Skitour Lilienfeld – Hinteralm

Von allen Tourenzielen in meiner Umgebung die Hinteralm in zweierlei Hinsicht unschlagbar – kein Ziel ist so nah und in 30min für mich erreichbar und kaum ein anderes Ziel hat eine solche Hüttendichte (wenn sie offen hätten).

Gemeinsam mit meinem Nachbarn mache ich mich am Donnerstagmorgen auf den Weg. Der Wochentag hat einen riesen Vorteil – trotz gutem Tourenwetter ist der Andrang auf dieses doch sehr beliebte Ziel überschaubar.

Um 08:38 gehts los – gemütlich steigen wir auf der Straße empor. Die Schneelage ist ausreichend, könnte aber besser sein. Na hoffentlich haben wir bei der Abfahrt keine Probleme. Nach knapp einer Stunde Gehzeit und gut 300hm Aufstieg erreichen wir die offene Wiese und damit auch das steilste Stück unter der Lilienfelderhütte auf der ehemaligen Piste. Man kann aber noch gut direkt aufsteigen, Kehren sind nicht erforderlich.

Vorbei an der leider geschlossenen Hütte biegen wir am Waldrand scharf nach links ab und steigen die ehemalige Piste weiter auf. Nach ein paar Meter auf einem kleinen Rücken passieren wir die „Engstelle“ mit der Bergrettungshütte und von dort weg geht es wieder gemütlicher auf einem breiten Rücken Richtung Bergstation.

Diese passieren wir nach 1:40 Wegzeit – hier könnte man links ein paar Meter zur (sicher auch geschlossenen) Klosteralpe abfahren. Wir biegen nach kurzem Aufstieg aber in den Weg Richtung Muckenkogel ein bzw. gehen einfach geradeaus weiter. Nach wenigen Metern führt die Klöstertreppe rechts hinauf zum Muckenkogel – ist aber nix für die Ski und so gehen wir am Muckenkogel vorbei auf der Forststraße weiter.

Nach 20 min kommt die „Schlüsselstelle“ – eine kurze Abfahrt mit rund 10hm ist mir trotz Auslauf zu schwer und ich sitz am Hintern – Abfahrt mit Tourenski im Gehmodus und ich sind wohl nicht die besten Freunde. Schnell aufgestanden und weiter am Weg bis wir nach 20min die Hinteralm und damit auch die Traisnerhütte – unser Tagesziel – erreichen. Apropos: Je nach Schneelage präpariert der Wirt der Traisnerhütte mit einer alten Pistenraupe den Weg – somit hat man immer recht angenehme Bedingungen.

Nach einer gemütlichen Rast (im Winterraum kann man sich umziehen und auch Getränke erwerben) schnallen wie die Ski wieder an und machen uns auf den Rückweg. Abgesehen von den ersten paar Metern, wo wir die Wiese abfahren und dem kurzen Stück bei der Lilienfelder Hütte fahren wir immer am Aufstiegsweg ab – was heute kein Thema ist, bei viel Gegenverkehr kann das aber unangenehm werden. Die Schneeauflage im unteren Teil passt auch und bei nicht zu ruppigen Bremsmanöver schaffen wir es ohne Steinkontakt bis ins Tal.

Bei unserer Rückkehr ist der Parkplatz schon ordentlich befüllt.

Fazit: Die Hinteralm ist mit 850 hm nicht ganz kurz aber auch nicht anstrengend – ich finde eine super schöne, absolut sichere und technisch einfache Tour, die bei guten Bedingungen einen wunderschönen Tourentag mit super Einkehrmöglichkeiten verspricht. Man darf auch die im Hochwinter einfache Erreichbarkeit uns super Parkmöglichkeit nicht außer Acht lassen.

STATISTIK:

  • Strecke: Liftparkplatz Muckenkogel Lilienfeld – Lilienfelder Gschwendt – Bergstation – Muckenkogel (östlich umgehend) – Hinteralm; Abfahrt wie Aufstieg
  • 14,1 km, 848 hm Aufstieg (7,1 km)
  • Höchster Punkt: Hinteralm, 1313m
  • Einkehrmöglichkeit: Lilienfelder Hütte, Traisnerhütte, mit einem kleinen Umweg Klosteralpe bzw. Steinhofberghütte (Montagshütte)
  • Aufstiegszeit 2:18 (inkl. Pausen), Gesamt 3:20 (davon in Bewegung 2:41)

Von Mauterndorf auf den Moserkopf

Beruflich verschlägt es mich diesen Jänner in den Salzburger Lungau und so nutzen mein Kollege Mathias und ich die Gelegenheit für eine Skitour.

Startpunkt ist der Friedhof in Mauterndorf – wenn das hoffentlich kein schlechtes Omen ist. Das Wetter ist gut und es liegt genug Schnee bis in den Ort – laut meinem Kollegen Mathias, dessen Familie hier lebt ist das auch nicht allzu oft der Fall.

Um 08:20 starten wir also auf 1160m Seehöhe. Zuerst steigen wir über freie Wiesenflächen am südlichen Rücken des Fanningbergs empor, bis wir nach nach gut einer halten Stunde in den Wald hineingehen. Nach ein paar Metern auf einer Forststraße verlassen wir diese gleich wieder und steigen links direkt durch den Wald in einer leichte ausgeprägten Rinne empor. Nach 20 Minuten lichtet sich der Wald wieder und wir steigen weiter auf mit Bäumen durchsetzten Wiesen auf und erreichen nach gut einer Stunde Gehzeit eine Hütte – den Gasthof Sonnblick direkt an einer Skipiste.

Mathias erzählt mir, dass dies der obere von 2 Schleppliften ist, die früher von Mauterndorf hier raufgeführt haben, der untere Langwiesenlift ist inzwischen aber stillgelegt. Wahrscheinlich CORONA bedingt ist aber auch dieser Lift ganz am Rande des Skigebietes nicht in Betrieb und auch die Piste ist nicht präpariert, für uns ist das ein Vorteil. Wir steigen weiter durch den Wald auf und erreichen kurz darauf einen Ziehweg, den wir nach rechts bergauf folgen. Doch nach ein paar Hundert Meter biegen wir wieder links in den Wald ein und steigen den Gipfel des Moserkopfs links liegen lassend weiter empor bis wir oben am Rücken wieder auf den Ziehweg treffen.

Der Wind hat aufgefrischt uns so beschließen wir hier auf der Kuppel auf knapp 2000m die Tour zu beenden und nach einer Pause wieder abzufahren. Kurz noch ein Wort zur Steilheit: Die Tour ist zwar nie wirklich steil und gut zu gehen, aber steigt doch die ganze Zeit ordentlich an. Ein paar kurze Aufschwünge fordern mich mit meinen noch nicht wirklich vorhandenen Tourengeherkenntnissen dann doch ein wenig heraus.

Die Abfahrt führt uns entlang bzw. neben der Piste (hier ist es nicht so zerfahren und schöner) und durch den Wald rechts vom Aufstiegsweg bis zur Bergstation des unteren Lifts. Mathias möchte die Lifttrasse abfahren, ich beschließe aber 2 Einheimischen nachzufahren, die gerade vorbeikommen und deren Auto neben uns am Parkplatz steht. Einen schmalen Weg durch den Wald – dann sehe ich vor mir einen Graben und die Damen vor mir schieben grad den Gegenhang empor.

So nehme ich Schwung, damit ich gut durch den Graben komme (den ich natürlich nicht einsehe). Rein in den Graben dann der Schreck – völlig überraschend(!) durchzieht den Graben ein Bach und darüber führt eine schmale Brücke, die nur halb mit Schnee bedeckt ist und auch nur ein einseitiges Geländer hat. Ich seh mich schon im Bach liegen und Mathias, der inzwischen nachkommt laut lachen, durch irgendwie schaff ich es auf einem Ski doch heil über die Brücke. Na ja, Glück gehabt und wieder was gelernt.

Danach führt der Weg wieder aus dem Wald raus und wir können auf der breiten Wiese noch einige schöne Schwünge in den unverspurten Schnee bis hinunter zum Parkplatz ziehen.

Fazit: Eine wahrscheinlich überregional nicht besonders bekannte schöne und sportliche Waldtour, die durch ihre südseitige Exposition wahrscheinlich nicht allzu oft gute Bedingungen liefert und durch das Ziel im Skigebiet auch die Möglichkeit eines kühlen Gipfelbiers bietet.

STATISTIK:

  • Strecke: Parkplatz Friedhof Mauterndorf – Veitl – GH Sonnblick – Moserkopf, retour über Piste (nicht in Betrieb) bzw. Wald – ab der Talstation durch Waldwege und die Aufstiegswiese
  • 8,0 km, 828 hm Aufstieg (3,8 km)
  • Einkehrmöglichkeit: GH Sonnblick, Gamsstadl (wenn man ein Stück weiter geht)
  • Aufstiegszeit 1:40 (inkl. Pausen), Gesamt 2:15 (davon in Bewegung 1:56)

Skitour aufs Hennesteck (Annaberg)

Unsere erste Skitour 2021 führt uns auf die Annaalm am Annaberg mit Abfahrt über die Piste.

Nachdem der Corona-Winter 2020/21 Skifahren fast und einen Skiurlaub ganz unmöglich macht, haben meine Frau und ich uns (wie sehr viele andere auch) heuer endlich eine eigene Skitourenausrüstung gekauft. Unsere erste Tour ist eine ganz einfache und führt uns über den Herzerlweg am Hennesteck vorbei auf die Annalm.

Los gehts um 08:55 am Liftparkplatz der Raidllifte (man muss sich vorher online ein Parkticket kaufen). Kurz die Piste rauf und dann unter der Bergstation quer über die Trasse links in einen Feldweg einbiegen. Dieser Weg führt flach vorbei am Waldbauer und am Weißen Kreuz bis zu einer Abzweigung, wo man scharf links in den Wald hinein abbiegt.

Nun wird es steiler – das erste kurze Stück kann man noch gut am Feldweg umgehen, was vorallem bei wenig Schnee (also heute) von Vorteil ist. Dann geht es am Anfang ganz gut weiter, doch am oberen Ende des Anstiegs ist es vorbei. Vielleicht ist es die fehlende Erfahrung, vielleicht aber auch der wenige Schnee verbunden mit Eis und mit den immer wieder herausschauenden Wurzeln der uns immer wieder wegrutschen lässt – am Ende schnallen wir die Ski ab und gehen die rund 20m bis zum Rücken zu Fuß. Es sind eh nur 100 Höhenmeter von unten weg – aber uns reichts.

Am Rücken angekommen ist es wunderschön. Hier liegt dann doch mehr Schnee und manchmal ein wenig steiler, aber meist gemütlich geht es durch den Wald dahin und wir erreichen bald nach einer kurzen Rast schon den Speicherteich und damit auch schon fast unser Tagesziel – das Annahaus.

Nach einer ausgiebigen Rast fahren wir dann die Piste runter ins Tal und mit dem Schlepplift (eine Fahrt ist im Ticket dabei) wieder hinauf, wo wir dann die 10hm zum Parkplatz ohne Anstrengung abfahren können. Anmerkung am Rande: Das Ticket haben wir (ich) natürlich im Auto vergessen – der Liftwart lässt uns trotzdem fahren – DANKE.

STATISTIK:

  • Strecke: Parkplatz Annaberg Raidllifte – Herzerlweg – Hennesteck – Anna Alm; Abfahrt über die Piste.
  • 10,2 km, 501 hm Aufstieg (6,7 km)
  • Einkehrmöglichkeit: Waldbauer, Anna-Alm
  • Aufstiegszeit 2:55 (inkl. Pausen), Gesamt 3:39 (davon in Bewegung 2:30)

Welterbesteig Tag 4: Unterbergern – Rothenhof

An diesem schönen Herbsttag wollen wir am 4. Tag unserer Wanderung die Donau überschreiten und am linken Donauufer den „Rückweg“ nach Melk antreten.

Kurz vor halb 9 starten wir wieder in Unterbergern, wo wir uns noch im lokalen Nah & Frisch mit frischen Kaffee und einer Wegzehrung versorgen. Nach Süden geht es gleich bergauf und wir erreichen schnell offene Felder und können durch den Dunst schon die Stadt Krems erspähen.

Durch herbstlich bunte Weingärten und Äcker wandern wir nun gemütlich ostwärts immer bergab Richtung Furth. Nach gut 5 km Wegzeit und rund einer Stunde Gehzeit steigen wir nun kurz und steil westseitig auf einem schönen Pfad den rund 200m hohen Stiftsberg hinauf und erreichen um 10 Uhr das verschlafene und menschenleere Stift Göttweig (alles geschlossen – Lockdown halt). Ein kurzes Gebet in der Stiftskirche und wir steigen wieder ab und erreichen nach 15min Furth.

Furth ist ein recht netter Ort und schnell durchwandert, am westlichen Ortsrand liegt der Zellergraben – ein wunderschöner Hohlweg als informativer Weinthemenweg angelegt.

Sandsteinkunst

Beim Zellerkreuz (eigentlich eine Kreuzung) machen wir eine erste Rast und wandern anschließend idyllisch durch die Weingären Richtung Norden bis wir um 11:20 bei der Kaserne in Mautern eintreffen. 12,5 km waren es bis hierher und ein paar Hundert Meter weiter endet auch die Etappe 13 im Zentrum von Mautern. Wir wandern aber gleich weiter und überqueren um 11:45 die Donau und wechseln damit auch auf das linke Donauufer.

Doch noch geht es nicht retour – sondern 3km durch Stein und die Altstadt nach Krems, wo wir gegen 12:§0 nach 17,5km den Hohen Markt und damit den offiziellen Start/Ziel des Welterbesteigs erreichen. Nach einer weiteren Pause starten wir auch gleich Etappe 1 und wandern hinaus zum Kremser Kreuzberg – und wir sind mehr als überrascht wie schön dieser Weg ist.

Vom Kreuzberg geht es wieder runter nach Stein und eine Straße „ober“ dem Hinweg geht es durch Stein und hinaus in die Ried Pfaffleiten Richtung Dürnstein. Nach 24km Weg kommen wir an einem kleinen Ort „Rothenhof“ vorbei – wo wir unsere Etappe für heute nach fast 6,5h beenden.

Wir wissen natürlich nicht, was noch kommt – aber eines ist fix: die heutige Etappe wird schwer zu toppen sein. Die Eindrücke der Dörfer, die wunderschöne (Alt-)Stadt Krems und Stein, sowie die herbstlichen Weinberge waren auch in der Abwechslung der Tour einfach *****+ und haben in uns einen mehr als bleibenden Eindruck hinterlassen – die Wachau as it’s best!

STATISTIK:

  • Strecke: Unterbergern – Stift Göttweig – Furth – Mautern (Ende Etappe 13) – Krems (Ende Etappe 14 – Start Etappe 1) – Kreuzberg – Ried Pfaffenberg – Rothenhof (ca. Mitte zwischen Krems und Dürnstein)
  • 24,2 km, 608 hm Aufstieg, 679 hm Abstieg, höchster Punkt Stift Göttweig (425m)
  • Einkehrmöglichkeit: sehr, sehr viele, wenn der Lockdown nicht wär ;(
  • Gehzeit netto 4:53, inkl. Pausen 6:24

Wanderung auf den Hohenstein (NÖ)

Ein Klassiker in den NÖ Voralpen, welcher am Nationalfeiertag sogar eine Bergmesse im Programm hat.

Normalerweise findet am 26. Oktober am Hohenstein eine Bergmesse mit Pater Maximilian statt und kulinarisch verwöhnt uns das Team um Franz „Pfandi“ Hörhan. Nachdem wir da aber unseren Familienwandertag haben, können wir leider nie dabei sein. Familienwandertag ist heuer keiner, Bergmesse aber auch nicht – dann besuchen wir halt einfach unseren Pfandi.

Um 9:10 starten wir am Ende der Soisstraße los Richtung SO „durch“ das Sägewerk. Dann gleich links hinaus marschieren wir stetig ansteigend durch den Wald. Nach 50 Minuten erreichen wir eine große Lichtung, wir bleiben aber am Waldrand. Am Ende der Lichtung wird der Weg nun deutlich steiler – zuerst nochmal durch den Wald – dann steil durch Buschwerk – bis wir nach einem letzten kurzen flachen Stück um 11 Uhr nach knapp 2h Gehzeit auf dem Otto-Kandler-Haus eintreffen. Kurz vor dem Gipfel treffen wir auch auf den Mariazellerweg (NÖ 06er).

Nach einer ausgiebigen Rast starten wir um 5 nach 12 den Abstieg weiter am 06er (in der falschen Richtung halt) Richtung Norden. Hier geht es gleich ordentlich steil bergab und wir stellen fest – es wird sogar am Feiertag im Wald gearbeitet! Nach rund 40min Abstieg kommen wir auf die Lichtung Ebenwiesen, wo man kurz wieder ein kleines Stück bergauf zur Schöngrabenspitze geht (rund 80 hm).

Von hier weg geht es recht gemütlich den Rücken runter. Bald biegt der 06er nach Norden ab und wir wenden uns nach Süden wo wir an einigen Gehöften vorbei um 14:21 das Auto erreichen.

STATISTIK:

  • Strecke: Sois (Hinterbrühl) – Soisgraben – Hohenstein – Schöngrabenspitze – Sumertsberg – ret.
  • 13,0 km; 825 hm; höchster Punkt: Hohenstein (1195)
  • Einkehrmöglichkeit: Otto-Kandler-Haus (1195 – am Gipfel)
  • Gehzeit netto 3:43 (davon Aufstieg 1:49), inkl. Pausen 5:11

Ötscher über Raneck

Der Klassiker auf den Ötscher steht heute an diesem wunderschönen Tag nach langer Zeit wieder mal am Programm.

Der Coronasommer 2020 hat mir zwar meinen Weiterweg am Zentralalpenweg vermasselt, aber grundsätzlich ist viel los in Österreichs Bergen – so auch heute am Ötscher. Um 8 Uhr in der Früh ist der Parkplatz Raneck mehr als gefüllt (was am Abend einigen PKW Fahrern einen Spendenaufruf der Polizei bescheren wird) und auch am Parkplatz beim Großen Ötscherlift ist schon sehr viel los. So kommt es uns mehr als gelegen, dass wir zufällig ein Taxi finden, welches uns den Hatscher nach hinten erspart. Heute begleiten mich neben meiner Frau noch meine Cousine und ihr Mann, welche beide zum ersten Mal den Rauhen Kamm bezwingen werden.

Um 8:23 geht es los und wir marschieren einmal 40min auf der Forststraße zur Bärenlacke. Hier treffen wir auch auf den Weg von der Nestelbergsäge, welchen ich schon früher hier im Blog beschrieben habe. Wie immer steil durch den Wald und auch wie immer auf der Suche nach dem richtigen Weg erreichen wir nach fast genau einer Stunde den Grat, wo wir eine kleine Jausenpause in der Sonne einlegen. Es ist ordentlich was los heute, wir haben einige Gruppen überholt – und natürlich auch einige andere Gruppen uns.

Gestärkt geht es weiter und nach weiteren gut 20min Gehzeit steigen wir in den Kamm ein. Wir kommen auch gut voran und die beiden „Neuen“ bewältigen ihre Aufgabe auch hervorragend. Es sind die Bedingungen auch wirklich super – der Fels ist staubtrocken, kein Wind und angenehme Temperaturen.

Im Kamm holen wir dann überraschend die Familie der Cousine meiner Frau ein, wo auch einige jüngere Burschen mit von der Partie sind. So bleiben wir bei der Gruppe und sind natürlich etwas langsamer (aber noch immer recht brav unterwegs – die Burschen sind echt top drauf). So werden wir auch von einigen anderen Wanderern teilweise etwas unwirsch überholt – direkt unangenehm ist das manchmal … .

Nach insgesamt knapp 4 Stunden Wegzeit erreichen wir um 12:15 den Gipfel – ich habe noch nie so viele Menschen am Ötscher gesehen (und ich war da wirklich schon oft heroben)!

So halten wir uns auch nicht lange auf und starten den Abstieg Richtung Hütte. Wir probieren es mal im Eilmarsch und erreichen diese auch schon nach 40 Minuten Gehzeit. Nach einer weiteren Stärkung am Schutzhaus fahren einige unserer Gruppe mit dem Lift ins Tal, der Rest marschiert die schwarze Piste runter – gut 50 Minuten später sind wir dann am Parkplatz angelangt und die Tour zu Ende.

Fazit: Der Aufstieg über Raneck (wenn man dort starten kann) ist knapp 20min länger als über die Nestelbergsäge, beim Abstieg ist man vielleicht eine Spur schneller als über die Himmelsleiter – muss man aber zurück nach Raneck zum Auto gehen, ist esweiter und auch länger. Die Himmelsleiter kann gerade im oberen Bereich recht unangenehm steil und oft auch feucht sein, dafür ist die schwarze Piste sicher kein Highlight und ich empfehle definitiv den etwas längeren aber wesentlich knieschonenderen Weg über den Riffelsattel.

Statistik:

  • Strecke: Raneck – Bärenlacke – Rauher Kamm – Ötscher – Ötscherschutzhaus – Piste 1 – Parkplatz beim Sessellift Gr. Ötscher
  • 13,1 km, 1.008 hm, höchster Punkt Großer Ötscher (1893)
  • Gehzeit 07:05 (netto 04:10)
  • Einkehr: Ötscherschutzhaus (1418)

Über den AV Steig auf die Rax

Einfache Klettersteigtour über den altehrwürdigen AV Steig auf die Rax und retour am Wachthüttelkamm.

Ein aus meiner Sicht nicht uninteressanter Anfängerklettersteig in der Nähe ist der Alpenvereinssteig im Großen Höllental auf die Rax. Insbesondere auch deshalb, weil es viele Möglichkeiten der Kombination gibt – so kann man entweder „klassisch“ über den Wachthüttelkamm absteigen oder auch etwas sportlicher über den Teufelsbadstubensteig oder auch über den AV – Gustav-Jahn und Gaislochsteig. Alles Anfängerklettersteige in einem der schönsten Alpingebieten im östlichen Raum (ok ich oute mich hier gerne als Rax-Fan).

Wir (heute begleiten mich mein Sohn und mein Nachbar) parken direkt an der Höllentalstraße gleich nach einem kurzen Tunnel (wenn man von Nordwesten kommt) und starten um 08:38 mit dem Zustieg. Am Anfang ist die Wegwahl etwas verwirrend, weil man bei einer nicht gut beschrifteten Abzweigung Gefahr läuft, den „logisch richtigen“ gut begangenen Weg bergauf statt den etwas verwachsenen Weg bergab zu nehmen. Doch ist diese Hürde bezwungen, erreicht man nach knapp 10 Minuten die Schönbrunnerstiege – ein erster Ausblick auf das anstehende Abenteuer.

Ist diese bezwungen, erreichen wir nach knapp einer halben Stunde die Forststraße, der wir leicht ansteigend weiter ins Tal hinein folgen, flankiert von den Felswänden des Raxplateaus. Nach gut 45 Minuten erreichen wir ein ausgetrocknetes Bachbett und von hier an geht es doch deutlich steiler bis an die Flanke der Wand, welche auch die Einstiegsstelle für den AV Steig markiert.

Gleich zu Beginn steigen wir auf wirklich sehr alten Leitern empor, die doch etwas Vertrauen in die noch bestehenden Befestigungen erfordern. Anschließend geht es immer wieder abwechselnd gesichert oder ungesichert in der steilen Wand empor, dabei sind aber auch immer wieder einige Querungen zu überwinden die durchaus heikel sein können. Dazwischen ist im Steig aber immer wieder Gehgelände vorzufinden. Wir bewegen uns recht gemütlich vorwärts und sind nach 2h Klettersteigzeit um 12:30 am Ausstieg – die Höllentalaussicht, wo uns auch schon einige Wanderer erwarten. Nach einer Pause und ein paar Fotos starten wir Richtung Ottohaus, welches wir nach ca. 30min Gehzeit erreichen. Dieses darf an diesem Tag auch einen prominenten Gast begrüßen – unser Bundeskanzler nutzt den schönen Sommertag ebenfalls zu einer Wanderung auf die Rax (ich geb’s aber zu, ich hätt ihn mit T-Shirt und kurzer Hose gar nicht erkannt).

Nach einer gemütlichen Mittagspause starten wir den Rückweg – meine Begleiter wollen über den Wachthüttelkamm absteigen. Anfangs ist dieser auch wirklich schön zu gehen, nur das letzte Stück ist doch ordentlich steil und unangenehm zu gehen. Darum ist er auch als Klettersteig A bewertet – es gibt auch einige Seilversicherungen und Leitern. Da wäre ich lieber über einen der anderen Klettersteig abgestiegen. So benötigen wir in Summe 2:15h für den Abstieg – ohne nennenswerte Pausen.

wunderschöner Blick auf den Schneeberg im Abstieg

Schlussendlich lassen wir den Tag im neuen Weichtalhaus ausklingen, wo wir sogar eine Führung inkl. einiger interessanter Geschichten zum Neubau bekommen.

Statistik:

  • Strecke: Parkplatz beim Weichtalhaus – Schönbrunnerstiege (KS A) – AV Steig (KS B) – Ottohaus – Wachthüttelkamm (KS A) – zurück zum Parkplatz
  • 16,1 km, 1.121 hm, höchster Punkt Ottohaus (1642)
  • Gehzeit 07:38 (netto 05:00)
  • Einkehr: Ottohaus (1642m), Weichtalshaus (Tal, 547m)

Landawirseen und Samspitze

Im Salzburger Lungau gibt es viele wunderschöne Bergseen. Diese schöne Tour führt uns im Göriachwinkel zu den Landawirseen.

Corona hat uns heuer etwas überraschend doch noch einen gemeinsamen Familiensommerurlaub beschert, dieser führt uns in den wirklich wunderschönen und recht beschaulichen Lungau. Im Lungau liegen ja die südlichen Schladminger Tauern und diese geizen dort nicht mit ihren Reizen – insbesondere mit ihren vielen großen und kleinen Bergseen. Und so führt uns unsere Tour heute auf die Landawirseen im Görichtal. Ganz zufällig fällt unsere Wahl nicht auf diese Seen – liegen sie doch am Zentralalpenweg (4 Tage brauche ich noch bis hierher) und in bin mir inzwischen nimmer sicher, ob ich heuer überhaupt eine Etappe gehen werde.

Die Anfahrt ist recht gemütlich – mit dem Auto kann man auf einer gut befestigten Forststraße bis zum Parkplatz vor dem Hüttendorf der Görichalmen fahren und so starten wir um 8:47 unsere Wanderung schon auf rund 1.400m.

Nach 5min ist man schon beim Hüttendorf – wirklich schön angelegt und mit der urigen Hansalhütte gibt es auch eine Möglichkeit zur Einkehr. Weiter geht es entlang dem Bach und nach 20 min und knapp 100hm steht das nächste Highlight am Programm – ein schöner Wasserfall an einer Stufe. Nun wird es etwas steiler bis wir nach rund 10min am oberen Ende der Stufe eine Alm erreichen. Hier sehen wir auch schon den Hochgolling am hinteren Ende des Tals.

Es geht stetig aber nie wirklich steil bergauf und schon bald öffnet sich das wunderschöne Tal namens Görichwinkel. Rechts sehen wir schon die noch mit Schneefeldern bedeckte Gollingscharte, wo die Weitwanderer am Zentralalpenweg steil herunterkommen. So werden dieser paar Meter bis zur Landawirseehütte wohl die einzigen sein, die ich heuer am 02er wandere ;(.

So erreichen wir um halb 11, also nach knapp 1 3/4h die noch leere Hütte – das wird sich auch noch ändern. Wir gehen aber gleich weiter zum Unteren und dann noch zum Oberen Landawirsee, wirklich wunderschön ist es hier. Kurz vor 3/4 12 sind wir zurück auf der Hütte und kehren ein – inzwischen ist die Hütte ja schon gut besucht.

Der Untere Landawirsee
Und der Obere Landawirsee

Gestärkt beschließen wir, das schöne Wetter zu nutzen und die nahegelegene Samspitze zu besteigen. Mit 2381 ist sie einer der kleineren Gipfel hier im Tal und wohl nicht besonders beliebt, den es war kaum ein Track im Internet zu finden. Um 12:50 maschieren wir los – zuerst ein kurzes Stück am Zentralalpenweg Richtung Trockenbrotscharte, dann aber gleich rechts abbiegend schräg den Hang entlang.

Und diese Schräge ist dann doch deutlich steiler und unangenehmer zu begehen, als wir erwartet haben. Ein kurzes Steilstück erpuppt sich vor allem wegen dem losen und brüchigen Gestein als ordentliche Herausforderung. Ich weiß jetzt wohl auch, warum dieser Gipfel nur selten begangen wird. Doch schließlich sind alle Schwierigkeiten überwunden und wir erreichen nach knapp über einer Stunde Gehzeit gegen 14 Uhr den Gipfel.

Von hier an der Salzburgerisch – Steirischen Grenze aus haben wir einen wunderschönen Rundblick und auch den bisher verwehrten Tiefblick ins Schladminger Obertal. Hier kann man auch sehr schön den Wasserreichtum und die vielen Seen erkennen, die es hier in der Schladminger Tauern gibt.

Nach einer kurzen Fotopause geht es nun wieder bergab. Das unangenehme Steilstück ist im Abstieg erwartungsgemäß noch ein wenig unangenehmer, doch wir schaffen es. Auf rund 2150m trifft der Weg auf den Tauernhöhenweg, der von der Gollingscharte „direkt“ zur Trockenbrotscharte führt. Ich kann den Weg Richtung Hochgolling nicht genau erkennen, aber es ist nach wie vor gesperrt und es sind auf diesem Weg jedenfalls einige steile Abbrüche zu queren. Von hier aus ist der Weg aber nicht mehr ausgesetzt und so gehen wir ihn auch retour.

Der höchste Berg der Schladminger Tauern – der Hochgolling – wacht über uns. Links die Gollingscharte, von wo auch der ganz leicht sichtbare Aufstieg auf den Gipfel beginnt.

Nach einer kurzen Stärkung auf der Hütte gehen wir wieder ins Tal – der Weg zieht sich dann trotz des wunderschönen Panoramas doch recht ordentlich und wir sind froh, als wir kurz nach 17 Uhr die Hansalhütte erreichen, wo wir den wunderschönen Wandertag ausklingen lassen.

Auf eine wunderschöne Wanderung – Prost!

Statistik:

  • Strecke: Parkplatz Hinteres Göriachtal – Landawirseehütte – Unterer Landawirsee – Oberer Landawirsee – Landawirseehütte – Samspitze Landawirseehütte – zurück zum Parkplatz
  • 17,4 km, 1.071 hm, höchster Punkt Samspitze (2381m)
  • Gehzeit 09:12 (netto 05:27)
  • Einkehr: Hansalhütte (Tal – 1418m), Landawirseehütte (1985m)

Hochtour auf die Wildspitze

Im Zuge unseres 9 summits Projektes besteigen wir diesmal den zweithöchsten Berg Österreichs und den höchsten Tiroler – die Wildspitze im Ötztal.

Der Plan war der folgende: Freitag Anreise nach Vent, Aufstieg auf die Breslauer Hütte; Samstag Gipfel, Abstieg und Nächtigung im Tal und am Sonntag gemütliche Heimreise. Das Schlechtwetter am Samstag war aber dagegen und so war der Plan B: Anreise Samstag, Sonntag Aufstieg und Abstieg zur Hütte mit Nächtigung und am Montag Abstieg ins Tal und Heimreise.

So fahren wir nun am Samstag, den 11. Juli am späten Vormittag los und erreichen nach einer laaaaangen Fahrt Längenfeld. Diesmal sind alle 5 Gipfelstürmer der 9 summits Gruppe dabei und im Ötztal stoßen auch noch Christian und Thomas zur Gruppe dazu – in Summe sind wir also zu siebent.

Am Sonntag um 6:30 geht es los – wir fahren als erstes nach Sölden frühstücken und fahren dann weiter nach Vent. Pünktlich um 8 nehmen wir den ersten Lift nach oben, der Anstieg vom Tal aus ist uns für einen Tag dann doch zu lange. Inzwischen wurde der obere Schlepplift ja auch durch einen Sessellift getauscht und so nehmen wir gleich noch ein paar Höhenmeter mit und starten dann top motiviert um 08:38 auf inzwischen 2.634m Seehöhe unsere Tour.

Perfekt zum Eingehen geht es dann erstmal einen halben km bergab – doch wir verlieren nur rund 50 m Höhe, das ist verkraftbar. Dann geht es am Normalweg über eine Brücke des Rofenbachs recht knackig hinauf zur Breslauer Hütte, die wir nach 40 min erreichen. Kurz das Hüttenequipment hinterlegt und Sonnencreme geschmiert – das Wetter scheint perfekt zu werden – geht es um 09:40 weiter Richtung Wildspitze – wir haben uns für den Normalweg über das Mitterkarjoch entschieden.

Leider hat ein Mitglied unserer Gruppe von Beginn an Probleme mit der Höhenlage und so kommen wir die ganze Tour über eher langsam voran. 1,5 h sind wir am großteils aperen Weg – gegen Ende jedoch über ausgedehnte Schneefelder – unterwegs, bis wir auf 3.300 m Höhe beschließen, Klettergurt und Steigeisen anzulegen.

Badesee wird das wohl eher keiner sein …
Schöner Rundblick in das Kar. Hinten in der Mitte neben einer Rinne der Klettersteig.

Die nachfolgenden rund 150 Höhenmeter gehen wir steil im inzwischen aufgefirnten Schnee – es kommen uns schon die ersten Gruppen am Rückweg entgegen. So haben wir am Einstieg des Steigs auch noch einiges an Wartezeit und während einige Kameraden schon oben Jausenpause machen, steigen die letzten Bergsteiger unserer Gruppe erst um 12.30 in den Steig ein, dessen Durchsteigung 20 min dauert. Der Klettersteig selber ist durchgehend gesichert und auch mit Steigeisen sehr gut begehbar.

Am Grat angekommen öffnet sich uns ein wunderschöner Blick auf den riesigen Taschachferner – sicherlich auch durch den Neuschnee vom Vortag im strahlenden Weiß. Um 13 Uhr gehen wir in 2 Seilschaften los und queren den Gletscher – recht angenehm moderat ansteigend, erst am Ende steilt sich der Gletscher auf. Nach einer Stunde legen wir an der Flanke des Gipfels angekommen Rucksäcke und Seil ab und klettern rund 15 min die letzten Meter empor – den Gipfel erreichen wir um 14:20, also 5:40 nach Abmarsch, reine Gehzeit rund 4:45. Einen Vorteil hat die Sache – wir sind ganz alleine auf dem zweithöchsten Berg Österreichs und haben aufgrund des stabilen Wetters auch absolut keinen Stress und können die herrliche Fernsicht genießen.

Die absolute Ruhe und Weite des „ewigen“ Eises machen einen demütig.
Anscheinend die Schlüsselstelle beim finalen Aufstieg – eine Felsnase.
Berg heil von der Wildspitze!

Zurück geht es dann um 14:40 am Aufstiegsweg. Dabei präsentiert sich das Steilstück unter dem Klettersteig recht unangenehm, da der Schnee inzwischen sehr weich und sehr nass geworden ist (das ist dann halt der Nachteil an der fortgeschrittenen Tageszeit), so gut wie niemand von uns schafft es ganz ohne Ausrutschen, manche rutschen gleich absichtlich :).

Im Abstieg nutzen wir dann vermehrt die noch vorhandenen Schneefelder und erreichen um 17:35 die Hütte – gerade rechtzeitig zum Abendessen. Christian und Thomas verlassen uns hier und steigen gleich am Abend noch ins Tal ab, der Rest feiert auf der Hütte den Gipfelsieg.

Am Montag starten wir dann nach einem gemütlichen Frühstück um 08:15 den Abstieg ins Tal, verzichten dann auch auf den unteren Lift und erreichen nach 1:20 Gehzeit den Parkplatz, wo eine wunderschöne Tour endgültig zu Ende geht.

Fazit: Touren zu vergleichen ist immer schwer, weil es viele Faktoren gibt, die hier einfließen und es auch immer sehr subjektiv ist. Verglichen mit dem Piz Buin vom vorigen Jahr war der Gletscher sicherlich angenehmer, weil nicht aper, deutlich spaltenärmer und gefühlt auch flacher. Der Klettersteig war einfach, das letzte Stück auf den Gipfel auch (es gibt genau eine Stelle, wo man ein wenig aufpassen muss). Gletscher- und Klettertechnisch ist die Wildspitze also einfacher. Einzig unangenehm ist das kurze Steilstück unter dem Steig. Was man natürlich schon merkt ist die Höhe, die Wildspitze ist dann halt doch 400 m höher und das merkt man – gerade wenn man so wie wir – vom Tal in einem Schwung auf 2.600 m rauf fährt und dann gleich ganz hinauf geht. Da wäre die Nacht auf der Hütte sicher hilfreich gewesen, aber das war halt nicht möglich.

An dieser Steller wieder DANKE an Lois für das wie immer spitze Video!

Statistik:

  • Strecke: Bergstation Sessellift „Wildes Mannle“ – Breslauer Hütte – Mitterkaroch (Klettersteig) – Taschachferner – Wildspitze (Südgipfel). Retour am Aufstiegsweg bzw. Talabstieg von der Hütte über den Normalweg Hütte – Stablein – Vent.
  • Länge: 17,2 km (davon 5,3 km Abstieg von der Hütte)
  • Zeit 10:20 (aktiv 07:04, davon 1:19 Hüttenabstieg)
  • Höhenmeter: 1.166 im Aufstieg und 1.920 im Abstieg
  • Kosten Parkplatz 5 EUR/Tag, Lift 17 EUR für beide Lifte

Welterbesteig Tag 3: Rossatz – Unterbergern

Heute soll es wirklich heiß werden. Darum beschließen wir, diesmal keine lange Etappe, sondern nur eine Vormittagsrunde zu drehen. Das Ziel ist also Etappe 12 und das erste Stück von Etappe 13 bis nach Unterbergern.

Wir starten kurz nach 7 in Rossatz bei der Kirche. Es geht Richtung Donau und dann entlang der Donau nach Rossatzbach. Vorbei am vollen Campingplatz, der gerade zum Leben erwacht, biegen wir wieder Richtung Wald. Wieder einmal durch die Weingärten – diesmal schon mit Trauben – wandern wir auf einem Forstweg und dann etwas steiler einen steinigen Weg hinauf, um am Ende wieder auf dem Forstweg zu landen.

Schließlich biegen wir in einen Waldweg ein, der uns entlang des Rückens recht gemütlich hinauf auf den höchsten Punkt – den Pemexel – führt, den wir um 08:20, also nach knapp 1:15 erreichen. Recht stark begangen dürfte dieser Abschnitt des Welterbesteigs aber eher nicht begangen werden – ein paar mal hätten wir hier herauf eine Machete benötigt.

Vom Pemexel geht es dann gemütlich durch den Wald zum Roten Kreuz, von wo an es noch kurz durch den Wald und dann wieder auf einer Forststraße am Waldrand runter nach Oberbergern geht. Hier ist Mountainbiken wohl erlaubt, denn uns begegnen viele Radfahrer (und alle ohne E-Bike, heutzutage schon ganz was seltenes).

Die Etappe endet formal in Oberbergern, ist also recht kurz und so gehen wir zumindest noch bis Unterbergern weiter. An der Ortstafel kommen wir auch drauf, dass wir das letzte Stück umsonst gegangen sind – weil der Weg führt wieder zurück. Ist aber kein Malheur, dafür haben wir die süßen Schafe und die schöne Volksschule gesehen. Etappe 12 somit 2:20 reine Gehzeit.

Das letzte Stück der heutigen Kurzetappe geht es nun über freie Felder in der Hitze weiter. Ein Highlight hat der Weg aber noch anzubieten – die Ferdinandwarte. Diese ist ein kleiner Pavillon hoch auf einem Felsen, einfach zu erreichen, aber wirklich wunderschön. Ein Abstecher hierher ist also ein absolutes Muss.

Nach dem Genuss des Ausblicks gehen wir nun weiter und sind wenige Minuten später schon in Unterbergern angekommen – unserem heutigen Ziel. Es ist erst 10:40 und so sind wir zum Mittagessen leicht wieder daheim. Schnell ist es gegangen, da hätten wir doch noch ein Dorf weiter gehen können.

Wunderschöner Blick von der Ferdinandwarte – hier retour nach Rossatz, unserem Ausgangspunkt.

Somit bleibt uns nur mehr eine kurze Etappe bis Krems und dann geht es schon wieder retour Richtung Melk. Das wird aber dann wohl eher eine Aktion für den Herbst werden, jetzt kommt mal der Urlaub und vielleicht kann ich ja doch heuer noch ein paar Etappen am Zentralalpenweg weitergehen – wenn ich ein Quartier find. Ist schon ein blöder Zufall, dass ich grad jetzt in der Region Schladming mit dem Urlaubswandermassentourismus bin … .

STATISTIK:

  • Strecke: Rossatz – Rossatzbach – Oberbergern (Etappe 12) – Unterbergern (Etappe 13)
  • 15,5 km, 380 hm Aufstieg, 309 hm Abstieg, höchster Punkt 508 m (Pemexel)
  • Gehzeit netto 3:02, inkl. Pausen 3:31