Tag 17: Edelrautehütte – Schwabergalm

Groß ist mein Respekt vor der heutigen Etappe, obwohl ich sie aufgrund der Wetterprognose gekürzt habe.

Eigentlich wollte ich heute die lange Version bis zur Planneralm probieren. Doch die unsichere Wetterprognose (es sind am Nachmittag Gewitter angesagt) lässt mich eine Sicherheitsvariante wählen und ich gehe nur bis zur Schwabergalm – mit 8 bis 10 Stunden Gehzeit eh genug für einen Tag.

So beginnt der Tag um 4:45 nach einer angenehmen Nacht, da mich die Hüttenwirtin Doris noch aus dem Lager in ein Zimmer umgelegt hat, damit ich ja gut schlafen kann. Um 05:33 gehe ich dann auch los, nachdem ich das vorbereitete Thermofrühstück ganz alleine eingenommen habe.

Ein paar Meter runter zum Parkplatz, dann biege ich links ein und schon geht es knackig los. So bleibt es auch und pünktlich um 06:30 stehe ich nach 1 Stunde Gehzeit am Großen Hengst.

Weiter geht es leicht bergab und gemütlich Richtung Bösenstein, bis sich dann nach rund 1/2 h der Weg wieder aufsteilt. Dann seh ich überraschend das Gipfelkreuz – so früh hätte ich den Gipfel noch nicht erwartet – doch schnell wird mir klar, ist eh nur ein Wegweiser. Macht nix und nach 2:02 bin ich um 07:35 auf meinen 2. 2000er heute – den kleinen Bösenstein (der gar kein Gipfelkreuz hat) – wo ich mir eine erste kurze Pause von 10 min gönne. Man hätte alternativ auch über den Großen Bösenstein gehen können und ich bin nicht sicher, ob das nicht sogar schneller gehen würde. Aber ich war dort als Kind schon beim Ministrantenausflug oben.

Höchster Punkt am 02er bis jetzt – der Kleine Bösenstein (2.395)- mit Steinmanderl aber ohne Kreuz – das ist dem großen Bruder nebenan vorbehalten.

Nun geht es steil bergab runter zum Perwurzpolster und meine mühsam erarbeiteten hm sind fast allesamt dahin. Und so geht es gleich wieder – gut markiert aber eher weglos – über die steile Wiese rauf Richtung Zinkenkogel. Der Perwurzgupf wird dabei rechts umgangen.

Um 09:35 bin ich oben am Gipfel – diesmal mit Kreuz und ich mache eine Jausen- und Fotopause von 20 min, denn a) bin ich ganz gut in der Zeit und b) schaut das Wetter noch recht stabil aus – es bauen sich keine Gewitter in der Nähe auf. Vom Zinkenkogel aus sehe ich auch erstmals den Weiterweg zum Hochschwung rüber und auch den steilen Anstieg über die Geierkögel.

Am Zinkenkogel ist das Wetter ganz passabel und die Fernsicht auch.

Um 09:55 geht’s gestärkt weiter, zuerst mal runter zum Reiterecksattel (der als solches so nicht wirklich erkennbar ist) und die Römerstraße, die ich auch nur erahnen kann. Ich maschiere aber gleich weiter und überwinde den kleinen Geierkogel – kein Problem der Gupf. Doch auf den großen Geierkogel hinauf schaut die Welt schon anders aus – der ist wirklich steil. An den schwierigen Stellen wurden Seile montiert, was die Sache technisch natürlich deutlich entschärft. Völlig überraschend treffe ich hier einen Wanderer – der sich als Einheimischer herausstellt, der den Weg gerade frisch markiert (danke dafür!). Kurz nach dem Wetter gefragt (es zieht sich inzwischen doch langsam zu) bekomme ich eine beruhigende Antwort – bis 2/3 Uhr dauert es sicher noch, bevor die Gewitter losgehen.

Der Aufstieg ist sehr anstrengend und ich will auch nicht zu viel Zeit verlieren – hinter mir hat sich in kürzester Zeit eine schwarze Wolke gebildet. Und so stehe ich um 11:40 oben und meine Beine wollen Pause machen. Doch ich riskier lieber nicht zu viel Zeit zu verlieren und geh gleich weiter – es geht ja eh schon wieder mal bergab.

Aber nicht lange und es geht wieder bergauf zum Schatterzinken. Hinter mir regnet es, wenn auch nicht viel und rundherum Donnergrollen. Also lass ich den Zinken Zinken sein und umgeh ihn ganz gemütlich rechts. Nach vorne schaut es derweil noch ganz gut aus und ich hoffe, trocken bis zur Alm zu kommen.

Doch kurz vorm Seitnerzinken (übrigens ein ganz gemeiner Berg, auf den man gefühlt 3 mal raufgeht bis man endlich oben ist) erwischt es mich doch und ich bekomme endlich das, was ich seit Tagen (wenn auch in etwas anderer Form) haben will – ein Eis. Doch die Hagelkörner sind klein und das Gewitter harmlos und nach 10 min schultere ich meinen Rucksack und es geht weiter. So stehe ich um 13:35 am Seitnerzinken und sogar die Sonne kommt wieder hervor – alles bestens und anscheinend Glück gehabt.

Am Seitnerzinken – einen hab ich noch, dann ist die Monstertour geschafft.

Genau 8:02 h bin ich unterwegs und wenn das Wetter schön wäre, würde ich jetzt eine ausgedehnte Pause machen und gemütlich zur Planneralm weitergehen. Doch so hetze ich weiter, denn ich trau dem Frieden nicht.

Und 10min vor dem letzten Gipfel – dem Schrattnerkogel ist es dann soweit. Dunkle Wolken ziehen plötzlich auf, es beginnt zuerst zu hageln und dann zu schütten – und es hört nimmer auf. Am Anfang versuche ich mal in halbwegs geschützter Position das Wetter abzuwarten, doch es wird nicht besser, nein es wird eher schlechter. Als dann auch noch Nebel einfällt beschließe ich weiterzugehen – der Abstieg auf die Schwabergalm ist nicht markiert und ich brauche Sicht, um sicher runterzukommen. Zuerst versuche ich den Gipfel südlich (links) zu umgehen, doch das Gelände wird steiler – bei den nassen Boden zu gefährlich. Also steig ich auf und komme wieder auf den Weg. Oben am Gipfel hat das Wetter kurz Erbarmen, der Regen lässt nach – dafür blitzt es unmittelbar vor mir, auch nicht gerade entspannend. So eile ich weiter bis der Grat ein Rücken wird und ich gefühlt nimmer der einzige hohe Punkt in der Gegend bin.

An einem kleinen Buckel angekommen checke ich die Karte – ich bin auf der kleinen Windluckn, doch von einem Steig ist nix zu sehen. Ein Blick runter zeigt mir aber an – hier kann man absteigen und die Hütte seh ich auch. Also geh ich mal ein paar Meter weiter und da geht ein schöner Steig weg – super, ich hab ihn gefunden. Also maschier ich den Steig entlang, doch der führt mich direkt in steiles mit Büschen bewachsenes Gelände und endet abrupt. Die Bodenverhältnisse sind inzwischen sehr schlecht, die Wege Bäche und alle Gräben und Wannen mit Wasser gefüllt. Ich kehre gerade noch rechtzeitig um und beginne zu verstehen, warum manchmal Wanderer plötzlich weder vor noch zurück können.

So suche ich mir jetzt einen Weg runter – ist gar nicht sonderlich schwer und ich finde sogar den Steig, den ich folge. Ein Stacheldraht muss überstiegen werden (ist aber kein Problem) und ich nähere mich der Alm. Den Steig verlier ich aber wieder und am Ende folge ich einen Graben (also aktuell einem tosenden Bach) und gehe runter bis zum Wald. Dort folge ich rechtshaltend einem Feldweg, der führt mich aber nur auf eine andere Wiese und endet dort. Wo ist denn nun die Alm? Das Handy ist tot – Akku dürfte leer sein, also gehe ich durch den Wald schräg nach links mit dem Ziel den Talboden zu erreichen, mein Gefühl sagt mir dass die Alm weiter draussen ist.Tatsächlich komme ich bei einem kleinen Teich raus und sehe von dort das Dach der Hütte – ich habe sie also genau erwischt und bin ca. um 15 Uhr völlig durchnässt auf der Alm wo ich herzlich empfangen und versorgt werde.

Das Handy ist – wie sich später herausstellt – nicht leer, es ist leider in meiner Hosentasche ersoffen – das also zum Thema iPhones sind wasserdicht ;(. Damit auch kein Track und keine Fotos – so ein Sch… . Aber die Handyrettung meint – 80% kriegen sie wieder hin, dauert aber 2 Wochen. Na schauen wir mal … . Update 16.09.: das Handy lies sich (fast) retten, die Daten sind zumindest alle wieder da.

Ja, und damit war an Weitergehen nicht zu denken – die Schuhe waren nach einer Nacht im Backofen noch immer nass und nettenswerter Weise nimmt mich der Baggerfahrer, der den Weg am Sonntag notdürftig saniert hat (es hat dann noch lange weiter gewettert und es war wirklich schlimm), mit nach Judenburg, wo er sich mit seiner Tochter verabredet hat. So lande ich nach einigen spannenden Erfahrungen Offline zu reisen (und einem ganz netten Schaffner, der mir sein Handy geborgt hat damit ich ihm meine Vorteilscard zeigen kann) am Abend wieder daheim.

PS.: @smeki – Somit hab ich mich also wohl doch an Deine Vorgabe gehalten!

Tag 16: Bergerhube – Edelrautehütte

Heute geht es erstmals über 2000m und auch sonst geht es auf der anstregenden Etappe Richtung Edelrautehütte durchaus anspruchsvoll zu.

Heiß soll es auch heute wieder werden, mit nachmittäglicher Gewittergefahr. So starte ich schon um 06:22 von der Bergerhube, wo ich alleine die Nacht Lager verbracht habe. Ein gutes Frühstück hat mir die Hüttenwirtin noch am Vorabend vorbereitet, so war der frühe Start auch möglich – danke dafür.

Kurz geht es am Weg von gestern retour Richtung Süden, doch schon bald zweigt der Weg nach rechts ab und ich steige auf Richtung Mödringalm, die ich auch schon bald um 07:07 erreiche. So wie es ausschaut, ist die Alm verlassen und beginnt auch langsam zu verfallen – schade drum.

Los gehts – Blick Richtung Süden.

Es geht weiter im Wald und der Weg beginnt auch steiler zu werden. Auf einer kleine Alm teilt sich der Weg und ich zweige nach rechts Richtung Knaudachtörl ab, links würde es zum Gamskogel weitergehen.

Immer weiter schraube ich mich hinaus, der Weg ist schön, gut begehbar aber durchaus knackig. Die Sonne ist schon heraußen und heizt mir ein – ich bin froh, so früh abmaschiert zu sein, denn die Latschen geben keinen Schatten mehr.

Endlich komme ich hinaus zum Törl und bin überrascht – das Törl ist doch viel weiter rechts und ich muss auf der steilen Wiese hinüberqueren. Unangenehm zu gehen – bei Nässe macht das sicher keinen Spaß, auch aus dem Grund weil an einigen Stellen kleine Rutschungen den Weg immer wieder verschluckt habe.

2000m geknackt! Am Knaudachtörl mit Blick Richung Sonntagskogel.

Um 08:27 (also nach 2:05) ist es geschafft – ich steh am Knaudachtörl und habe somit erstmalig am ZAW die 2000 m Marke überschritten – heureka. Nach kurzer Pause geht’s um 08:40 schon wieder weiter – der Übergang zum gut sichtbaren Triebener Törl steht an. Eine Stunde soll es dauern und der Weg wird durchaus schwierig beschrieben.

Zuerst geht’s einmal durch die Latschen runter in in den Almboden – bei diesen trockenen Verhältnissen super einfach. Der Weg wurde auch vor kurzem neu markiert – bei perfekter Sicht also bisher kein Problem. Anschließend biege ich nach rechts Richtung Gegenhang des Grießsteins ab, wo ich trotz Suche erstmalig den Weg kurz verliere. Doch kein Problem, einfach die steile Wiese bis knapp unter 2000 m wieder aufsteigen, dann sieht man sicher einen Pflock, der den Weg durch die Latschen weist. Anschließend immer wieder durch Latschen (Weg gut sichtbar) und Geröllfelder (Weg manchmal schwer zu finden – Tipp: eher knapp unter der Markierung bleiben, sonst ist sie manchmal nicht sichtbar).

Um 09:27 bin ich dann endlich am Törl angekommen und gehe gleich weiter auf den Sonntagskogel. Durchaus steil zieht es sich am Ende ein wenig und überrascht sogar mit einem Minikletterstück, dass ich hier nicht erwartet habe. Um 10:27 ist es aber geschafft und ich mach mein erstes ZAW-2000er Gipfelselfie. Eine 10min Pause gönn ich mir, es geht aber gleich weiter runter ins Weingrubentörl (mit einer für mich unsichtbaren Abstiegsmöglichkeit Richtung Tauernpass und wieder rauf auf den höchsten Punkt heute – den Geierkogel.

Liebe Grüße vom Sonntagskogel.

Nach einer guten 3/4h Gehzeit dort angekommen bin ich enttäuscht, weil es wieder kein Gipfelkreuz gibt, im 2. Blick finde ich es liegend am Abgrund, dürfte ein Winter-/Sturmschaden sein. Pause gönnen mir die aggressiven Schmeißfliegen auch nicht und so steige ich gleich wieder ab, finde nach einigem Metern aber einen ruhigen und Fliegenfreien Pausenplatz.

Das umgefallene Gipfelkreuz am Geierkogel.

So geht es um 11:43 zuerst querend zum vorderen Geierkogel und dann mehr oder weniger steil absteigend über Wiesen und später riesige Heidelbeerfelder bergab Richtung Hohentauern. Kurz nach Erreichen der Baumgrenze muss ich zwischen rechts Richtung Passhöhe (also Ort Hohentauern) oder geradeaus Richtung Hotel Moscher entscheiden und ich entscheide mich entgegen dem Rat vom Wirten der Bergerhube Richtung Moscher zu gehen. Zuerst am Weg, dann auf der Piste verlier ich rasch den Weg (falls es einen gibt) und steige ziemlich unangenehm und steil auf einer roten Piste zum Moscher ab.

Endlich angekommen freu mich mich auf einen Eisbecher (auf den freu ich mich schon seit Mittwoch) doch der Moscher hat GESCHLOSSEN. So ein Sch… – also zum Stempel holen rauf nach Hohentauern, das war nicht so geplant. Doch gleich 100m weiter ist ein kleiner Gasthof, wo ich um 13:33 meinen Stempel bekomme.

Nun geht es 13:50 endgültig Richtung Edelrautehütte – also zuerst zurück zum Moscher, dann in einen Feldweg abbiegend und später weglos (alte Markierungen sind tw. noch sichtbar) über eine Wiese rauf Richtung Hütte. Bei einem kleinen Wald angekommen die böse Überraschung – ein Stacheldrahtzaun hindert mich am Weiterkommen. Mit Hilfe eines Baumes komm ich aber drüber und gehe noch kurz die saure Wiese rauf, um beim Gretelweg anzukommen, der mich dann endgültig rauf Richtung Edelrautehütte bringt, wo ich um 15:17 meinen Wandertag beschließe.

Ein Märchenweg mit 7 Stationen motiviert mich für die letzten Meter von Hohentauern auf die Edelrautehütte – obwohl mein Track in Summe 1 km länger anzeigt als die Angabe auf den Tafeln.

Nun wird mit der Wirtin beraten – morgen sind am Nachmittag Gewitter angesagt und ich weiß nicht, ob ich den Übergang zur Planneralm wagen soll. Doch auch haute ist nix gekommen und die Prognose ist nicht so schlecht, also geh ich doch – nur eben nur bis zur Schwabergalm, wo ich mich telefonisch ankündige. Das sollte sich bei frühen Start ausgehen – ansonsten hätte ich als Alternative um knapp nach 2 den Bus nach Judenburg genommen und abgebrochen (der einzige Bus am SA, SO fährt gar keiner).

PS: Mehr Fotos zum Tag gibt es hoffentlich in 2 Wochen, warum kann man im Bericht von morgen nachlesen ;(. Update 16.09: Handy inzwischen gerettet und alle Fotos online.

Statistik

  • Wegstrecke: 22,1 km
  • Zeit 8:55 (aktiv 7:46)
  • Höhenmeter: 1991 auf/1500 ab

Tag 15: Ingering II – Bergerhube

Entlang des Ingeringgrabens und vorbei am wunderschönen Ingeringsee geht es übers Kettentörl zur Bergerhube.

Eine allerletzte Etappe trennt mich nun von den Gebirgsetappen und ich freue mich schon sehr. Zuerst muss ich aber einmal fast 10km den Ingeringgraben entlang und zwar bis fast vorm Schluss auf Asphalt. So mache ich mich schon um 07:33 auf den Weg um der Hitze zu entgehen – besonders lang ist die Etappe ja eigentlich nicht.

So bin ich dann schon kurz vor 3/4 9 am See – wirklich ein wunderschönes Platzerl. Nach einer kurzen Pause geht es dann auch schon weiter zum Kettentörl. Erst auf einer Forststraße biegt der Web dann bald auf einem schönen Waldweg ab – immer entlang des Ingeringbaches – wirklich wunderschön. Doch nach einem Steilstück biegt der Weg wiederum auf eine Forststraße ab, der ich wiederum längere Zeit folgen muss, schade.

Doch endlich ist es mit der Forststraße vorbei und quer über eine Alm geht es doch recht steil – inzwischen wiederum in der brennenden Sonne hinaus aufs Kettentörl. Am Weg Treff ich auf eine Wanderin, die ob der Hitze nicht mehr weitergehen will – ich versteh sie nur zu gut. So erreiche ich um 12:14 endlich das Kettentörl.

Wundersdchöne Aussicht vom Kettentörl (Blick Richtung Triebental – rechts der Kettentalkogel)

Eigentlich wollte ich ja einen Abstecher zum Kettentalkogel machen. Doch die große Hitze überredet mich, mit dem Überschreiten der 2000m Marke bis morgen zu warten und meine Kräfte zu schonen. So mache ich kurz Rast und starte um 12:55 den Abstieg zur Bergerhube. In einigen Berichten habe ich hier von tw. unangenehmen Bedingungen gelesen – aber nachdem es staubtrocken ist und auch die Latschen nicht zu aufdringlich sind, geht es gut voran und bald erreiche ich den Wald.

Schließlich erreiche ich den Baumfriedhof ((C) smeki) der mir einen wunderschönen Tiefblick ins nicht ganz so wunderschöne Tal erlaubt (neue Kleinkraftwerke und die entsprechenden Erschließungsstraßen) und mich steil in Serpentinen nach unten bringt. Am Talboden verliere ich zwischen Schutthalden kurz den Weg, finde ihn aber bald wieder und erreiche nach einem kurzen Marsch talaufwärts schon um 14:16 die Bergerhube, wo ich einen wunderschönen und erholsamen Nachmittag verbringe und am Ende sogar das Lager für mich alleine habe.

Hab ich mich verlaufen und bin in Schottland gelandet? Nein doch nicht – auf der Bergerhube werden Hochlandrinder gezüchtet.

PS: Im anderen Lager verbringen 2 lustige Familien aus Schleswig-Holstein ihre ersten Urlaubstage in den Bergen – angereist mit Polster und Tuchent, denn sie wussten trotz mehrerer Anrufe nicht, was ein Hüttenschlafsack ist.

Statistik

  • Wegstrecke: 22 km
  • Zeit 6:43 (aktiv 5:43)
  • Höhenmeter: 1023 auf/674 ab

Tag 14: Knittelfeld- Ingering II

Weiter geht’s über den Tremmelberg und Seckau nach Ingering II – dem Portal in die Berge.

Endlich geht es richtig weiter am Zentralalpenweg. Ich möchte meine erste wirklich lange Wanderung von Knittelfeld bis St. Nikolai im Sölktal gehen – das sind 7 Etappen, die ich in 5 oder 6 Tagen schaffen will.

Mit dem Zug kommt man von Wien, wo ich kurz noch im Büro war, recht komfortabel nach Knittelfeld – eigentlich wollte ich später fahren, doch die Wetterprognose (heiß, heißer am heißesten) lies mich umplanen und so bin ich schon um 13:05 abmarschbereit.

Los geht’s durch das brütend heiße Knittelfeld und ich mach noch absichtlich einen Umweg durch das Zentrum auf der Suche nach einen Bankomaten (der in Seckau am Weg gelegen wäre). Aber so seh ich wenigstens den Hauptplatz.

Der Hauptplatz von Knittelfeld wirkt recht ansprechend.

Bald schon geht es raus aus der Stadt, drüber über die Schnellstraße und ich gehe ganz gemütlich Richtung Tremmelberg, dessen Turm ich auf der Brücke das erste Mal erspähe. Zuerst auf Asphalt, dann auf Forststraßen, die aber auch nicht wirklich kühler sind. Vorbei beim schönen Bauernhof Böcksteiner verpasse ich noch kurz eine Abzweigung, die aber eh nur eine Abkürzung zum Feldweg ist. Dann wird es steil und obwohl ich im Wald gehe ist es noch immer fast unerträglich heiß.

Ich finde diese liebevoll gepflegten Rabatte einfach bewundernswert – hier beim Böcksteiner.

So bin ich mehr als glücklich, als ich um 14:53 nach gut 1 3/4h endlich das Monument am Tremmelberg erreiche. Gewarnt durch Gert quetsche ich mich durch das wirklich enge Drehkreuz und ersteige 174 Stufen – die Aussicht ist wirklich sehr schön.

Am Tremmelberg

Dann geht es zuerst rüber zur Kapelle und dann runter nach Seckau. Ich nehm hier nach kurzen Orientierungsproblemen einen gut ausgetretenen Waldweg – der Wanderweg wäre links am Feldweg entlang. Doch bald führen die Wege zusammen und ich stelle fest, mein Weg wäre eh der Orginalweg gewesen.

In Seckau schau ich mir zuerst das Stift an und kehre dann im GH Post ein – der ZAW- Stempel hier ist leider unbrauchbar. Nach in Summe 1h Pause starte ich um 17:13 meine letzten 10km nach Ingering – leider fast alles auf Asphalt, was mich nicht so stören würde, wenn. Ich der Glutofen da oben nicht noch immer Vollgas geben würde.

Stift Seckau

Aber irgendwann bin ich dann doch am Ziel – eine gemütliche Eingehetappe hab ich erwartet, doch es war wirklich anstrengend.

Meine heutige Unterkunft bei Fam. Bäuchler in Ingering II.

Statistik

  • Wegstrecke: 21 km
  • Zeit 5:52 (aktiv 4:49)
  • Höhenmeter: 831 auf/600 ab

Tag 13: Am Straßegg – Mixnitz

Am heutigen 13. Tag schließe ich meine Lücke und wandere über Almen, den Hochlantsch und die Bärenschützklamm runter zum Bahnhof Mixnitz, wo ich vorigen Herbst die Gleinalmüberschreitung abgeschlossen habe.

Nach einer sehr ruhigen und angenehmen Nacht ganz alleine im Lager starte ich um 07:14 meinen Weiterweg zum Etappenziel Mixnitz. Das Wetter ist gut – wenn auch deutlich wärmer als gestern und falls die Zeit es zulässt möchte ich als Fleißaufgabe den Hochlantsch mitnehmen.

Durchaus sportlich geht es los, und am Anfang wiederholt sich der gestrige Tag – viele Kreuze, viele entgegenkommende Wallfahrer und Almen und Wald wechseln sich ab.

Mitten auf der Alm ein Zelt – das sieht man auch nicht zu oft. Hier feiert die Landjugend Gasen wohl ein Fest.

Beim Landjugend Festplatz am Haberlstall teilt sich der Weg – ich wähle die direkte Linie hinauf aufs Wallfahrerkreuz. Oben angekommen biege ich scharf links entlang dem Zaun ab – 2 Wallfahrer kommen mir von dort entgegen – bis ich nach wenigen Metern erkenne, die geplante Route geht ja gerade aus. So wieder zurück und am Kreuz wandere ich einen Fahrweg entlang quer über die Ausläufer der Sommeralm (Kerschbaumalm?) runter Richtung GH Holzmeister, welches ich nach 1:25 um 08:39 erreiche. Oben hätte man auch rechts Richtung Heulantsch abbiegen können – sicherlich auch eine interessante Alternative zur Teichalm.

Beim GH vorbei kurz auf der (nicht wirklich stark frequentierten) Straße geht es gleich wieder rechts weiter auf einem gemütlichen Weg Richtung Teichalm. Doch vor dem schon erwarteten See erreiche ich zuerst das Hotel Pierer, dann geht’s runter zum See und zum GH (inzwischen Hotel) Vorauer, wo ich mir den Stempel hole und um 09:25 eine erste Pause einlege. Hier checke ich auch mein Handy, denn Sepp hat angekündigt, mir entgegengehen zu wollen und das wäre der geplante Treffpunkt. Doch keine Nachricht – ist sich also doch nicht ausgegangen, schade.

Die Teichalm ist wirklich außergewöhnlich groß und auch entsprechend beeindruckend.

So geht’s um 09:49 weiter und voll motiviert wandere ich den Hochlantsch hinauf, den ich um 10:50 nach genau einer Stunde erreiche. Am Gipfel angekommen erreicht mich doch noch ein SMS – Sepp ist kurz nach 11 auf der Teichalm – er kommt von Mixnitz rauf. So ein Sch… – jetzt ist es zu spät. Also kurz telefoniert – wir treffen uns beim Steirischen Jokl, wo ich um 11:27 eintreffe und auf ihn warte. Gemeinsam machen wir gemütlich Pause und beginnen um 13:04 mit dem Abstieg.

Zuerst den Fahrweg runter, am gefühlt doppelt überbelegten GH „Zum guten Hirten“ vorbei geht es runter in die Bärenschützklamm, einem kleinen Highlight meiner Tour. Gottseidank kommen uns nicht allzuviele Klammbezwinger entgegen und wir kommen rasch vorwärts (am besten geht das Ausweichen, indem wir uns einfach aufs Geländer setzen). Die Wartezeiten nutzen wir zum Genießen – die Klamm ist wirklich sehr schön und auch bestens gewartet, da zahl ich unten gerne die 3 EUR Erhaltungsbeitrag.

Danach geht es doch relativ lang und für mich überraschend steil (hab die Karte schlampig gelesen) raus Richtung Mixnitz und nach einer weiteren Rast bei der Klammwirtin geht meine erste Begehung 2019 am Bahnhof Mixnitz um 15:50 zu Ende (ich hätte also locker den Zug um 15:39 geschafft).

Statistik Tag 13:

  • Wegstrecke: 24 km
  • Zeit 8:36 (aktiv 5:39)
  • Höhenmeter: 972 auf/1.659 ab

Tag 12: Auf der Schanz – Am Straßegg

Perfektes Wanderwetter begleitet mich bei der Fertigstellung von Etappe 10, welche ich voriges Jahr abbrechen musste.

Endlich geht’s wieder weiter. Eigentlich hätte ich für voriges Wochenende (Fronleichnam) die Strecke Knittelfeld – St. Nikolai (5 – 6 Tage) geplant, doch Doris von der Edelrautehütte gab mir klar zu verstehen – nix da, zuviel Schnee, zu gefährlich. Dafür hab ich dieses Wochenende nun als Alternative den Lückenschluss von GH Auf der Schanz nach Mixnitz eingeplant, die Wetterprognose ist absolut stabil und ich pack gleich mal nur die kurze Hose ein.

Die Anreise ist etwas beschwerlich, insgesamt 4 mal muss ich umsteigen und die ÖBB mach es mehr als spannend und so bin ich zum ersten Mal entspannt, als ich kurz nach halb 12 endlich im Bus sitze, der mich direkt beim Schanzwirt absetzt.

Beim letzten Mal sah das noch ganz anders aus – nun ist das Rückhaltebecken für Stanz schon fertig gebaut.

Gestärkt geht es um 12:40 auch schon los und ich wandere schon bald abwechslungsreich durch Almen und kurze Waldstücke zuerst flach, dann doch etwas steiler hinauf zum Fürstkogel, der sich leider als Baustelle präsentiert.

Auf der Gegenseite geht es dann wieder runter bis zur Herrenalm, wo ich die Hütte umrunden muss um den Weiterweg zu finden (das einzige Mal heute, wo ich den Weg nicht sofort finde). Eine gute Stunde (1:08) bin ich bis hierher unterwegs.

Dann geht es wieder ein wenig – aber unschwer -bergauf bis ich schon wieder zum Ziel etwa steiler absteige und um 15:32 mein Tagesziel , das GH Pretterbauer, erreiche. Zeitlich wäre sich also eine Weiterwanderung zur Teichalm leicht ausgegangen, ein wenig ärgere mich also schon, dass ich das am Tag 8 nicht so gemacht habe.

Ziel erreicht. Der hier wirkende und weithin bekannte Stroßegger Rudi lässt es sich nicht nehmen jeden Wallfahrer ein Ständlichen zu spielen. Ich hab keins bekommen, bin ja nur ein Weitwanderer. Übrigens – seit 2011 haben sich gerade mal 49 02er Begeher ins Wanderbuch eingetragen.

Zusammengefasst ist das heute eine super gemütliche, kurze Tour die am meisten von den vielen Mariazell-Wallfahrern und den damit verbundenen Erklärungen warum ich in die falsche Richtung gehe, geprägt war. Vielen Dank an dieser Stelle auch noch der Wallfahrergruppe (bzw. Genuss- oder Saufgruppe, so genau wussten sie es selber auch nicht) an die für mich neue Form des Schnapstrinkens – nämlich als „getarnte Mannerschnitten“.

UPDATE 2020: Ich bin grad zufällig drüber gestolpert – der legendäre Stroßegg Rudi ist am 18. April 2020 ganz unerwartet im 76. Lebensjahr verstorben. Ruhe in Frieden, Rudi!

Statistik Tag 12:

  • Wegstrecke: 13,8 km
  • Zeit 2:52 (aktiv 2:48)
  • Höhenmeter: 444 auf/455 ab

Startschwierigkeiten :(

Irgendwie steht das Jahr 2019 wandertechnisch nicht gerade unter einem guten Stern – insbesondere wenn es um den Zentralalpenweg geht.

Der Plan war am Christi Himmelfahrtswochenende den Lückenschluss zu machen und dann zu Fronleichnam von Knittelfeld weiter bis zumindest nach St. Nikolai im Sölktal zu gehen, 10 Tage war das geplante Zeitfenster groß und auch ein Wanderpartner war „gebucht“.

Und das ist das IST: Christi Himmelfahrt war nix, Schlechtwetter und Gewitter mit Kaltfront war angesagt. Da tu ich mir 1,5 Tage auch nicht an, das wurde also mal verschoben. Vor 2 Wochen dann sagt mir mein Partner für Ende Juni ab – Verletzung und Sportverbot. Ok, dann geh ich halt notfalls alleine. Am vergangenen Freitag beim Anruf auf der Edelrautehütte bestätigt sich aber meine Befürchtung nach 3 Wochen täglichem Wetterkameraschauen – zu viel Schnee, zu gefährlich, es geht nicht.

Nun sitz ich also traurig auf meiner Terrasse, statt Wandern ist morgen also Segeln am Neusiedleesee angesagt – auch schön aber halt nicht das was ich wollte.

Wie geht’s weiter? Keine Ahnung – die Familien-, Urlaubs-, Feiern- und Arbeitsplanung lässt irgendwie nicht viel zu im Sommer 2019 – vielleicht find ich Ende Juli ein Fenster …

Saisonstart 2019 auf den „Wächter“

Im Zuge unseres Betriebsausfluges starte ich die Wandersaison 2019 mit dem Traunstein.

Die Wandersaision 2019 startet wetterbedingt ja etwas verzögert – es liegt ja noch immer massig Schnee auf den Bergen. Doch genau dieser kalte Mai hat mich etwas ungeplant auf den Traunstein geführt, denn der viel zu kalte Traunsee hat mich am Betriebsausflug von Wassersport auf Wandern umbuchen lassen.

Eigentlich hatten wir geplant über den Hernlersteig auf- und den Mairalmsteig abzusteigen, doch die Altschneefelder im oberen Bereich des Hernlersteigs waren unseren Guides zu heikel und so steigen wir auch über den Mairalmsteig auf.

Als erstes bringt man uns mit dem Bus zum sogenannten Kaisertisch, den Einstiegspunkt des Steigs. Das ist wirklich praktisch, denn so ersparen wir uns die rund 1,5h stündige Umgehung des „Stoas“ auf einer laaangen Forststraße. Diese ist leider auch für Radfahrer gesperrt, da die Absturzgefahr zu groß sei.

Um 08:56 gehts dann los und zwar gleich ordentlich steil. Diese Steilheit, für die der Traunstein ja auch bekannt ist, lässt uns auch bis zur Schneide nicht mehr aus und so erreichen wir schon nach wenigen Minuten unsere Betriebstemperatur – sicher auch an der Sonne gelegen, da der Steig eigentlich bis auf ein kurzes Waldstück ganz zu Beginn durch seine südseitige Lage immer in der prallen Sonne liegt.

Zum Steig selber ist nicht viel zu sagen – eigentlich immer steil und im oberen Teil felsdurchsetzt ist er durchaus immer wieder ein wenig ausgesetzt. Der Steig ist aber an allen heiklen Stellen super mit Stahlseilen abgesichert und punktuell gibt es auch einige Steighilfen.

Auf halben Weg sieht man schon den Traunsee – wunderschön, dahinter Ebensee und links hinten der Dachstein.

Nach knapp 2 Stunden erreichen wir die Schneid, von wo wir dann flacher Richtung Gmundner Hütte weitergehen. An der Hütte vorbei erreichen wir nach der Querung einiger Altschneefelder nach 2h 20min um 11:16 den Gipfel. Nach kurzer Gipfelrast steigen wir auf dem Aufstiegsweg wieder ab, kehren dazwischen noch auf der Hütte ein und sind dann um 14:01 wieder am Kaisertisch angelangt, wo wir einen schönen Bergtag auf der Mairalm ausklingen lassen.

Gemeinsam mit unserem Betriebsratsobmann am Gipfel mit recht großem Gipfelkreuz.
Wunderbarer Blick von der Mairalm auf den Gipfel.

Statistik:

  • Strecke: Kaisertisch – Mairalmsteig – Gmundner Hütte – Traunstein; retour am Aufstiegsweg
  • 6,76 km, 985 hm, höchster Punkt Traunstein (1691)
  • Gehzeit netto 3:27, inkl. Pausen 5:05

PS: Wie nahe Freud und Leid am Berg beieinander liegen sehen wir am Gipfel. Während wir uns über den gelungenen Aufstieg freuen und die Aussicht genießen, erreicht ein Bergsteiger den Gipfel, der seinen Schwager nicht mehr findet. Er ist weiter aufgestiegen, um die Bergrettung zu rufen. Kurz darauf sind schon die Hubschrauber zur Stelle und wir beobachten, wie der Mann auf der Hütte in den Hubschrauber steigt. Später im Tal erfahren wir dann von einem Bergretter, dass der Begleiter kurz vor dem Gipfel über 300 abgestürzt und gestorben ist … .

Mein erstes Jahr am Zentralalpenweg

Der Jahreswechsel lädt zu Rückblicken ein und so blicke auch ich auf mein erstes Jahr am Zentralalpenweg zurück.

Beginnen wir mit der Statistik:

  • absolvierte Etappen: 12,5 an 11 Wandertagen
  • gegangene Stunden: 67:17
  • Anstieg: 9.902 hm
  • Abstieg: 9.062 hm
  • Distanz: 303 km
  • Startpunkt: Hainburg an der Donau
  • Endpunkt: Knittelfeld Bahnhof (mit einer kleinen Lücke bei der Teichalm)
  • Wetter: eigentlich immer OK, mit einer Ausnahme eben bei der Teichalm

Nun zur Frage, wie ist es mir gegangen:

Ja, eigentlich sehr gut. Nach schmerzhaften Start hatte ich keine einzige Blase oder ein sonstiges körperliches Problem mehr, ich habe meine Pläne eigentlich immer umsetzen können und kam nie in eine missliche Lage. Gut, im den bisherigen Weg dominierenden Flachland kommt man eher nicht in Bergnot, aber auch dieses hat so seine Tücken und ich habe mich in den alpineren Etappen in Wirklichkeit weit wohler gefühlt.

Was habe ich gelernt:

Gute Frage, eigentlich nix ;). Nein im Ernst – ich habe auf diesen 300km fast ausschließlich Neuland betreten und dementsprechend viel von Österreich kennengelernt – und das ist ja auch eines meiner Hauptziele. Und dann habe ich gelernt, dass ein Gipfel nur ein (wenn auch schöner) Wegpunkt auf einer Strecke ist und eine Wanderung auch ohne Gipfel sehr schön sein kann. Und ich habe gelernt, dass das Weitwandern eine wunderschöne Beschäftigung ist, der ich tagelang nachgehen kann, ohne dass mir fad wird.

Was plane ich für 2019:

Weitergehen, ich möchte ganz klar weitergehen. Mein Ziel für 2019 ist der Lückenschluss im Frühling (1,5 Tage) und dann Anfang/Mitte Juni die langen Tage für die Weiterwanderung. Ziel ist es, es bis Obertauern zu schaffen, dass wäre dann praktisch der Abschluss der Osthälfte des Wegs (weil vom Tappenkarsee geht kein Bus zurück).

Ich habe aber schon jetzt größten Respekt vor der Monsteretappe von der Edelrautehütte auf die Planneralm. Da werd ich wohl trainieren müssen, um die vielen neuen Sommerkilo von 2018 wieder loszuwerden, den die will ich da nicht unbedingt mitnehmen ;(.

Was es sonst noch zu sagen gibt:

Meine Hoffnung ist es, dass meine Zeitplanung statt dem Wochenendwandern mehr Wochenwandern erlaubt. Gerade Richtung Westen werden die Anfahrts- und Zustiegswege immer länger und da zahlen sich 2-3 Tagestouren nicht mehr aus.

Die häufigste Frage, die mir gestellt wurde war: „ist dir da alleine nicht fad?“. Die Antwort lautet nein. Obwohl ich auch gerne in Gruppen unterwegs bin, stört es mich überhaupt nicht alleine zu gehen. Ich kann dann gehen wie ich will und mir alles so einteilen, wie es für mich perfekt ist. Ich sauge dann die Natur in mich auf und genieße die Ruhe. Nur am Abend ist es ein wenig fad, wenn sonst auch nix auf der Hütte los ist. Trotzdem möchte ich auf den nächsten Etappen nach Möglichkeit mit Partner gehen, alleine schon der Sicherheit wegen.

Saisonfinale am Großen Priel

Abschluss der heurigen Wandersaison und zugleich 2. Station unseres „9 summits“ Projektes ist der höchste Oberösterreicher.

Nach unserer Glocknerbesteigung 2017 hat meine Bergsteigerrunde die Idee geboren, wir besteigen die 9 Summits von Österreich – d.h. den höchsten Gipfel in jedem Bundesland. Da gibt es aber bei den Grenzbergen mehrere Interpretationen, welcher Berg wohin gehört- Wir haben uns für die folgende (und wohl auch prominenteste) Variante entschieden:

  • Wien: Hermannkogel (542 m)
  • Burgenland: Geschriebenstein (884 m)
  • Niederösterreich: Klosterwappen (2076 m)
  • Oberösterreich: Gr. Priel (2515 m)
  • Steiermark: Dachstein (2995 m)
  • Vorarlberg. Piz Buin (3312 m)
  • Salzburg: Großvenediger (3662 m)
  • Tirol: Wildspitze (3774 m)
  • Kärnten: Großglockner (3798 m), bestiegen am 04.07.2017

Aufgrund der fortgeschrittenen Jahreszeit (vorher war kein Termin zu finden) planen wir also heuer den großen Priel zu ersteigen und der schöne und warme Oktober erlaubt es uns auch.

Los geht’s dann am Samstag, den 20.10. um 07:30 am Parkplatz Schiederweiher (kostet für 2 Tage inzwischen 7 Euro) in Hinterstoder. Die Wettervorhersage war nicht wirklich klar, von sonnig bis bedeckt ist alles möglich und momentan ist eher Hochnebel angesagt – hoffentlich ist der Nebel oben nicht zu dicht. Beim Start gleich der nächste Rückschlag – Sepp hat sich von seinen Gelenksproblemen anscheinend nicht erholt und gibt gleich bekannt er habe Schmerzen. Na, ob das gut geht ..?

Tapfer marschieren wir jedenfalls los und erreichen nach 2:33 um 10:03 das Prielschutzhaus, welches an der unteren Nebelgrenze liegt. Der Weg hierher ist recht eigenwillig – zuerst eine knappe Stunde ebenen Forststrassenhatscher, dann steht man quasi am Hang und von da weg geht es anhaltend steil rauf zur Hütte. Erst nach dem „Gott sei Dank Bankerl“ wird der Weg etwas angenehmer.

Wir kehren jedenfalls auf eine Suppe ein und nach 30 Minuten geht es wieder weiter – Sepp will es nach langem Hin und Her doch probieren, obwohl er nicht gerade zuversichtlich dreinschaut. Vor der Hütte die Überraschung – der Nebel ist weit nach oben gewandert und es beginnt aufzureißen, vielleicht haben wir ja doch Glück mit dem Wetter.

So geht es noch kurz durch die Latschen und dann anhaltend steil ins Kühkar hinauf, eine recht steinige und eigentlich nicht sehr anregende Wanderung. Der Nebel zieht sich vor uns zurück und kurz vor dem Erreichen der Brotfallscharte sehen wir zum ersten Mal das markante und mit 8 m Höhe riesige rote Gipfelkreuz. Wir können auch einige Klettersteigler im Bert Rinesch Steig ausmachen – generell ist hier einiges los am Priel, insbesondere viele Bergläufer sind unterwegs.

In die Scharte selbst steigen wir nach 2 Stunden ab der Hütte ein, sie ist durchgehend mit einem Drahtseil versichert und eigentlich völlig problemlos zu begehen. Im oberen Teil liegt etwas Neuschnee, der uns aber nicht weiter stört. Vorbei an der anscheinend recht gut genutzten Schutzhöhle (zumindest zeugen Spuren und eine Feuerstelle davon) direkt unterhalb des Ausstiegs erreichen wir diesen um 13:11 – gut 2 1/2 h sind wir nun seit der Hütte unterwegs.

Nun geht es über den typischen Karst eigentlich weglos (der Weg ist hier überall und nirgends) im Bogen Richtung Gipfel und bald schon sehen wir das Kreuz. Inzwischen sind wir über der Wolkengrenze angelangt und haben einen strahlend blauen Himmel über uns. Kurz noch entlang des Grats und durch eine kleine Senke erreichen wir um 13:59 nach 3:11 ab der Hütte den Gipfel.

Um 14:34 starten wir den Abstieg, langsam aber stetig kommen wir voran. Am Gipfel zieht es inzwischen zu und der Wind frischt auf, da haben wir nochmal Glück gehabt. Um 16:59, also nach knapp 2 1/2 erreichen wir die Hütte, wo unsere Frauen bereits auf uns warten (wobei da bin ich mir gar nicht so sicher, ob sie uns schon so erwartet haben) und wir einen wunderschönen Hüttenabend am Prielschutzhaus verbringen.

Am nächsten Morgen schneit es und so warten wir mit dem Abstieg, den wir dann erst um 09:18 beginnen. Da Fritz um 17:00 zu einer Festsitzung anlässlich 100 Jahre Republik Österreich in Wien sein muss, kehren wir nicht mehr im Polsterstüberl ein und treffen um 11:37 wieder am Parkplatz ein, wo die Wandersaison 2018 nun endgültig zu Ende ist.

Lois hat wieder ein „Video“ unserer Tour gemacht – diesmal sogar von Beginn an.

Zusammenfassung:

  • Strecke: Hinterstoder/Schiederweiher – Prielschutzhaus – Brotfallsscharte – Gr. Priel – retour am Aufstiegsweg
  • Auf/Abstieg: 2.003 hm,  Länge 22,9 km.
  • Dauer: Aufstieg 2:33 Hütte, 3:11 Gipfel, Abstieg 2:25 Hütte, 2:19 Parkplatz,
  • Gesamt: 5:44 Aufstieg, 4:34 Abstieg (in Summe 10:18)