Gletscher im Geröll oder den an dieser Stelle doch etwas steileren Gletscher direkt hinauf – der Gletscher ist die bessere Lösung.

Um 08:30 sind wir dann oben am relativ flachen, aber sehr spaltenreichen Ochsentaler Gletscher – da dieser aber nahezu aper ist, sind die Spalten gut zu sehen. Wir wählen im Aufstieg die etwas direktere Variante, d.h. wir umgehen die große Spaltenzone unten und dann links vorbei Richtung Buin Lücke – kommen aber dabei doch relativ nahe an die Abbruchzone mit entsprechend großen Spalten heran. Das ist zwar so kein Problem, kostet aber etwas Zeit. Nach 2:45 erreichen wir um 09:35 dann die Buinlücke und somit das Depot für die Eisen.

Nach kurzer Verschnaufpause starten wir um 09:45 dann weiter Richtung Gipfel. Ich bin schon gespannt, denn in den Tourenberichten habe ich von 2 Kaminen mit 2- bzw. 2+ gelesen. Zuerst geht es steil bergan, doch nach ca. 10 min erreichen wir den ersten Kamin. Sicherheitshalber nutze ich hier die bestehenden Bohrhaken und hänge uns mit Expressen gesichert ein, wir gehen auch hier in Seilschaft. Unmittelbar nach dem ersten Kamin, der in meiner Wahrnehmung eigentlich keiner ist, erreichen wir dann eine steilere Stelle – auch hier sichere ich mit Expressen ab. Das war’s dann aber auch schon, um ca. 10:15 (also nach 20 min) stehen wir schon wieder auf einem steilen, schuttbedeckten Rücken und steigen in Serpentinen zum Gipfel auf, den wir nach 3:40 um 10:30 erreichen.

Berg heil!

Nach einer halben Stunde Rast (am Gipfel ist wirklich viel los) steigen wir am Aufstiegsweg wieder ab. Den oberen Kamin sichere ich an 2 Stellen mit HMS rück, das geht wirklich gut, unten versteigen wir uns kurz (wobei auch hier viele absteigen, denn es gibt hier mehrere Möglichkeiten) und gehen dann am Aufstiegsweg retour.

Wunderschönes Panorama und viele Bergsteiger am Gipfel.

Kurz vor der Buinlücke dann aber eine Schrecksekunde – vis a vis am Kleinen Piz Buin löst sich von ganz oben ein riesiger Feldbrocken, nimmt noch einiges an losen Material mit und stürzt direkt Richtung Lücke – wo sich gerade 10 – 20 Bergsteiger aufhalten. Wir schreien ihnen zu und nach ein paar Sekunden beginnen sie zu laufen. Keinen Moment zu früh, denn obwohl die meisten Felsen am letzten Hang abgelenkt werden und unterhalb des Ausrüsteplatzes zum Liegen kommen, schaffen es doch einige direkt bis zum Platz. Ein unten zu diesem Zeitpunkt anwesender Bergführer will sich später auf der Hütte sogar mit einem Bier bedanken und erzählt, dass nach dem Felssturz ein größerer Brocken auf seinem Seil lag und einige kleine Steine an ihm vorbei geflogen sind.

Das Depot auf der Buin Lücke und dahinter der Kleine Piz Buin unmittelbar nach dem Steinschlag (die Bergsteiger sind alle rechtzeitig geflüchtet).

Um 11:52 sind wir wieder am Ausrüsteplatz und nachdem wir uns hier nicht wirklich wohlfühlen starten wir um 12 mit dem Abstieg – diesmal wählen wir die aus jetziger Richtung obere linke Variante, umgehen das große Spaltenfeld südlich und biegen erst danach Richtung Anseilplatz ab. Abgesehen von sehr feuchten Verhältnisse gegen Ende ist dies jedenfalls die einfachere und spaltenärmere Variante und aus meiner Sicht eindeutig vorzuziehen.

Nach einer Stunde um 11:50 sind wir wieder am Anseilplatz, versorgen kurz unser Equipment und stiegen ab Richtung Gletschertor. Hier steigen wir anfangs zu schnell ab und landen im geschliffenen Feld – ein paar Meter unter dem Weg, somit müssen wir kurz retour. Retour über die Bäche steigen wir wieder zur Wiesbadner Hütte auf und so endet um 13:58 die Tour beim Ausgangspunkt.

Nachdem das Wetter super hält beschließen wir gleich nach einer kurzen Pause zur Bielerhöhe abzusteigen, diesmal nehmen wir aber den Fahrweg. Nach 1:36 Marschzeit erreichen wir um 16:18 die Bushaltestelle – eine wunderschöne Tour ist erfolgreich zu Ende gegangen.

Gleich sind wir wieder unten!

Fazit: Nach 2-jähriger Abstinenz merke ich wieder, wie viel anstregender Hochtouren im Vergleich mit dem Wandern sind. Einerseits liegt das sicher an der Ausrüstung (2,75 kg das Seil, 1 kg die Steigeisen – in Summe 6 kg an reiner Hochtourentechnik) die den Rucksack deutlich schwerer macht, andererseits aber sicher auch an der Luft. Technisch ist der Piz Buin nicht schwer, ich persönlich hab die 2 Kletterstellen sogar angenehmer empfunden als den Aufstieg auf den großen Geierkogel vor 4 Wochen, aber das ist natürlich immer Ansichtssache.

An dieser Steller wieder DANKE an Lois für unserer super Fotoprotokoll (diesmal von polarsteps – kannte ich bis jetzt nicht) und das Video!

Statistik:

  • Strecke: Bielerhöhe/Silvrettastausee – Sommerweg auf die Wiesbander Hütte – Ochsentaler Gletscher – Biunlücke – Großer Piz Buin. Retour am Aufstiegsweg bzw. ab der Hütte am Fahrweg.
  • Länge: 25,7 km (davon 11,4 km Gipfeltour)
  • Zeit 11:34 (aktiv 08:21, davon 3:39 Hüttenzu- und abstieg)
  • Detailzeiten Gipfeltour: gesamt 6:32, Hütte – Gipfel 3:40, retour 2:52
  • Höhenmeter: 1.482 (Gipfeltour 1.027)