Welterbesteig Tag 8: Aggsbach Markt – Melk (Ziel)

Finale. An diesem heißen Sommertag im August nehmen wir uns mit den Etappen 7 und der kurzen Etappe 8 doch einiges vor um unser Ziel in Melk zu erreichen.

Knapp 28 km trennen uns vom Ziel und um 8:58 starten wir in Aggsbach Markt los. Nach ein paar Metern im Dorf wandern wir auf der Edelbergrunde sportlich los und erledigen die ersten 300hm in etwas über 30 Minuten. Danach gehts aber gemütlich durch typisches Wald- und Wiesengelände weiter, bis wir nach etwas über einer Stunde Gehzeit den Ort Zintring erreichen.

Nun geht es runter in den Graben des Grimsingbaches und auf der anderen Seite wieder rauf – meist sind wir hier auf Forststraßen unterwegs. Bei einem (zugesperrten?) Gasthaus mit Bushaltestelle vorbei geht es nun entlang des Felbringbachs stetig bergab bis wir nach 2:50 die Käfermühle erreichen. Hier weichen wir kurz vom Weg ab und besuchen die Ruine Burgkirche Gossam, die nur 3 Minuten die Straße runter liegt – interessantes Bauwerk so mitten im Wald.

Danach geht es wieder bergauf, bis wir um 12:20 Mödersdorf erreichen. 13km sind wir bis jetzt gewandert und knapp 3,5h – da kommt uns ein Kühlschrank mit kühlen Getränken und Eis mehr als nur gelegen. Nach Mödersdorf geht es noch ganz kurz bergauf, dann aber wandern wir zuerst durch den Wald, dann aber über aussichtsreiche Wiesen und Wege ins Etappenziel Emmersdorf, welches wir nach gut 4h kurz nach 13 Uhr erreichen. Mittagspause! Doch leider finden wir kein offenes Gasthaus und so gehen wir nach 15min Suche gleich weiter. Wir starten somit um 13:20 ein wenig hungrig mit Etappe 8 – die für uns letzte Etappe am Welterbesteig.

Verpflegung in Zeiten von COVID19

Un wieder geht es hinauf ins Waldviertel – doch diesmal sind es nur ein wenig mehr als 100hm und es ist auch unser allerletzter Anstieg. Nach 30min erreichen wir auch schon Rantenberg und von dort weiter auf die Dachbergwarte. Schaut gut aus, wäre sicher nett – doch leider zugesperrt und den Schlüssel wollen wir uns jetzt auch nicht wirklich holen. So geht es gleich weiter und wir steigen ab nach Hain und gleich runter zur Donau nach Luberegg, wo wir um 14:45 endlich im Tschecherl am Hafen unsere Mittagspause machen.

Frisch gestärkt starten wir um 15:55 unsere letzten Kilometer. Zuerst zur Donau und entlang der „Insel“ (ist das eine Folge des Kraftwerks?) bis zum Donaukraftwerk Melk. Dort dürfen Radfahrer und Fußgänger die Donau überqueren und dann wandern wir am rechten Ufer entlang Richtung Melk, wo wir um 16:55 unser Tagesziel erreichen – genau dort, wo wir am 11.04.2020 los marschiert sind.

Bei einem guten Kaffee und einem Eisbecher lassen wir den Welterbesteig nachklingen. 9 Wandertage oder 41 Stunden haben wir für die 188,8km und 6.590hm, eingeteilt in 15 Etappen, benötigt. Wir durchwanderten dabei den Dunkelsteinerwald, die Wachau und am Ende die Südausläufer des Waldviertels und lernten in unserer unmittelbaren Heimat viele neue Orte und Plätze kennen.

Wir haben den Welterbesteig abgeschlossen!

Jeder einzelne Tag hatte für sich seine Höhepunkte, doch müssten wir eine Siegeretappe küren, so wäre es wohl jene am Tag 4 von Bergern bis Rothenhof, welche die Wachau von ihrer schönsten Seite zeigt. Alles in allem ist es ein wirklich schöner und empfehlenswerter Weg, der mit seinen zwar meist kurzen aber immer wieder knackigen Anstiegen auch durchaus fordernd sein kann.

STATISTIK:

  • Strecke: Aggsbach Markt – Zintring – Emmersdorf (Etappe 7) – Hain – Luberegg – Donaukraftwerk – Melk (Etappe 8)
  • 27,1 km, 789 hm Aufstieg, 787 hm Abstieg, höchster Punkt irgendwo am Weg (524m)
  • Einkehrmöglichkeit: Emmersdorf, Luberegg, Melk
  • Gehzeit netto 5:52, inkl. Pausen 7:56

Welterbesteig Tag 7: Mühldorf – Aggsbach Markt

Am vorletzten Tag am Welterbesteig verändert sich die Landschaft doch recht deutlich – die Wachau weicht dem Waldviertel.

Nach einem ausgiebigen Frühstück in unserem Quartier, dem GH Weißes Rössl, starten wir gegen 3/4 9 unseren vorletzten Welterbesteigtag mit den Etappen 5 und 6. Nach ein paar Metern durch Mühlbach biegen wir schon auf den Trenning ein und stapfen gleich mal ordentlich steil empor. 35 Minuten und nicht immer ganz am Weg später sind wir auch schon am Gipfel dieses kleinen Berges der mit Kreuz und Bankerl zur ersten Rast einlädt. Apropos – wenn man sich den Aufstieg ersparen will, kann man den Trenning auch einfach umgehen.

Nach einer kurzen Pause geht es dann auf der anderen Seite wieder bergab und nach 1 Stunde Gehzeit erreichen wir ein paar Bauernhöfe. Von hier weg geht es nun wieder hinauf auf den Jauerling, der übrigens mit seinen 960m der höchste direkt an die Donau angrenzende Berg ist.

Die nächsten 45min und knapp 400hm geht’s durchaus sportlich bergauf, meist auf Wegen, manchmal auch auf Forststraßen – aber immer durch den Wald. Danach wird es aber flacher und wir wandern gemütlich rüber zum Naturparkhaus, wo wir nach weiteren 15min eintreffen.

Mit einer wunderbaren Suppe gestärkt wandern wir 30min später ein paar Minuten die Straße hinauf und biegen dann nach einem kurzen Waldstück rechts vom Weg ab, wo wir nach einigen Metern den Gipfel des Jauerlings erreichen, wobei Gipfel vielleicht doch das falsche Wort für diesen Punkt ist :). Doch auch dieser Platz hat seine besondere Wirkung und gleichzeitig stehen wir am höchsten Punkt des Welterbesteiges.

Gipfelkreis am Jauerling

Nun geht es eben zurück zum Weg und in einer Schleife zum Sender und damit auch zur Bergstation des zumindest in der Flutlichtsaison weithin sichtbare Skigebiet Jauerling. Wir wandern aber nicht die Piste hinab, sondern biegen Richtung Süd-Ost in den Wald ab. Stetig geht es nun bergab, bis wir nach einigen km die ersten Häuser von Maria Laach erreichen. Der Weg ist inzwischen einem ausgewaschenen Forstweg gewichen und nicht gerade das Highlight am Welterbesteig. Doch noch geht es nicht nach Maria Laach, sondern wir drehen eine Schleife über Norden und machen dabei auch noch ein paar Höhenmeter. Kurz v0r 13:00 nach gut 4 Stunden Wegzeit ist es aber geschafft und wir erreichen den Hauptplatz von Maria Laach und das Etappenziel von Etappe 5.

Im Gasthaus Ringl direkt am Platz machen wir Mittagspause, ehe wir um 13:55 wieder losstarten. Das Wetter war bis hierher eigentlich ganz gut, Wolken und Sonne, doch die Tendenz ist eher negativ und es schaut ein wenig nach Gewitter aus. Zuerst geht es noch ein paar Gassen durch Maria Laach, dann runter in einen Graben, durch eine Christbaumwald und gegenüber wieder bergauf. Möglicherweise liegt es am Suppenkoma, oder aber an der doch etwas eintönigen Waldwanderung und an den knapp 15km und den 1000hm Aufstieg, aber es ist grad ein wenig zäh.

Doch die Strecke meint es gut und wir erreichen rasch offene Felder und sehen sogar die Donau. Durch eine kleine Ortschaft geht es gemütlich weiter bergab. Knapp 45min sind seit dem Start vergangen, nun wird es steiler und wir steigen ab Richtung Tagesziel. Und fast hätten wir es geschafft, doch 10 min vor dem Ziel erwischt uns das Gewitter. Zuerst warten wir geschützt unter den letzten Bäumen am Weg noch ab, doch es wird mehr und wir wechseln auf Regenausrüstung, in der wir dann die letzten Meter durch Aggsbach wandern und um 15:30 müde das Ziel erreichen. Nach einer kurzen Stärkung im Kaffeehaus fahren wir dann mit dem Bus zurück nach Spitz zum gestrigen Ausgangspunkt.

STATISTIK:

  • Strecke: Mühldorf – Trenning – Jauerling – Zeißing – Maria Laach (Etappe 5) – Eichberg – Aggsbach Markt (Etappe 6)
  • 21,4 km, 945 hm Aufstieg, 1.094 hm Abstieg, höchster Punkt Jauerling (960m)
  • Einkehrmöglichkeit: Naturparkhaus Jauerling, GH in Maria Laach und Aggsbach Markt
  • Gehzeit netto 4:55, inkl. Pausen 6:48

Welterbesteig Tag 6: Weißenkirchen – Mühldorf

Heute sind die letzten beiden „richtigen“ Wachau Etappen am Programm – mit Nächtigung in Mühldorf.

Heute starten wir erstmalig zu einer 2-Tagestour am Welterbesteig, welches uns unserem Ziel sehr nahe bringen soll. Wir parken unser Auto am kleinen Parkplatz an der Donau und starten kurz vor 9 in Weißenkirchen, welches um diese Zeit noch sehr ruhig ist.

Nach ein paar Minuten lassen wir den schönen Weinbauort auch schon hinter uns und wandern zwischen den Weinbergen. Wunderschön ist es hier mit herrlichem Ausblick. Nach knapp einer Stunde führt der Weg mit nur einer kurzen Unterbrechung in den Wald und so sehen wir die Wachau erst kurz vor Spitz wieder, als wir beim roten Tor aus dem Wald kommen.

Gegen 11:40 erreichen wir nach knapp 3h Gehzeit Spitz, welches auch gleichzeitig das Ende von Etappe 3 markiert. Wir gehen nach einer Mittagsrast um 12:31 weiter und besteigen zuerst den 1000 Eimer Berg, sicherlich eines der berühmtesten Wahrzeichen der Wachau. Recht hoch ist er ja nicht und von der Nordseite aus nur mit Sträuchern und Bäumen bewachsen – der Weinbau findet im Süden statt. 15 Minuten dauert der Aufstieg – also empfehlenswert auch bei einem Kurzbesuch in Spitz.

Wir steigen nun wieder ab und folgen dem Weg aus Sipitz hinaus weiter in den Spitzer Graben, wo auf dessen Südhängen bis unmittelbar vor Mühldorf alles im Zeichen des Weins steht. Meist führt der Weg an der Waldgrenze und so haben wir nicht nur die Sonne immer im Rücken, sondern auch ein wunderschönes Panorama. Besonders spannend ist es aber, dass dieses sich doch deutlich verändert hat, so schauen wir nun auf die Waldrücken des Jauerlings – so schnell ist die Donau aus unserem Blick entschwunden.

Kurz vor 3 erreichen wir die ersten Ausläufer unseres Tagesziels Mühldorf. Doch der Weg macht noch eine Schleife und wir umgehen Mühldorf nördlich Richtung Oberranna. Die Burg Ranna ist dann aber wohl Privatbesitz, zumindest sind die Tore fest verschlossen. Von der Burg geht es dann über Wiesen runter in den Ort, wo wir um 15:37 am Hauptplatz und damit auch bei unserem Nachtquartier, dem Gasthof Weißes Rössl, eintreffen.

STATISTIK:

  • Strecke: Weißenkirchen – Kollmitz – Rotes Tor – Spitz (Etappe 3) – Spitzer Graben – Mühldorf (Etappe 4)
  • 22,5 km, 915 hm Aufstieg, 768 hm Abstieg, höchster Punkt Burg Ranna (450m)
  • Einkehrmöglichkeit: Weißenkirchen, Spitz und Mühldorf
  • Nächtigung: GH Weißes Rössl (wirklich empfehlenswert)
  • Gehzeit netto 4:56, inkl. Pausen 6:07

Wanderung auf die Hinteralm

Der Lockdown ist endlich vorbei und wir wollen sogleich die heimische Hüttengastronomie mit unserem Besuch unterstützen.

Die Wetterprognose ist zwar bescheiden, doch wir wollen endlich etwas Normalität und so führt uns die 1. Wanderung 2021 auf die Hinteralm – ein Ziel, welches ich schon 2x im heurigen Winter besucht habe.

Wir wählen die etwas gemütlichere Variante vom Grünen Tor, wo wir auch parken und um 08:25 starten. Ein paar Meter die Straße hinab biegt der Pichlersteig rechts in den Wald und es geht gleich ordentlich bergauf. Vom Regen der letzten Tage ist der Steig sehr glitschig und wir müssen ordentlich aufpassen, um nicht wegzurutschen.

Doch nach 35 min ist es auch schon geschafft und wir erreichen einen Forstweg, der uns gemütlich zur Bergstation des Sessellifts bringt, der inzwischen auch schon den Betrieb aufgenommen hat. 1:05 h sind wir bis hierher unterwegs und ab hier kenne ich den Weg vom Winter. Doch wir wandern nicht lange die Forststraße entlang sondern biegen rechts in die Klöstertreppe ab, wo wir kurz etwas steiler hinauf zum Sendemasten am Muckenkogel wandern. Hier hat man einen schönen Ausblick uns sollte an guten Tagen viele Klöster sehen. Spannender ist aber ein steiler Abhang Richtung West – hier startete der anno dazumal der 1. Torlauf der Skirenngeschichte.

Auf der Rückseite gehen wir nun wieder hinunter zum parallel verlaufenden Forstweg und folgen diesen, bis wir abermals vom Weg abweichen und über den Waldweg den Grad entlang gehen, der direkt beim Gipfelkreuz der Hinteralm endet – es ist inzwischen 10:10 – 1:40 h waren wir bisher unterwegs.

Nach der 3G Kontrolle auf der Hütte (wir bekommen sogar ein Band) entscheiden wir in die Hütte rein zu gehen – eine gute Entscheidung, denn das Wetter wird immer schlechter. Um 12:20 starten wir dann aber doch den Abstieg – ursprünglich wollten wir über den Schwarzwald gehen, aber das Wetter motiviert uns den kürzesten Weg zu nehmen – also retour am Aufstiegsweg.

Um 13:00 – also nach 40 min erreichen wir die Lilienfelder Hütte und flüchten vor dem aufkommenden Regen hinein. um 16:20 ist es aber wieder schön und nach langer und intensiver Rast gehen wir am Forstweg die letzten Meter bis zum Parkplatz, den wir nach 25min erreichen.

Wir waren zwar mehr auf der Hütte als beim Wandern, aber schön war’s!

STATISTIK:

  • Strecke: Grünes Tor – Pichlersteig – Muckenkogel – Traisner Hütte – Lilienfelder Hütte – Grünes Tor
  • 0,0 km; 665 hm; höchster Punkt: Hinteralm (1311)
  • Einkehrmöglichkeit: Traisnerhütte (131 – am Gipfel), Lilienfelder Hütte (956)
  • Gehzeit netto 2:41, inkl. Pausen 8:27

Welterbesteig Tag 5: Rothenhof – Weißenkirchen

Weiter geht’s am Welterbesteig. Nach der wunderschönen Wanderung im Oktober sind wir schon auf den Weiterweg gespannt.

Bei wunderschönem Wetter starten wir um 07:52 unseren Weiterweg in Rothenhof und nach nur wenigen Gehminuten sind wir schon an jener Stelle, wo wir im Herbst abgebrochen haben.

Anfangs geht es durch die Weinberge, die jetzt gerade die ersten Blätter ansetzen. Vorbei an Unterloiben – immer die Donau im Blick kommen wir rasch voran und erreichen nach 1:15 das Etappenziel Dürnstein. Ungewohnt menschenleer schlendern wir auf der Suche nach einem Kaffee durch die Stadt bis wir 15min später Richtung Ruine weitergehen.

Ein traumhafter Frühlingstag in der Wachau

Nun geht es am bekannten Weg hinauf zur Ruine, nach 15min ist diese erreicht – wir halten uns aber nicht auf, da wir diese ja schon gut kennen. Links vorbei geht es nun weiterhin halbwegs steil bergauf Richtung Starhembergwarte – doch leider übersehen wir die Abzweigung und kommen um 10 Uhr bei der Fesslhütte an. Egal – wir gehen trotzdem rauf zur Warte, sind ja nur 5min. Die Warte selbst ist offen und bietet einen wunderschönen Blick über die Wachau – absolut empfehlenswert.

Nach 5min Fotopause wieder zur geschlossenen Hütte, wir setzen uns aber trotzdem und machen eine erste Pause – 9km und 2:20 sind wir heute schon unterwegs. Nach 15min Pause geht es weiter Richtung Vogelberg – hier ist die Orientierung nicht ganz einfach, zumindest gibt es anscheinend mehrere Wegvarianten. Wir entscheiden uns, zur Kanzel vor zu wandern, was wir ob des traumhaften Ausblickes nicht bereuen. Bei entsprechend viel Verkehr wird es hier aber sicherlich recht eng … . Beim Rückweg biegen wir links vom Weg ab und wandern eine Abkürzung retour zum Originalweg, der aber nach weinigen Minuten erreicht ist.

Der Weiterweg ist ganz nett, doch nach den Eindrücken der letzten Kilometer von Mautern weg ist das Begehen eines Forstwegs ohne nennenswerte Aussicht schon fast eine Enttäuschung und so trotten wir mehr oder weniger ereignislos durch den Wald – immer wieder ein wenig bergauf und bergab aber nie anstrengend.

Rund 12 km dauert diese Waldwanderung bis wir kurz vor Weißenkirchen wieder in den Weingärten landen. Die letzten km nach Weißenkirchen sind wieder Wachau vom Feinsten.

STATISTIK:

  • Strecke: Rothenhof – Franzosendenkmal – Dürnstein (Ende Etappe 1 – Start Etappe 2) – Ruine Dürnstein – Srarhembergwarte – Fesslhütte – Kanzel/Vogelberg – Weißenkirchen
  • 25 km, 892 hm Aufstieg, 892 hm Abstieg, höchster Punkt: Starhembergwarte (564m)
  • Einkehrmöglichkeit: Fesslhütte und Gastro/Heurige in Dürnstein & Weißenkirchen
  • Gehzeit netto 5:14, inkl. Pausen 6:09

Welterbesteig Tag 4: Unterbergern – Rothenhof

An diesem schönen Herbsttag wollen wir am 4. Tag unserer Wanderung die Donau überschreiten und am linken Donauufer den „Rückweg“ nach Melk antreten.

Kurz vor halb 9 starten wir wieder in Unterbergern, wo wir uns noch im lokalen Nah & Frisch mit frischen Kaffee und einer Wegzehrung versorgen. Nach Süden geht es gleich bergauf und wir erreichen schnell offene Felder und können durch den Dunst schon die Stadt Krems erspähen.

Durch herbstlich bunte Weingärten und Äcker wandern wir nun gemütlich ostwärts immer bergab Richtung Furth. Nach gut 5 km Wegzeit und rund einer Stunde Gehzeit steigen wir nun kurz und steil westseitig auf einem schönen Pfad den rund 200m hohen Stiftsberg hinauf und erreichen um 10 Uhr das verschlafene und menschenleere Stift Göttweig (alles geschlossen – Lockdown halt). Ein kurzes Gebet in der Stiftskirche und wir steigen wieder ab und erreichen nach 15min Furth.

Furth ist ein recht netter Ort und schnell durchwandert, am westlichen Ortsrand liegt der Zellergraben – ein wunderschöner Hohlweg als informativer Weinthemenweg angelegt.

Sandsteinkunst

Beim Zellerkreuz (eigentlich eine Kreuzung) machen wir eine erste Rast und wandern anschließend idyllisch durch die Weingären Richtung Norden bis wir um 11:20 bei der Kaserne in Mautern eintreffen. 12,5 km waren es bis hierher und ein paar Hundert Meter weiter endet auch die Etappe 13 im Zentrum von Mautern. Wir wandern aber gleich weiter und überqueren um 11:45 die Donau und wechseln damit auch auf das linke Donauufer.

Doch noch geht es nicht retour – sondern 3km durch Stein und die Altstadt nach Krems, wo wir gegen 12:§0 nach 17,5km den Hohen Markt und damit den offiziellen Start/Ziel des Welterbesteigs erreichen. Nach einer weiteren Pause starten wir auch gleich Etappe 1 und wandern hinaus zum Kremser Kreuzberg – und wir sind mehr als überrascht wie schön dieser Weg ist.

Vom Kreuzberg geht es wieder runter nach Stein und eine Straße „ober“ dem Hinweg geht es durch Stein und hinaus in die Ried Pfaffleiten Richtung Dürnstein. Nach 24km Weg kommen wir an einem kleinen Ort „Rothenhof“ vorbei – wo wir unsere Etappe für heute nach fast 6,5h beenden.

Wir wissen natürlich nicht, was noch kommt – aber eines ist fix: die heutige Etappe wird schwer zu toppen sein. Die Eindrücke der Dörfer, die wunderschöne (Alt-)Stadt Krems und Stein, sowie die herbstlichen Weinberge waren auch in der Abwechslung der Tour einfach *****+ und haben in uns einen mehr als bleibenden Eindruck hinterlassen – die Wachau as it’s best!

STATISTIK:

  • Strecke: Unterbergern – Stift Göttweig – Furth – Mautern (Ende Etappe 13) – Krems (Ende Etappe 14 – Start Etappe 1) – Kreuzberg – Ried Pfaffenberg – Rothenhof (ca. Mitte zwischen Krems und Dürnstein)
  • 24,2 km, 608 hm Aufstieg, 679 hm Abstieg, höchster Punkt Stift Göttweig (425m)
  • Einkehrmöglichkeit: sehr, sehr viele, wenn der Lockdown nicht wär ;(
  • Gehzeit netto 4:53, inkl. Pausen 6:24

Wanderung auf den Hohenstein (NÖ)

Ein Klassiker in den NÖ Voralpen, welcher am Nationalfeiertag sogar eine Bergmesse im Programm hat.

Normalerweise findet am 26. Oktober am Hohenstein eine Bergmesse mit Pater Maximilian statt und kulinarisch verwöhnt uns das Team um Franz „Pfandi“ Hörhan. Nachdem wir da aber unseren Familienwandertag haben, können wir leider nie dabei sein. Familienwandertag ist heuer keiner, Bergmesse aber auch nicht – dann besuchen wir halt einfach unseren Pfandi.

Um 9:10 starten wir am Ende der Soisstraße los Richtung SO „durch“ das Sägewerk. Dann gleich links hinaus marschieren wir stetig ansteigend durch den Wald. Nach 50 Minuten erreichen wir eine große Lichtung, wir bleiben aber am Waldrand. Am Ende der Lichtung wird der Weg nun deutlich steiler – zuerst nochmal durch den Wald – dann steil durch Buschwerk – bis wir nach einem letzten kurzen flachen Stück um 11 Uhr nach knapp 2h Gehzeit auf dem Otto-Kandler-Haus eintreffen. Kurz vor dem Gipfel treffen wir auch auf den Mariazellerweg (NÖ 06er).

Nach einer ausgiebigen Rast starten wir um 5 nach 12 den Abstieg weiter am 06er (in der falschen Richtung halt) Richtung Norden. Hier geht es gleich ordentlich steil bergab und wir stellen fest – es wird sogar am Feiertag im Wald gearbeitet! Nach rund 40min Abstieg kommen wir auf die Lichtung Ebenwiesen, wo man kurz wieder ein kleines Stück bergauf zur Schöngrabenspitze geht (rund 80 hm).

Von hier weg geht es recht gemütlich den Rücken runter. Bald biegt der 06er nach Norden ab und wir wenden uns nach Süden wo wir an einigen Gehöften vorbei um 14:21 das Auto erreichen.

STATISTIK:

  • Strecke: Sois (Hinterbrühl) – Soisgraben – Hohenstein – Schöngrabenspitze – Sumertsberg – ret.
  • 13,0 km; 825 hm; höchster Punkt: Hohenstein (1195)
  • Einkehrmöglichkeit: Otto-Kandler-Haus (1195 – am Gipfel)
  • Gehzeit netto 3:43 (davon Aufstieg 1:49), inkl. Pausen 5:11

Ötscher über Raneck

Der Klassiker auf den Ötscher steht heute an diesem wunderschönen Tag nach langer Zeit wieder mal am Programm.

Der Coronasommer 2020 hat mir zwar meinen Weiterweg am Zentralalpenweg vermasselt, aber grundsätzlich ist viel los in Österreichs Bergen – so auch heute am Ötscher. Um 8 Uhr in der Früh ist der Parkplatz Raneck mehr als gefüllt (was am Abend einigen PKW Fahrern einen Spendenaufruf der Polizei bescheren wird) und auch am Parkplatz beim Großen Ötscherlift ist schon sehr viel los. So kommt es uns mehr als gelegen, dass wir zufällig ein Taxi finden, welches uns den Hatscher nach hinten erspart. Heute begleiten mich neben meiner Frau noch meine Cousine und ihr Mann, welche beide zum ersten Mal den Rauhen Kamm bezwingen werden.

Um 8:23 geht es los und wir marschieren einmal 40min auf der Forststraße zur Bärenlacke. Hier treffen wir auch auf den Weg von der Nestelbergsäge, welchen ich schon früher hier im Blog beschrieben habe. Wie immer steil durch den Wald und auch wie immer auf der Suche nach dem richtigen Weg erreichen wir nach fast genau einer Stunde den Grat, wo wir eine kleine Jausenpause in der Sonne einlegen. Es ist ordentlich was los heute, wir haben einige Gruppen überholt – und natürlich auch einige andere Gruppen uns.

Gestärkt geht es weiter und nach weiteren gut 20min Gehzeit steigen wir in den Kamm ein. Wir kommen auch gut voran und die beiden „Neuen“ bewältigen ihre Aufgabe auch hervorragend. Es sind die Bedingungen auch wirklich super – der Fels ist staubtrocken, kein Wind und angenehme Temperaturen.

Im Kamm holen wir dann überraschend die Familie der Cousine meiner Frau ein, wo auch einige jüngere Burschen mit von der Partie sind. So bleiben wir bei der Gruppe und sind natürlich etwas langsamer (aber noch immer recht brav unterwegs – die Burschen sind echt top drauf). So werden wir auch von einigen anderen Wanderern teilweise etwas unwirsch überholt – direkt unangenehm ist das manchmal … .

Nach insgesamt knapp 4 Stunden Wegzeit erreichen wir um 12:15 den Gipfel – ich habe noch nie so viele Menschen am Ötscher gesehen (und ich war da wirklich schon oft heroben)!

So halten wir uns auch nicht lange auf und starten den Abstieg Richtung Hütte. Wir probieren es mal im Eilmarsch und erreichen diese auch schon nach 40 Minuten Gehzeit. Nach einer weiteren Stärkung am Schutzhaus fahren einige unserer Gruppe mit dem Lift ins Tal, der Rest marschiert die schwarze Piste runter – gut 50 Minuten später sind wir dann am Parkplatz angelangt und die Tour zu Ende.

Fazit: Der Aufstieg über Raneck (wenn man dort starten kann) ist knapp 20min länger als über die Nestelbergsäge, beim Abstieg ist man vielleicht eine Spur schneller als über die Himmelsleiter – muss man aber zurück nach Raneck zum Auto gehen, ist esweiter und auch länger. Die Himmelsleiter kann gerade im oberen Bereich recht unangenehm steil und oft auch feucht sein, dafür ist die schwarze Piste sicher kein Highlight und ich empfehle definitiv den etwas längeren aber wesentlich knieschonenderen Weg über den Riffelsattel.

Statistik:

  • Strecke: Raneck – Bärenlacke – Rauher Kamm – Ötscher – Ötscherschutzhaus – Piste 1 – Parkplatz beim Sessellift Gr. Ötscher
  • 13,1 km, 1.008 hm, höchster Punkt Großer Ötscher (1893)
  • Gehzeit 07:05 (netto 04:10)
  • Einkehr: Ötscherschutzhaus (1418)

Landawirseen und Samspitze

Im Salzburger Lungau gibt es viele wunderschöne Bergseen. Diese schöne Tour führt uns im Göriachwinkel zu den Landawirseen.

Corona hat uns heuer etwas überraschend doch noch einen gemeinsamen Familiensommerurlaub beschert, dieser führt uns in den wirklich wunderschönen und recht beschaulichen Lungau. Im Lungau liegen ja die südlichen Schladminger Tauern und diese geizen dort nicht mit ihren Reizen – insbesondere mit ihren vielen großen und kleinen Bergseen. Und so führt uns unsere Tour heute auf die Landawirseen im Görichtal. Ganz zufällig fällt unsere Wahl nicht auf diese Seen – liegen sie doch am Zentralalpenweg (4 Tage brauche ich noch bis hierher) und in bin mir inzwischen nimmer sicher, ob ich heuer überhaupt eine Etappe gehen werde.

Die Anfahrt ist recht gemütlich – mit dem Auto kann man auf einer gut befestigten Forststraße bis zum Parkplatz vor dem Hüttendorf der Görichalmen fahren und so starten wir um 8:47 unsere Wanderung schon auf rund 1.400m.

Nach 5min ist man schon beim Hüttendorf – wirklich schön angelegt und mit der urigen Hansalhütte gibt es auch eine Möglichkeit zur Einkehr. Weiter geht es entlang dem Bach und nach 20 min und knapp 100hm steht das nächste Highlight am Programm – ein schöner Wasserfall an einer Stufe. Nun wird es etwas steiler bis wir nach rund 10min am oberen Ende der Stufe eine Alm erreichen. Hier sehen wir auch schon den Hochgolling am hinteren Ende des Tals.

Es geht stetig aber nie wirklich steil bergauf und schon bald öffnet sich das wunderschöne Tal namens Görichwinkel. Rechts sehen wir schon die noch mit Schneefeldern bedeckte Gollingscharte, wo die Weitwanderer am Zentralalpenweg steil herunterkommen. So werden dieser paar Meter bis zur Landawirseehütte wohl die einzigen sein, die ich heuer am 02er wandere ;(.

So erreichen wir um halb 11, also nach knapp 1 3/4h die noch leere Hütte – das wird sich auch noch ändern. Wir gehen aber gleich weiter zum Unteren und dann noch zum Oberen Landawirsee, wirklich wunderschön ist es hier. Kurz vor 3/4 12 sind wir zurück auf der Hütte und kehren ein – inzwischen ist die Hütte ja schon gut besucht.

Der Untere Landawirsee
Und der Obere Landawirsee

Gestärkt beschließen wir, das schöne Wetter zu nutzen und die nahegelegene Samspitze zu besteigen. Mit 2381 ist sie einer der kleineren Gipfel hier im Tal und wohl nicht besonders beliebt, den es war kaum ein Track im Internet zu finden. Um 12:50 maschieren wir los – zuerst ein kurzes Stück am Zentralalpenweg Richtung Trockenbrotscharte, dann aber gleich rechts abbiegend schräg den Hang entlang.

Und diese Schräge ist dann doch deutlich steiler und unangenehmer zu begehen, als wir erwartet haben. Ein kurzes Steilstück erpuppt sich vor allem wegen dem losen und brüchigen Gestein als ordentliche Herausforderung. Ich weiß jetzt wohl auch, warum dieser Gipfel nur selten begangen wird. Doch schließlich sind alle Schwierigkeiten überwunden und wir erreichen nach knapp über einer Stunde Gehzeit gegen 14 Uhr den Gipfel.

Von hier an der Salzburgerisch – Steirischen Grenze aus haben wir einen wunderschönen Rundblick und auch den bisher verwehrten Tiefblick ins Schladminger Obertal. Hier kann man auch sehr schön den Wasserreichtum und die vielen Seen erkennen, die es hier in der Schladminger Tauern gibt.

Nach einer kurzen Fotopause geht es nun wieder bergab. Das unangenehme Steilstück ist im Abstieg erwartungsgemäß noch ein wenig unangenehmer, doch wir schaffen es. Auf rund 2150m trifft der Weg auf den Tauernhöhenweg, der von der Gollingscharte „direkt“ zur Trockenbrotscharte führt. Ich kann den Weg Richtung Hochgolling nicht genau erkennen, aber es ist nach wie vor gesperrt und es sind auf diesem Weg jedenfalls einige steile Abbrüche zu queren. Von hier aus ist der Weg aber nicht mehr ausgesetzt und so gehen wir ihn auch retour.

Der höchste Berg der Schladminger Tauern – der Hochgolling – wacht über uns. Links die Gollingscharte, von wo auch der ganz leicht sichtbare Aufstieg auf den Gipfel beginnt.

Nach einer kurzen Stärkung auf der Hütte gehen wir wieder ins Tal – der Weg zieht sich dann trotz des wunderschönen Panoramas doch recht ordentlich und wir sind froh, als wir kurz nach 17 Uhr die Hansalhütte erreichen, wo wir den wunderschönen Wandertag ausklingen lassen.

Auf eine wunderschöne Wanderung – Prost!

Statistik:

  • Strecke: Parkplatz Hinteres Göriachtal – Landawirseehütte – Unterer Landawirsee – Oberer Landawirsee – Landawirseehütte – Samspitze Landawirseehütte – zurück zum Parkplatz
  • 17,4 km, 1.071 hm, höchster Punkt Samspitze (2381m)
  • Gehzeit 09:12 (netto 05:27)
  • Einkehr: Hansalhütte (Tal – 1418m), Landawirseehütte (1985m)

Hochtour auf die Wildspitze

Im Zuge unseres 9 summits Projektes besteigen wir diesmal den zweithöchsten Berg Österreichs und den höchsten Tiroler – die Wildspitze im Ötztal.

Der Plan war der folgende: Freitag Anreise nach Vent, Aufstieg auf die Breslauer Hütte; Samstag Gipfel, Abstieg und Nächtigung im Tal und am Sonntag gemütliche Heimreise. Das Schlechtwetter am Samstag war aber dagegen und so war der Plan B: Anreise Samstag, Sonntag Aufstieg und Abstieg zur Hütte mit Nächtigung und am Montag Abstieg ins Tal und Heimreise.

So fahren wir nun am Samstag, den 11. Juli am späten Vormittag los und erreichen nach einer laaaaangen Fahrt Längenfeld. Diesmal sind alle 5 Gipfelstürmer der 9 summits Gruppe dabei und im Ötztal stoßen auch noch Christian und Thomas zur Gruppe dazu – in Summe sind wir also zu siebent.

Am Sonntag um 6:30 geht es los – wir fahren als erstes nach Sölden frühstücken und fahren dann weiter nach Vent. Pünktlich um 8 nehmen wir den ersten Lift nach oben, der Anstieg vom Tal aus ist uns für einen Tag dann doch zu lange. Inzwischen wurde der obere Schlepplift ja auch durch einen Sessellift getauscht und so nehmen wir gleich noch ein paar Höhenmeter mit und starten dann top motiviert um 08:38 auf inzwischen 2.634m Seehöhe unsere Tour.

Perfekt zum Eingehen geht es dann erstmal einen halben km bergab – doch wir verlieren nur rund 50 m Höhe, das ist verkraftbar. Dann geht es am Normalweg über eine Brücke des Rofenbachs recht knackig hinauf zur Breslauer Hütte, die wir nach 40 min erreichen. Kurz das Hüttenequipment hinterlegt und Sonnencreme geschmiert – das Wetter scheint perfekt zu werden – geht es um 09:40 weiter Richtung Wildspitze – wir haben uns für den Normalweg über das Mitterkarjoch entschieden.

Leider hat ein Mitglied unserer Gruppe von Beginn an Probleme mit der Höhenlage und so kommen wir die ganze Tour über eher langsam voran. 1,5 h sind wir am großteils aperen Weg – gegen Ende jedoch über ausgedehnte Schneefelder – unterwegs, bis wir auf 3.300 m Höhe beschließen, Klettergurt und Steigeisen anzulegen.

Badesee wird das wohl eher keiner sein …
Schöner Rundblick in das Kar. Hinten in der Mitte neben einer Rinne der Klettersteig.

Die nachfolgenden rund 150 Höhenmeter gehen wir steil im inzwischen aufgefirnten Schnee – es kommen uns schon die ersten Gruppen am Rückweg entgegen. So haben wir am Einstieg des Steigs auch noch einiges an Wartezeit und während einige Kameraden schon oben Jausenpause machen, steigen die letzten Bergsteiger unserer Gruppe erst um 12.30 in den Steig ein, dessen Durchsteigung 20 min dauert. Der Klettersteig selber ist durchgehend gesichert und auch mit Steigeisen sehr gut begehbar.

Am Grat angekommen öffnet sich uns ein wunderschöner Blick auf den riesigen Taschachferner – sicherlich auch durch den Neuschnee vom Vortag im strahlenden Weiß. Um 13 Uhr gehen wir in 2 Seilschaften los und queren den Gletscher – recht angenehm moderat ansteigend, erst am Ende steilt sich der Gletscher auf. Nach einer Stunde legen wir an der Flanke des Gipfels angekommen Rucksäcke und Seil ab und klettern rund 15 min die letzten Meter empor – den Gipfel erreichen wir um 14:20, also 5:40 nach Abmarsch, reine Gehzeit rund 4:45. Einen Vorteil hat die Sache – wir sind ganz alleine auf dem zweithöchsten Berg Österreichs und haben aufgrund des stabilen Wetters auch absolut keinen Stress und können die herrliche Fernsicht genießen.

Die absolute Ruhe und Weite des „ewigen“ Eises machen einen demütig.
Anscheinend die Schlüsselstelle beim finalen Aufstieg – eine Felsnase.
Berg heil von der Wildspitze!

Zurück geht es dann um 14:40 am Aufstiegsweg. Dabei präsentiert sich das Steilstück unter dem Klettersteig recht unangenehm, da der Schnee inzwischen sehr weich und sehr nass geworden ist (das ist dann halt der Nachteil an der fortgeschrittenen Tageszeit), so gut wie niemand von uns schafft es ganz ohne Ausrutschen, manche rutschen gleich absichtlich :).

Im Abstieg nutzen wir dann vermehrt die noch vorhandenen Schneefelder und erreichen um 17:35 die Hütte – gerade rechtzeitig zum Abendessen. Christian und Thomas verlassen uns hier und steigen gleich am Abend noch ins Tal ab, der Rest feiert auf der Hütte den Gipfelsieg.

Am Montag starten wir dann nach einem gemütlichen Frühstück um 08:15 den Abstieg ins Tal, verzichten dann auch auf den unteren Lift und erreichen nach 1:20 Gehzeit den Parkplatz, wo eine wunderschöne Tour endgültig zu Ende geht.

Fazit: Touren zu vergleichen ist immer schwer, weil es viele Faktoren gibt, die hier einfließen und es auch immer sehr subjektiv ist. Verglichen mit dem Piz Buin vom vorigen Jahr war der Gletscher sicherlich angenehmer, weil nicht aper, deutlich spaltenärmer und gefühlt auch flacher. Der Klettersteig war einfach, das letzte Stück auf den Gipfel auch (es gibt genau eine Stelle, wo man ein wenig aufpassen muss). Gletscher- und Klettertechnisch ist die Wildspitze also einfacher. Einzig unangenehm ist das kurze Steilstück unter dem Steig. Was man natürlich schon merkt ist die Höhe, die Wildspitze ist dann halt doch 400 m höher und das merkt man – gerade wenn man so wie wir – vom Tal in einem Schwung auf 2.600 m rauf fährt und dann gleich ganz hinauf geht. Da wäre die Nacht auf der Hütte sicher hilfreich gewesen, aber das war halt nicht möglich.

An dieser Steller wieder DANKE an Lois für das wie immer spitze Video!

Statistik:

  • Strecke: Bergstation Sessellift „Wildes Mannle“ – Breslauer Hütte – Mitterkaroch (Klettersteig) – Taschachferner – Wildspitze (Südgipfel). Retour am Aufstiegsweg bzw. Talabstieg von der Hütte über den Normalweg Hütte – Stablein – Vent.
  • Länge: 17,2 km (davon 5,3 km Abstieg von der Hütte)
  • Zeit 10:20 (aktiv 07:04, davon 1:19 Hüttenabstieg)
  • Höhenmeter: 1.166 im Aufstieg und 1.920 im Abstieg
  • Kosten Parkplatz 5 EUR/Tag, Lift 17 EUR für beide Lifte