Startschwierigkeiten :(

Irgendwie steht das Jahr 2019 wandertechnisch nicht gerade unter einem guten Stern – insbesondere wenn es um den Zentralalpenweg geht.

Der Plan war am Christi Himmelfahrtswochenende den Lückenschluss zu machen und dann zu Fronleichnam von Knittelfeld weiter bis zumindest nach St. Nikolai im Sölktal zu gehen, 10 Tage war das geplante Zeitfenster groß und auch ein Wanderpartner war „gebucht“.

Und das ist das IST: Christi Himmelfahrt war nix, Schlechtwetter und Gewitter mit Kaltfront war angesagt. Da tu ich mir 1,5 Tage auch nicht an, das wurde also mal verschoben. Vor 2 Wochen dann sagt mir mein Partner für Ende Juni ab – Verletzung und Sportverbot. Ok, dann geh ich halt notfalls alleine. Am vergangenen Freitag beim Anruf auf der Edelrautehütte bestätigt sich aber meine Befürchtung nach 3 Wochen täglichem Wetterkameraschauen – zu viel Schnee, zu gefährlich, es geht nicht.

Nun sitz ich also traurig auf meiner Terrasse, statt Wandern ist morgen also Segeln am Neusiedleesee angesagt – auch schön aber halt nicht das was ich wollte.

Wie geht’s weiter? Keine Ahnung – die Familien-, Urlaubs-, Feiern- und Arbeitsplanung lässt irgendwie nicht viel zu im Sommer 2019 – vielleicht find ich Ende Juli ein Fenster …

Saisonstart 2019 auf den „Wächter“

Im Zuge unseres Betriebsausfluges starte ich die Wandersaison 2019 mit dem Traunstein.

Die Wandersaision 2019 startet wetterbedingt ja etwas verzögert – es liegt ja noch immer massig Schnee auf den Bergen. Doch genau dieser kalte Mai hat mich etwas ungeplant auf den Traunstein geführt, denn der viel zu kalte Traunsee hat mich am Betriebsausflug von Wassersport auf Wandern umbuchen lassen.

Eigentlich hatten wir geplant über den Hernlersteig auf- und den Mairalmsteig abzusteigen, doch die Altschneefelder im oberen Bereich des Hernlersteigs waren unseren Guides zu heikel und so steigen wir auch über den Mairalmsteig auf.

Als erstes bringt man uns mit dem Bus zum sogenannten Kaisertisch, den Einstiegspunkt des Steigs. Das ist wirklich praktisch, denn so ersparen wir uns die rund 1,5h stündige Umgehung des „Stoas“ auf einer laaangen Forststraße. Diese ist leider auch für Radfahrer gesperrt, da die Absturzgefahr zu groß sei.

Um 08:56 gehts dann los und zwar gleich ordentlich steil. Diese Steilheit, für die der Traunstein ja auch bekannt ist, lässt uns auch bis zur Schneide nicht mehr aus und so erreichen wir schon nach wenigen Minuten unsere Betriebstemperatur – sicher auch an der Sonne gelegen, da der Steig eigentlich bis auf ein kurzes Waldstück ganz zu Beginn durch seine südseitige Lage immer in der prallen Sonne liegt.

Zum Steig selber ist nicht viel zu sagen – eigentlich immer steil und im oberen Teil felsdurchsetzt ist er durchaus immer wieder ein wenig ausgesetzt. Der Steig ist aber an allen heiklen Stellen super mit Stahlseilen abgesichert und punktuell gibt es auch einige Steighilfen.

Auf halben Weg sieht man schon den Traunsee – wunderschön, dahinter Ebensee und links hinten der Dachstein.

Nach knapp 2 Stunden erreichen wir die Schneid, von wo wir dann flacher Richtung Gmundner Hütte weitergehen. An der Hütte vorbei erreichen wir nach der Querung einiger Altschneefelder nach 2h 20min um 11:16 den Gipfel. Nach kurzer Gipfelrast steigen wir auf dem Aufstiegsweg wieder ab, kehren dazwischen noch auf der Hütte ein und sind dann um 14:01 wieder am Kaisertisch angelangt, wo wir einen schönen Bergtag auf der Mairalm ausklingen lassen.

Gemeinsam mit unserem Betriebsratsobmann am Gipfel mit recht großem Gipfelkreuz.
Wunderbarer Blick von der Mairalm auf den Gipfel.

Statistik:

  • Strecke: Kaisertisch – Mairalmsteig – Gmundner Hütte – Traunstein; retour am Aufstiegsweg
  • 6,76 km, 985 hm, höchster Punkt Traunstein (1691)
  • Gehzeit netto 3:27, inkl. Pausen 5:05

PS: Wie nahe Freud und Leid am Berg beieinander liegen sehen wir am Gipfel. Während wir uns über den gelungenen Aufstieg freuen und die Aussicht genießen, erreicht ein Bergsteiger den Gipfel, der seinen Schwager nicht mehr findet. Er ist weiter aufgestiegen, um die Bergrettung zu rufen. Kurz darauf sind schon die Hubschrauber zur Stelle und wir beobachten, wie der Mann auf der Hütte in den Hubschrauber steigt. Später im Tal erfahren wir dann von einem Bergretter, dass der Begleiter kurz vor dem Gipfel über 300 abgestürzt und gestorben ist … .

Mein erstes Jahr am Zentralalpenweg

Der Jahreswechsel lädt zu Rückblicken ein und so blicke auch ich auf mein erstes Jahr am Zentralalpenweg zurück.

Beginnen wir mit der Statistik:

  • absolvierte Etappen: 12,5 an 11 Wandertagen
  • gegangene Stunden: 67:17
  • Anstieg: 9.902 hm
  • Abstieg: 9.062 hm
  • Distanz: 303 km
  • Startpunkt: Hainburg an der Donau
  • Endpunkt: Knittelfeld Bahnhof (mit einer kleinen Lücke bei der Teichalm)
  • Wetter: eigentlich immer OK, mit einer Ausnahme eben bei der Teichalm

Nun zur Frage, wie ist es mir gegangen:

Ja, eigentlich sehr gut. Nach schmerzhaften Start hatte ich keine einzige Blase oder ein sonstiges körperliches Problem mehr, ich habe meine Pläne eigentlich immer umsetzen können und kam nie in eine missliche Lage. Gut, im den bisherigen Weg dominierenden Flachland kommt man eher nicht in Bergnot, aber auch dieses hat so seine Tücken und ich habe mich in den alpineren Etappen in Wirklichkeit weit wohler gefühlt.

Was habe ich gelernt:

Gute Frage, eigentlich nix ;). Nein im Ernst – ich habe auf diesen 300km fast ausschließlich Neuland betreten und dementsprechend viel von Österreich kennengelernt – und das ist ja auch eines meiner Hauptziele. Und dann habe ich gelernt, dass ein Gipfel nur ein (wenn auch schöner) Wegpunkt auf einer Strecke ist und eine Wanderung auch ohne Gipfel sehr schön sein kann. Und ich habe gelernt, dass das Weitwandern eine wunderschöne Beschäftigung ist, der ich tagelang nachgehen kann, ohne dass mir fad wird.

Was plane ich für 2019:

Weitergehen, ich möchte ganz klar weitergehen. Mein Ziel für 2019 ist der Lückenschluss im Frühling (1,5 Tage) und dann Anfang/Mitte Juni die langen Tage für die Weiterwanderung. Ziel ist es, es bis Obertauern zu schaffen, dass wäre dann praktisch der Abschluss der Osthälfte des Wegs (weil vom Tappenkarsee geht kein Bus zurück).

Ich habe aber schon jetzt größten Respekt vor der Monsteretappe von der Edelrautehütte auf die Planneralm. Da werd ich wohl trainieren müssen, um die vielen neuen Sommerkilo von 2018 wieder loszuwerden, den die will ich da nicht unbedingt mitnehmen ;(.

Was es sonst noch zu sagen gibt:

Meine Hoffnung ist es, dass meine Zeitplanung statt dem Wochenendwandern mehr Wochenwandern erlaubt. Gerade Richtung Westen werden die Anfahrts- und Zustiegswege immer länger und da zahlen sich 2-3 Tagestouren nicht mehr aus.

Die häufigste Frage, die mir gestellt wurde war: „ist dir da alleine nicht fad?“. Die Antwort lautet nein. Obwohl ich auch gerne in Gruppen unterwegs bin, stört es mich überhaupt nicht alleine zu gehen. Ich kann dann gehen wie ich will und mir alles so einteilen, wie es für mich perfekt ist. Ich sauge dann die Natur in mich auf und genieße die Ruhe. Nur am Abend ist es ein wenig fad, wenn sonst auch nix auf der Hütte los ist. Trotzdem möchte ich auf den nächsten Etappen nach Möglichkeit mit Partner gehen, alleine schon der Sicherheit wegen.

Saisonfinale am Großen Priel

Abschluss der heurigen Wandersaison und zugleich 2. Station unseres „9 summits“ Projektes ist der höchste Oberösterreicher.

Nach unserer Glocknerbesteigung 2017 hat meine Bergsteigerrunde die Idee geboren, wir besteigen die 9 Summits von Österreich – d.h. den höchsten Gipfel in jedem Bundesland. Da gibt es aber bei den Grenzbergen mehrere Interpretationen, welcher Berg wohin gehört- Wir haben uns für die folgende (und wohl auch prominenteste) Variante entschieden:

  • Wien: Hermannkogel (542 m)
  • Burgenland: Geschriebenstein (884 m)
  • Niederösterreich: Klosterwappen (2076 m)
  • Oberösterreich: Gr. Priel (2515 m)
  • Steiermark: Dachstein (2995 m)
  • Vorarlberg. Piz Buin (3312 m)
  • Salzburg: Großvenediger (3662 m)
  • Tirol: Wildspitze (3774 m)
  • Kärnten: Großglockner (3798 m), bestiegen am 04.07.2017

Aufgrund der fortgeschrittenen Jahreszeit (vorher war kein Termin zu finden) planen wir also heuer den großen Priel zu ersteigen und der schöne und warme Oktober erlaubt es uns auch.

Los geht’s dann am Samstag, den 20.10. um 07:30 am Parkplatz Schiederweiher (kostet für 2 Tage inzwischen 7 Euro) in Hinterstoder. Die Wettervorhersage war nicht wirklich klar, von sonnig bis bedeckt ist alles möglich und momentan ist eher Hochnebel angesagt – hoffentlich ist der Nebel oben nicht zu dicht. Beim Start gleich der nächste Rückschlag – Sepp hat sich von seinen Gelenksproblemen anscheinend nicht erholt und gibt gleich bekannt er habe Schmerzen. Na, ob das gut geht ..?

Tapfer marschieren wir jedenfalls los und erreichen nach 2:33 um 10:03 das Prielschutzhaus, welches an der unteren Nebelgrenze liegt. Der Weg hierher ist recht eigenwillig – zuerst eine knappe Stunde ebenen Forststrassenhatscher, dann steht man quasi am Hang und von da weg geht es anhaltend steil rauf zur Hütte. Erst nach dem „Gott sei Dank Bankerl“ wird der Weg etwas angenehmer.

Wir kehren jedenfalls auf eine Suppe ein und nach 30 Minuten geht es wieder weiter – Sepp will es nach langem Hin und Her doch probieren, obwohl er nicht gerade zuversichtlich dreinschaut. Vor der Hütte die Überraschung – der Nebel ist weit nach oben gewandert und es beginnt aufzureißen, vielleicht haben wir ja doch Glück mit dem Wetter.

So geht es noch kurz durch die Latschen und dann anhaltend steil ins Kühkar hinauf, eine recht steinige und eigentlich nicht sehr anregende Wanderung. Der Nebel zieht sich vor uns zurück und kurz vor dem Erreichen der Brotfallscharte sehen wir zum ersten Mal das markante und mit 8 m Höhe riesige rote Gipfelkreuz. Wir können auch einige Klettersteigler im Bert Rinesch Steig ausmachen – generell ist hier einiges los am Priel, insbesondere viele Bergläufer sind unterwegs.

In die Scharte selbst steigen wir nach 2 Stunden ab der Hütte ein, sie ist durchgehend mit einem Drahtseil versichert und eigentlich völlig problemlos zu begehen. Im oberen Teil liegt etwas Neuschnee, der uns aber nicht weiter stört. Vorbei an der anscheinend recht gut genutzten Schutzhöhle (zumindest zeugen Spuren und eine Feuerstelle davon) direkt unterhalb des Ausstiegs erreichen wir diesen um 13:11 – gut 2 1/2 h sind wir nun seit der Hütte unterwegs.

Nun geht es über den typischen Karst eigentlich weglos (der Weg ist hier überall und nirgends) im Bogen Richtung Gipfel und bald schon sehen wir das Kreuz. Inzwischen sind wir über der Wolkengrenze angelangt und haben einen strahlend blauen Himmel über uns. Kurz noch entlang des Grats und durch eine kleine Senke erreichen wir um 13:59 nach 3:11 ab der Hütte den Gipfel.

Um 14:34 starten wir den Abstieg, langsam aber stetig kommen wir voran. Am Gipfel zieht es inzwischen zu und der Wind frischt auf, da haben wir nochmal Glück gehabt. Um 16:59, also nach knapp 2 1/2 erreichen wir die Hütte, wo unsere Frauen bereits auf uns warten (wobei da bin ich mir gar nicht so sicher, ob sie uns schon so erwartet haben) und wir einen wunderschönen Hüttenabend am Prielschutzhaus verbringen.

Am nächsten Morgen schneit es und so warten wir mit dem Abstieg, den wir dann erst um 09:18 beginnen. Da Fritz um 17:00 zu einer Festsitzung anlässlich 100 Jahre Republik Österreich in Wien sein muss, kehren wir nicht mehr im Polsterstüberl ein und treffen um 11:37 wieder am Parkplatz ein, wo die Wandersaison 2018 nun endgültig zu Ende ist.

Lois hat wieder ein „Video“ unserer Tour gemacht – diesmal sogar von Beginn an.

Zusammenfassung:

  • Strecke: Hinterstoder/Schiederweiher – Prielschutzhaus – Brotfallsscharte – Gr. Priel – retour am Aufstiegsweg
  • Auf/Abstieg: 2.003 hm,  Länge 22,9 km.
  • Dauer: Aufstieg 2:33 Hütte, 3:11 Gipfel, Abstieg 2:25 Hütte, 2:19 Parkplatz,
  • Gesamt: 5:44 Aufstieg, 4:34 Abstieg (in Summe 10:18)

 

 

Ötscher via Rauher Kamm und Himmelsleiter

Der einzige echte Berg, den ich von daheim sehe ist der Große Ötscher, den ich gerne als meinen Hausberg bezeichne. Am 5.10. ist es wieder einmal soweit und eine Begehung steht an.

Eine traumhafte Wetterprognose lässt uns schon frühzeitig den Freitag als Wandertag einplanen und so begleiten mich diesmal mit Sepp und Lois gleich 2 Freunde meiner Bergsteigergruppe.

Startpunkt ist wie meistens die Nestelbergsäge, die Idee einmal wieder „vorne“ runter zu gehen haben wir verworfen, denn a) hat der Lift unter der Woche schon zu (was nicht so schlimm ist – gehn wir halt zu Fuß) aber b) hat lt. Website der Ötscherlifte auch die Hütte schon(?) zu – und wegen eines Fotos mit dem Ötscherpenis (der ja inzwischen ein Bär sein soll) ist es mir den Umweg nicht wert.

Um 08:05 geht’s los und der Waldweg hinauf zur Bärenlacke lässt den Puls gleich mal ansteigen. Nach 20 min ist aber die Bärenlacke schon erreicht und die ersten 150 hm geschafft. Hier treffen wir auch auf den Weg von Raneck, dem üblichen Startpunkt der Ötscherrunde.

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Hinweistafel bei unserem Startpunkt.

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Beim Aufstieg zur Bärenlacke erhaschen wir einen ersten Blick auf unser Ziel – links der Rauhe Kamm, rechts der Gipfelaufbau.

Es geht zuerst etwas flacher durch den Laubwald, dann wird der Weg aber steiler und nach gut 1/2 Stunde Wegzeit muss man sich an einem vor kurzem abgeholzten Wegstück entscheiden – links retour in den Hochwald über den Rauhen Kamm oder rechts über die unmarkierte Himmelsleiter. Wir wählen den linken Weg und steigen dann durchgehend steil in Serpentinen den Wald hinauf. Hier ist man permanent mit der Wegsuche beschäftigt und schafft es kaum immer am Weg zu bleiben, was aber auch nicht weiter schlimm ist, denn es führen fast alle Pfade wieder zusammen.

Nach einer guten Stunde verlassen wir den Hochwald und queren weiterhin steil ansteigend einen offenen Jungwald. Um 09:20 treten wir am Grat aus dem Wald – nun beginnt der schönste Teil der Wanderung. 20 min gehen wir durch Latschen zum Rauhen Kamm, dessen erste Zacken wir nördlich umwandern. Kurz davor lockt uns ein Wegweiser in die Südwand zu den Ötscherhöhlen (Taubenloch, Geldloch und Co.), doch wir können gerade noch widerstehen – zu schön ist das Wetter heute. Dieser Weg würde  dann weiter runter zum Jägerherz führen und markiert damit auch den Aufstiegsweg von den Ötschergräben (auch eine wunderschöne Route, aber dann eher als 2 Tagestour).

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Mitten im Wald …

Am Rauhen Kamm sind die Bedingungen heute perfekt und der Stein trocken. Bei Nässe und Nebel kann dieser Teil sehr tückisch sein und einige Gedenktafeln am Weg erzählen ein paar schicksalshafte Geschichten von den alpinen Gefahren. Wir kommen aber gut voran und nach der Schlüsselstelle am letzten Aufschwung erreichen wir um 10:25 den Herrensitz, von dem wir flach über das Hochplateau zum Gipfel wandern, den wir inklusive einer Schneeballschlacht mit dem ersten Schnee der neuen Saison, um 10:47 erreichen.

Die Aussicht ist heute atemberaubend und wir haben klare Sicht über den gesamten Alpenbogen vom Traunstein im Nordwesten über den angezuckerten Großen Priel und das Warscheneck, im Hintergrund der Dachsteingletscher, die Schladminger Tauern und die Haller Mauern und natürlich zum Greifen nahe das Xeis und der Hochschab und weiter über die Eisenerzer und die Veitsch bis raus zum Schneeberg. Zum 2. mal sehe ich heute auch den 3254 m hohen Hocharn, mit rund 190 km Entfernung der höchste und am weitest entfernte Berg.

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Das obligatorische Gipfelfoto – man beachte den wolkenverhangenen Himmel im Hintergrund.

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Trauhafte Fernsicht – hier mit Blick Richtung meiner letzten Zentralalpenwanderung – der Gleinalpe (die man aber hinter der Hochschwab nicht sieht).

Wir können uns kaum satt sehen und brechen nach über einer Stunde Pause um 11:46 wieder auf. Zuerst geht es über den Aufstiegsweg bis kurz vor dem Vorgipfel und nach einer Doline biegen wir links weglos ab und erreichen den mit einem Steinmann markierten kleinen Nebengipfel mit dem Namen Taubenstein – den Einstieg in die  Himmelsleiter. Die ersten Meter weglos und kompromisslos steil geht es hier neben der Nordwand runter und es ist wie immer eine Rutschpartie und nicht ganz ungefährlich, ist man doch anfangs trotz Laschen im Absturzgelände unterwegs.

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Die Nordwand von der Himmelsleiter aus.

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Es schaut nicht nur so aus – es ist hier wirklich sehr steil.

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Die schnellsten 20 hm im Abstieg ..!

Nach rund einer 3/4 h ist aber das Schlimmste geschafft und nach einem kleinen Geröllfeld biegen wir links in einen Wald ein, wo man zuerst entlang der Abbruchkante zum Boden der Nordwand („In der Pfann“) entlang wandert und dann direkt in ein Geröllfeld absteigt. Ab hier geht es unschwer und deutlich flacher querend zur Abzweigung auf den Normalweg, die wir um 13:07 erreichen. Der restliche Abstieg entspricht den Aufstiegsweg und so erreichen wir um 13:28 das Auto.

Also Bonus hat Lois auch noch ein „Video“ unserer Tour gemacht (leider mangels Netz nicht vom Beginn an), vielen Dank dafür!

Abschließend noch ein Hinweis: für die wohlverdiente Stärkung empfehlen wir die Schindlhütte, die direkt am Rückweg Richtung Gaming bzw. Kienberg liegt.

Zusammenfassung:

  • Strecke: Nestelbergsäge (759) – Bärenlacke (948) – Rauher Kamm – Vorgipfel (1820) – Großer Ötscher (1893) – Taubenstein (1848) – Himmelsleiter – Bärenlacke – Nestelbergsäge.
  • Auf/Abstieg: 1.110 hm,  Länge 9,12 km.
  • Dauer: Start – Einstieg Kamm 1:34, Aufstieg gesamt 2:38, Abstieg 1:42.
  • Gesamt: 4:20 brutto ohne nennenswerte Pausen (Mittagspause abgezogen)

 

 

Tag 11: Hochanger Schutzhaus – Mixnitz

Tag 3 unserer Gleinalmüberschreitung sollte eigentlich ein gemütlicher Abstieg vom Schutzhaus zum Bahnhof Mixnitz sein.

Gestern habe ich zum ersten Mal Mitwanderer vom Zentralalpenweg getroffen – in der Früh auf der Gleinalmhütte ein Geschwisterpaar aus Knittelfeld und am Abend Sepp aus Gresten, der die Ruhephase der Altersteilzeit genießt. Sepp ist voriges Jahr im Oktober von Hainburg bis Mixnitz gegangen und gestern abend von Mixnix aufgestiegen. Konkretes Ziel hat er noch keines – solange das Wetter halt passt – lieber Sepp, ich wünsch dir alles Gute auf deinem Weiterweg, vielleicht treffen wir uns ja mal wieder.

Unser heutiges Ziel ist entspannt – Abstieg nach Mixnitz ist angesagt. Keine Höhenmeter, alles bergab und knapp 20 km – also auch nicht besonders weit. So genießen wir gemütlich und entspannt unser Frühstück und starten um 08:36 von der Hütte. Erst Station ist das Kreuz vom Hochanger, das wir gestern nicht mehr besucht haben.

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Am Hochanger gleich neben der Hütte. Der letzte Gipfel unserer Tour.

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Rückblick auf die Hütte, die gerade generalsaniert wird.

Nachdem wir den Weg vom Eisenpass kennen, erlauben wir uns eine kleine Kurskorrektur und wählen direkt vom Gipfel weg einen Steig hinunter Richtung Zlattengraben. Dadurch wollen wir auch ein paar Meter sparen, denn Sepps linker Fuß ist gerötet und leicht entzündet – er hat Schmerzen, maschiert aber tapfer los.

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Die letzte Fernsicht – unten im Tal befindet sich Bruck an der Mur.

Ohne besondere Highlights geht es zuerst steil runter durch den Wald und anschließend lange den Graben entlang des Zlattebachs hinaus, bis wir nach 3 Tagen Berge Zlatten erreichen und um 10:40 den Kanal überschreiten. Eigentlich geht es nun weiter nach Kirchdorf, doch in Zlatten gibt es anscheinend kein Gasthaus und damit auch keine Stempelstelle mehr, das Gasthaus in Kirchdorf hat heute Montag Ruhetag und so zielen wir das GH Ritchie in Pernegg an. Wir lassen daher Kirchdorf rechts liegen, bleiben östlich vom Ausleitungskanal und überschreiten auf einer Fußgängerbrücke beim Murfeld nach dem Kraftwerk (darum der Kanal) die Mur, wo wir nach rund 200 m um 11:11 das Gasthaus erreichen.

Der Fahrplan verrät uns, dass um 12:39 ein Zug in Mixnitz hält, das ist für die 4 km dann doch etwas knapp, vorallem, weil Sepps Fußschmerzen nicht besser, sondern eher schlechter geworden sind. Meinen Vorschlag, am Bahnhof Pernegg zu warten und ich gehe alleine weiter, lehnt er aber ab. So machen wir gemütlich Rast und brechen um 12:05 auf – Ziel ist es, den Zug um 13:39 zu erreichen.

Nach 50 m Gehzeit gibt Sepp aber auf – die Schmerzen sind zu groß, er kann den Fuß nicht mehr heben. Ich habe vollstes Verständnis und erinnere mich nur zu gut an meine Tortur am Tag 3 von Großhöflein bis Wiesen. So begleitet er mich bis zur Kirche (die ist innen eine Wucht!), geht dann zurück zum Bahnhof Pernegg und ich gehe alleine weiter nach Mixnitz, wo ich um 13:01 am Bahnhof eintreffe und meine Gleinalmüberschreitung erfolgreich abschließe. Den abschließenden Stempel hole ich mir vis a vis im Cafe Regina.

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Am Ziel angekommen – Bahnhof Mixnitz Bärenschützklamm.

76,4 km und 3.454 hm im Aufstieg haben wir geschafft, das Wetter war perfekt (am 2. und 3. Tag fast ein wenig zu warm, aber das ist Jammern auf höchstem Niveau) und es war ein wunderbarer Abschluss für heuer. Ob ich den 1,5-tägigen Lückenschluss (ab heute fährt ja wieder der Bus auf die Schanz) noch heuer mache oder einfach als Frühlingstour 2019 die Wartezeit auf den Weiterweg Richtung meines 2019er Ziels Obertauern verkürze, entscheide ich noch in den nächsten Wochen.

Statistik Tag 11:

  • Wegstrecke: 15,7 km
  • Zeit 4:19 (aktiv 3:12)
  • Höhenmeter: 79 auf/938 ab

Tag 10: Gleinalm Schutzhaus – Hochanger Schutzhaus

Am Tag 2 überschritten wir nun die Gleinalpe – ein langer und anstrengender Tag wartet auf uns.

Eine überraschend angenehme Nacht mit halbwegs viel Schlaf geht um 6 Uhr zu Ende – heute steht die Überschreitung der Gleinalpe an und bei angegebenen 10 1/2 Stunden reine Gehzeit wollen wir um 7 losmaschieren.

Die Hüttenwirtin ist schon wach und nach einem guten Frühstück starten wir um 7:11 fast pünktlich unseren Wandertag.

Gleich am Anfang geht es zur Sache – der Aufstieg auf den Speikkogel hat es in sich. Nur knapp 1,5 km Strecke – aber 400 hm und so erreichen wir um 08:02 den Gipfel, der sich bis kurz vor unserem Eintreffen in Nebel verhüllt hat. Der Wind bläst uns kalt um die Ohren und so machen wir das obligatorische Gipfelselfie und stapfen gleich weiter – Gipfelfotos werden wir heute ja eh noch ein paar machen. Für die Statistik: Der Speikkogel ist mit 1988 m nicht nur der höchste Punkt heute, sondern auch der höchste Punkt am Zentralalpenweg von Hainburg bis Knittelfeld und ist passend zum bisherigen Wegverlauf ein reiner Wanderberg ohne jegliche technische Herausforderungen. Macht aber nix, ist trotzdem genauso schön.

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Ein letzter Rückblick – das Gleimalm Schutzhaus versteckt sich aber in den Wolken.
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Der Speikkogel ist erreicht, der kalte Wind treibt uns aber gleich weiter.
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Ein herrliches Panorama – das Murtal ist noch im Nebel versteckt.

Über wunderbar knieschonende weiche Matten steigen wir ein wenig ab, am Gegenhang wieder auf und stehen bereits um 08:45 am Lärchkogel (1894)- Gipfel #2. Der Speikkogel ist inzwischen wieder im Nebel verschwunden, doch am Lärchkogel herrscht bereits Windstille und wolkenloser Himmel. Inzwischen wissen wir auch den Trick der heutigen Wegsuche – man bleibe immer am höchsten Punkt … .

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Recht ausgesetzt ist der Grat auf der Überschreitung heute nicht.
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Gipfel 2 ist heute der Lärchkogel.
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Wir brauchen weder das Windgeschütze Bankerl noch den kleinen Notraum – doch bei Wind und Wetter sieht die Sache hier heroben sicherlich ganz anders aus.

Nun geht es runter auf den Kreuzsattel (1583), wo uns zum ersten Mal heute Wanderer entgegenkommen, die vom nördlich liegenden Weitertal heraufkommen. Sie erklären uns auch gleich das wunderschöne Bergpanorama, welches sich uns im Laufe des Tages vom Dachstein übers Xeis und den Hochschwab bis hin zum Schneeberg eröffnet. Wir wandern aber über die breiten Rücken wieder weiter und steigen zum Eiblkogel (Gipfel #3) auf 1831 m auf. 8 km und 3 Stunden sind wir inzwischen gewandert – Zeit für eine erste Pause.

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Hier entlang gehts zum Eiblkogel.
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Berg heil! Zwar nicht am höchsten Punkt (das war uns um 8 dann doch zu früh gewesen) erfreuen wir uns am Eiblkogel am schönen Wandertag.
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Blick Richtung Norden.
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Und Richtung Westen. Wer erkennt den weiteren Weg?

Weiter geht es wiedereinmal runter – diesmal etwas weiter runter zum Polstersattel, wo wir das letzte Stück sogar in den Wald kommen. Doch am Gegenhang ist der Rücken wiederum Waldfrei, wir erklimmen den kreuzlosen Polsterkogel (#4), steigen kurz ab, dann wieder auf und am Schluß sogar kurz steil auf die Fensteralm (#5, 1642m). Knapp 13,5 km sind es bis hierher und das ist noch nicht einmal die Hälfte – es zieht sich trotz der wunderschönen Aussicht gerade gewaltig. Das schönste Stück des Weges geht aber hier zu Ende, wir gehen wieder in den Wald Richtung zum langen Abstieg Richtung Almwirt.

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Von oben betrachtet steht Sepp gerade mitten auf der A9. Man kennt doch, dass heute Sonntag ist – es ist nix los und wir können gefahrlos queren ;).
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Auf der Fensteralm.

Nach gut 1 km Wegstrecke biegt der Weg scharf links ab und endet aprupt in einer neu gebauten Forststraße, der wir gezwungen sind zu folgen, der Weg ist nicht mehr da. Den Pöllaukogel rechts liege lassend wandern wir bis zu einer Wegkreuzung, wo der Wanderweg früher geradeaus über das Wurzegg verlaufen ist, inzwischen aber westlich davon am Forstweg entlang führt. Wir probieren kurz den alten Weg, geben nach ein paar Metern wieder auf und gehen notgedrungen auf der Forststraße.

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Schade. Der Weg wäre uns lieber gewesen.

Bald aber führt der Weg links den steilen Rücken runter zum Pöllausattel, wo der Weg neuerlich auf die Forsttraße umgeleitet wird und wir dieser bis zur ersten Wasserstelle – den Gössbach – folgen. Den alten Weg finden wir dann links im Wald, die Brücke über den Bach ist aber nicht mehr passierbar. Bei einer Gabelung in der Höhe eines kleinen Teichs folgen wir aber nicht dem Weg, sondern wandern am Bach entlang durch den Almboden bis zum Almwirt – viel schöner ist es hier, wenn auch etwas feucht.

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Der Gössbach – erste Wasserstelle seit dem Start.
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Da kommt uns das Klettersteigtraining zu Gute – Bachquerung kurz vorm Almwirt.

Beim Almwirt treffen wir um 13:32 ein und machen eine kurze Pause, ehe wir uns 13:42 zum langen Anstieg zur Hochalm aufmachen. Zuerst auf der durchaus steilen Forststraße versäumen wir die Abzweigung und gehen am Rücken den Forstweg weiter. Bald aber bemerken wir unseren Fehler und wechseln auf den Weg, der uns durch den Wald bis hinauf zur Hochalm auf 1570 m führt, welche wir um 14:50 erreichen. Wir sind gut in der Zeit und so machen wir noch eine ausgedehnte Pause. Leider ist der „Kühlschrank“ leer – wir finden nur mehr abgelöste Etiketten. Es sind auch nirgends mehr Kühe zu sehen, ich nehme an durch die in ein paar Tagen beginnende Jagdsperre hat der Almabtrieb bereits stattgefunden.

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Blick Richtung Süden von der Hochalm – leider ohne Kühe und ohne Getränke im Naturkühlschrank.

Von der Hochalm geht es um 15:04 weiter am Forstweg bis auf Gipfel #6, den Herrenkogel. Danach wieder rein in den Wald und runter zu den drei Pfarren, die völlig überraschend einen kurzen Anstieg für uns vorbereitet haben und als #7 um 16:03 bezwungen sind. Hier geht mir auch mein 3l Wasservorrat aus, da ich weder im Gössbach noch bei der Hochalm nachgefüllt habe, da ich irrtümlich der Meinung war, mein Vorrat leicht locker aus. Ist aber eh kein Problem, wir haben ja nicht mehr weit.

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#6 – der Herrenkogel ist der letzte echte Gipfel heute.
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#7 und der letzte Gipfel von heute ist dann ein nicht erkennbarer Gipfel namens „Zu den drei Pfarren“ – warum auch immer der so heißt.

So geht es in der Direttissima runter zum Eisenpass und dann über einen einfachen, aber nach 28 km laaaangem und leicht ansteigendem Weg rauf zum Hochangerschutzhaus, welches wir müde und erleichtert um 17:07 erreichen. Knapp 10h waren wir heute unterwegs und wir sind froh auf der Hütte zu sein, denn Sepp hatte die letzten 2 Stunden schon ein wenig über Probleme im linken Huf gejammert.

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Eine Gerade steil nach unten.
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Ein wirklich origineller Wegweiter mit Dach.

Statistik Tag 10:

  • Wegstrecke: 30,7 km
  • Zeit 9:55 (aktiv 8:43)
  • Höhenmeter: 1.679 auf/1.968ab
  • Lagerkosten: 18 Euro

Tag 9: Knittelfeld – Gleinalm Schutzhaus

Heute starten wir die 3-tägige Gleinalmüberschreitung – allerdings seitenverkehrt von West nach Ost.

Nach einer 2 monatigen Pause geht es nun endlich weiter am Zentralalpenweg und diesmal ist die Gleinalmüberschreitung dran. Das Stück von „Auf der Schanz“ nach Mixnitz muss ich ein andermal nachholen, aber sind nur 3 Tage Zeit und am 15.09. beginnt die Jagdsperre – die Zeit drängt also.

Nach der Anreise mit dem Auto (der Zug war uns zu riskant, da nur 5 min Zeit zum Umsteigen in Meidling) starten wir um 08:58 am Bahnhof Knittelfeld, also eigentlich am Zielpunkt unserer Tour. Das hat den einfachen Grund, dass am Montag, den 10.09. ein Kind des Pächters auf der Gleinalm Schulbeginn im Gymnasium hat und die ganze Familie will da dabei sein – ergo keine Gäste von SO auf MO. Also haben wir die Tour einfach umgedreht. Das „Wir“ ist mein Bergkamerad Sepp, der mich erstmals (und ich hoffe nicht zum letzten Mal) auf meiner Reise durch Österreich begleitet.

Zuerst geht es eine 1/2 h flach durch Knittelfeld, bis wir auf eine erste Markierung stoßen und der Aufstieg durch den Wald beginnt. Durchaus steil bis zum Sattelbauer, dann flach und zuletzt wieder steil erreichen wir nach knapp 2 Stunden auch schon den ersten Gipfel, die Steinplan und die dazugehörige Hütte, wo wir auch eine Pause einlegen.

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Ein „Hütten“garten gleich am Start des Aufstiegs nach der Durchwanderung von Knittelfeld.

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Haben wir hier das Knittelfelder Hochzeitsplatzerl gefunden? Zahlreiche Herzen mit Namen und Datum lassen darauf schließen – wirklich romantisch hier!

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Letzter Rückblick auf Knittelfeld nach einer guten Stunde Gehzeit.

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Die Steinplanhütte auf dem Hausberg der Knittelfelder (der Steinplan) ist erreicht, die ersten 1.000 hm damit auch überwunden.

Weiter geht es erst bergab und dann eher flach querend bis wir nach kurzer Strecke nach der Tuneralm auf den 05er treffen, der uns ein Stück begleiten wird. Meine anfängliche Sorge, dass die Markierung in die Gegenrichtung nicht ausreichend ist, verfliegt rasch – bis auf die erste Abzweigung und etwas Verwirrung im Wegenetz der Heidelbeerpfücker gleich nach der Hütte ist alles ausreichend und gut markiert. So geht es über das Stierkreuz (mit riesigem Warnschild) und danach auf einer Forststraße runter in den Oskar Schauer Sattel und dem dazugehörendem Sattelhaus, welches zu unserer Freude am Wochenende auch bewirtschaftet ist – Pause #2.

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Hier trennen (in unserem Fall treffen) sich 05er (links) und 02er (rechts).

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Das Stierkreuz (wenigstens ein Kreuz – nicht so einfach nichts wie am Walserkreuz) markiert die Abzweigung Richtung Oskar Schauer Sattel.

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Diese Tafel gibt Kraft – Was wohl auf der grünen Tafel oben stand?

Nach dem Sattel geht es wiederum auf einem Forstweg leicht ansteigend bis zur Terenbachhütte. Hier biegen wir scharf links in die Almwiese ein und steigen zuerst steil empor zu einer Anhöhe, von der wir zum nächsten Ziel – der Zeißmannhütte flach queren. Ab der Anhöhe sehen wir auch schon den Weiterweg und auch die letzte große Hürde – einen ebenfalls recht knackigen Anstieg Richtung Roßbachhöhe.

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Am Ende des steilen Aufstieg nach der Terenbachalm.

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Also da jetzt rüber, dann das steile Stück zwischen den Wandflächen rauf, dann rüber und weiter und dann da hinten irgendwo ist unser heutiges Ziel – oder so …

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Ein Rastplatz mit Gedenkwert.

Ein kleines Schild mit der Aufschrift „Bergmarathon km 13“ lässt uns kurz ehrfürchtig erstarren, bevor wir uns dann den Roßbachkogel ersparen und diesen umgehen (ist auch die offizielle Wegführung). Nach einer kurzen Wanderung entlang des Rückens und einem kurzen letzten Aufstieg biegen wir links in den Graben ab und erreichen um 17:40 nach 7:18 reiner Gehzeit das Gleinalm Schutzhaus.

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Der höchste Punkt heute ist kein Gipfel (den haben wir uns ja gespart) – das hält uns von einer kurzen Jägermeisterpause nicht ab!

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Wunderschöner Blick nach Süden auf der Höhe des Roßbachkogels.

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Hütte in Sicht!

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Kirche mit Liegestuhl – das gibt es auch nur in den Bergen!

Nach dem Auffüllen unserer Energiespeicher und einem gemütlichen Abend auf der wirklich sehr gastfreundlichen Hütte beziehen wir um 22:00 unser Lager. Morgen wartet ja ein langer Tag auf uns – hoffentlich sind wir es heute nicht zu flott angegangen … .

Statistik Tag 9:

  • Wegstrecke: 29,9 km
  • Zeit 8:42 (aktiv 7:18)
  • Höhenmeter: 1.696 auf/729 ab
  • Lagerkosten: 18 Euro

Klettersteig Drachenwand

Der Drachenwand KS (C/D, Variante C) ist ein Klassiker und perfekt für eine „Zwischendurchtour“, wenn man mal nicht so viel Zeit hat.

In den letzten Jahren hatte ich nur wenige bis gar keine Klettersteige begangen, andere Ziele waren wichtiger. Umso mehr freute ich mich, wieder einmal die Drachenwand begehen zu dürfen (zur Topo), heute begleitet mich mein treuer Bergkamerad Sepp.

Gleich vorweg: Die Drachenwand  gefällt nicht nur mir sehr gut, sondern auch vielen anderen Klettersteigfreunden. Der kurze Zustieg, der landschaftlich wunderschöne Steig mit traumhaftem Ausblick und die gute Erreichbarkeit sind einfach ein super Mix. Das wissen auch die Bauern und nutzen die begrenzten Parkmöglichkeiten zu einem kleinen Nebenerwerb in Form von 2 Euro Parkgebühr. Saß der Besitzer vor ein paar Jahren bei meiner letzten Begehung noch persönlich da, hat er nun auf einen „Parkautomaten“ umgestellt – man nimmt sich eine Holztafel mit Nummer, wirft 2 Euro in den Schlitz und kann sich beruhigt in die Wiese stellen. Sehr originelle Idee.

So starten wir um 07:50 bei weitem nicht mehr alleine, es sind sicher schon 25 Autos vor uns. Nach knapp 20 min erreichen wir auch schon den Anseilplatz, um 8:15 geht’s dann los. Gleich zu Beginn bei den Leitern müssen wir schon warten, eine 4-er Gruppe ist vor uns und recht langsam unterwegs, es dürfte eine Einsteigerin mit dabei sein.

Hier eine persönliche Anmerkung: Der Drachenwand KS wird auch gerne an Einsteigertour bezeichnet. Ich persönlich finde das absolut nicht und empfehle den Steig erst nach Begehung einiger einfacherer Routen. Ich hatte bereits mehrmals das Vergnügen hinter einer Gruppe mit Anfängern nachzusteigen und ich hatte nicht das Gefühl, dass sie sich wohl fühlen oder gar Spaß empfinden, eher im Gegenteil – schade drum.

Nach einigen Sektionen lässt uns die Gruppe aber überholen und wir haben das Glück nun für längere Zeit niemanden vor uns zu haben. So steigen wir weiter und stoßen bei einer Plattenquerung (Sektion 11) auf eine weitere Gruppe. Die biegen dann aber in den leichten Teil mit der Brücke ab und so überholen wir sie auch. Die hier folgende Schlüsselstelle bedarf auch einiger Armkraft, es ist generell das Gestein recht brüchig – Vorsicht ist geboten, wenn man sich nicht am Seil anhalten will.

Oben am Grat überholen wir noch eine dritte Gruppe und so kommen wir nach 1 3/4 h um 9:58 am Gipfelkreuz bei Hitze an – gut, dass wir schon da sind. Um 10:20 starten wir dann den Abstieg und treffen um 11:37 im GH Drachenwand zur Nachbesprechung ein.

Die Drachenwand ist für mich ein gutes Beispiel, dass ein Berg erst wieder im Tal bezwungen ist – der Abstieg hat es wirklich in sich. Besondern nach dem Gegenanstieg – der „Rache des Drachens“ ist der Steig extrem steil und man befindet sich in einem Absturzgelände. Hier ist große Vorsicht geboten – die Steigerhalter haben inzwischen viele Sicherungen und Leitern installiert.

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Der Steig vom Abstieg aus. Bei genauer Betrachtung erkennt man die vielen Kletterer – der Steig ist de facto „voll“ – lange Wartezeiten vorprogrammiert.

Zusammenfassung:

Wunderschöner und auch durchaus fordernder Klettersteig, der perfekt erreichbar ist und landschaftlich sicherlich zu den schönsten Steigen in Österreich gehört. Der Abstieg ist sehr heikel und bedarf vor allem bei Nässe großer Vorsicht. Die angegebenen 2 h für den Durchstieg sollten mit entsprechender Reserve kalkuliert werden, denn der Steig ist sehr gut besucht und man muss mit Wartezeiten rechnen.

Statistik:

  • Zu- und Abstieg: 20/\80 min
  • Steigzeit: 1:45 h
  • Anstieg Steig: 430 hm, gesamt 660 hm

4-Gipfelwanderung hoch über Pettneu (25.07.2018)

Im Sommerurlaub 2018 nutze ich die Gelegenheit um ein paar Gipfel der Lechtaler von Pettneu am Arlberg aus zu erkunden.

Pettneu am Arlberg liegt wunderschön eingebettet zwischen dem Hohen Riffler (Verwallgruppe) im Süden und den Lechtaler Alpen im Norden. Ich kenne diese Berge nur im Winter und da sind sie für mich unerreichbar – so nutze ich diesmal die sich bietende Gelegenheit im Sommer zu einer Gipfeltour in den Lechtalern.

Die Wetterprognose ist günstig und so starte ich um 06:02 von meinem Quartier aus Richtung Kaiserjochhaus. Es gibt mehrere Möglichkeiten, die kürzere ist jene über den Hundskopf, die ich auch wähle. Schöner und schattiger wäre es lt. den Einheimischen aber über den weiter rechts verlaufenden Stöcklweg.

Der Weg ist schon vom Anfang an steil, aber nach rund einer 3/4 h quere ich kurz eine Almwiese und dann wird es richtig steil. Eine schmale Grasrinne führt mich kompromisslos und auch nicht wirklich motivierend im Zick-Zack nach oben und ich bin wirklich froh, dass es noch so früh ist. Bald aber erreiche ich dann eine Almwiese und kann nach einem Aufschwung nach einer weiteren Stunde Gehzeit erstmalig das Kaiserjochhaus sehen.

Doch ich lasse die Hütte links liegen und gehe gleich weiter zum ersten Ziel – dem Malatschkopf, den ich nach einer kurzen Kletterei (es gibt auch eine Kette zum Anhalten) um 8:15 erreiche – knapp 1.100 hm gab es bis hier zu überwinden, es werden heute noch einige weitere folgen.

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Nach dem Verlassen von Pettneu zeigen sich schon die ersten beiden Ziele – der Malatschkopf  in der Mitte und rechts davon der Grieskopf.

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Durch diese Grasrinne geht es steil bergauf.

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An oberen Ende der Rinne eröffnet sich ein wunderschöner Blick auf den Malatschkopf.

Nach einer kurzen Müsliriegelpause garniert mit Hubschrauberversorgungsflugshow gehe ich gleich weiter zum Gipfel vis-a-vis, den 2581m hohen Grießkopf. Der ist zwar technisch einfach (nur am Einstieg eine winzige und einfache Kletterpassage), doch ziemlich zach. Knapp vor dem Gipfel sehe ich erstmals das Kreuz – und das ist doch noch ganz schön weit weg. Aber schließlich erreiche ich um 08:57 dann doch den höchsten Pumkt meiner heutigen Tour und werde mit herrlichen Ausblicken in die Lechtaler Alpen belohnt.

15 Minuten Foto- und Müsliriegelpause gönn ich mir, denn ich stehe jetzt bei rund 1.400 hm im Aufstieg, eigentlich reicht das ja schon. Doch ich habe noch mehr vor und steige ab zum Kaiserjochhaus, wo ich ebenfalls kurz Einkehr halte – irgendwie mache ich heute ziemlich viele Pausen. Um 9:59 geht es dann aber wieder weiter auf dem Höhenweg Richtung Leutkirchner Hütte, der gleichzeitig auch Teilstück von Nordalpen- und Adlerweg ist.

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Der Malatschkopf vom Grieskopf aus gesehen. Rechts kann man den Weg erkennen, der dann am Grat entlang und zuletzt in leichter Kletterei auf den Gipfel führt.

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Am Grieskopf mit Blick in die Lechtaler Alpen.

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Rückblick auf das Kaiserjochhaus und den Grieskopf.

Bald erreiche ich die Schindlescharte (2455) und bezwinge gleich mal den unmittelbar daneben liegenden Schindlekopf (2471) in einer weglosen aber unschwierigen Kletterei. Nach der obligatorischen Fotopause ein kurzer Uhrencheck und ich gehe ebenfalls weglos rauf zum Bergleskopf (2577), der steiler ist, als er aussieht und der nicht vorhandene Weg macht es auch nicht leichter. Wie dem auch sei, um 11:08 bin ich wieder retour auf der Scharte und habe einen Feind mehr – ein einsames Schaf, welches ich ungewollt vom Kopf bis zur Scharte runtergetrieben habe.

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Blick vom Schindlekopf auf den Bergelskopf. Im Vordergrund sieht man den Weg, links die 2455m hoch gelegene Schindlescharte.

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Auf der Schindlescharte zwischen Kaiserjochhaus und Leutkircher Hütte. Links unten sieht man St. Anton, der Berg rechts ist der Hirschpleiskopf.

Nun aber entlang des Wegs weiter, bis ich kurz nach 11:30 an eine Weggabelung komme – entweder gleich zur Hütte oder nach rechts rauf um weitere 2 Gipfel zu erschließen. Ich bin zwar schon etwas müde in den Beinen, entschließe mich aber trotzdem für den Gipfelweg. Nach 20min Aufstieg bin ich auf knapp über 2.500 m und zum Stanskogel sind es nochmal 250hm – also eine 3/4 hin und retour. Der Blick auf die Uhr zeigt mir 1.900 hm im Aufstieg an, das ergibt dann am Weiterweg liegenden mit dem Hirschpleiskopf 2.200 hm gesamt. Ob der Hitze und dem mir nicht bekannten Abstieg nach St. Anton und dem für 16:00 geplanten Bogenschießen mit der Familie ist mir das dann doch zu viel und ich lass die beiden Gipfel sein (der Hirschpleiskopf ist eh nur ein fader Grasrücken) und steige direkt zur Leutkircher Hütte ab, die ich um 12:27 auch erreiche.

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Die Leutkircher Hütte ist erreicht.

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Blick von der Leutkircher Hütte Richtung Südwesten in die Verwallgruppe. Der spitzer Berg rechts über St. Anton ist der Patteriol.

Nach einer Stunde Pause und einer guten Suppe starte ich den Abstieg Richtung Putzenalpe, die ich dann aber links liegen lasse . Nach einem schönen Abstieg weiß ich nun, wo das St. Antoner Wasser herkommt und ich am Ende auf einer Forststraße entlang Nasserein erreiche. Von dort  geht es durch den Ort entlang der alten Bahnline und vorbei am Golfplatz zum Zielpunkt, dem Bad von St. Anton, welches ich um 15:13 erreiche.

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Dieser einsame Felsen stemmt sich tapfer gegen die Wassermassen.

Zusammenfassung:

Eine anfangs konditionell anspruchsvolle und nicht sehr einladende Wanderung, die sich oben zu einer wunderschönen Höhenwanderung mit traumhaftem Ausblick entwickelt. Die vielen Gipfel am Weg ermöglichen eine sehr individuelle und auch flexible Planung je nach Wetter und Kondition, die beiden Hütten bieten auch entsprechende Einkehrmöglichkeit. Der Abstieg nach St. Anton ist abgesehen vom letzten Stück recht ansprechend, alternativ kann man auch über die Putzenalpe (Einkehr) absteigen.

Die Tour ist exponiert und im Anstieg südseitig – bitte unbedingt auf ausreichend Getränke und Sonnenschutz achten, es empfiehlt sich im Sommer jedenfalls ein zeitiger Aufbruch.

Statistik:

  • 19,2 km, 1.916 hm auf/1.859 hm ab
  • 4 Gipfel, höchster Punkt Grießkopf (2581)
  • Gehzeit netto 6:47, inkl. Pausen 9:10