Saisonstart 2019 auf den „Wächter“

Im Zuge unseres Betriebsausfluges starte ich die Wandersaison 2019 mit dem Traunstein.

Die Wandersaision 2019 startet wetterbedingt ja etwas verzögert – es liegt ja noch immer massig Schnee auf den Bergen. Doch genau dieser kalte Mai hat mich etwas ungeplant auf den Traunstein geführt, denn der viel zu kalte Traunsee hat mich am Betriebsausflug von Wassersport auf Wandern umbuchen lassen.

Eigentlich hatten wir geplant über den Hernlersteig auf- und den Mairalmsteig abzusteigen, doch die Altschneefelder im oberen Bereich des Hernlersteigs waren unseren Guides zu heikel und so steigen wir auch über den Mairalmsteig auf.

Als erstes bringt man uns mit dem Bus zum sogenannten Kaisertisch, den Einstiegspunkt des Steigs. Das ist wirklich praktisch, denn so ersparen wir uns die rund 1,5h stündige Umgehung des „Stoas“ auf einer laaangen Forststraße. Diese ist leider auch für Radfahrer gesperrt, da die Absturzgefahr zu groß sei.

Um 08:56 gehts dann los und zwar gleich ordentlich steil. Diese Steilheit, für die der Traunstein ja auch bekannt ist, lässt uns auch bis zur Schneide nicht mehr aus und so erreichen wir schon nach wenigen Minuten unsere Betriebstemperatur – sicher auch an der Sonne gelegen, da der Steig eigentlich bis auf ein kurzes Waldstück ganz zu Beginn durch seine südseitige Lage immer in der prallen Sonne liegt.

Zum Steig selber ist nicht viel zu sagen – eigentlich immer steil und im oberen Teil felsdurchsetzt ist er durchaus immer wieder ein wenig ausgesetzt. Der Steig ist aber an allen heiklen Stellen super mit Stahlseilen abgesichert und punktuell gibt es auch einige Steighilfen.

Auf halben Weg sieht man schon den Traunsee – wunderschön, dahinter Ebensee und links hinten der Dachstein.

Nach knapp 2 Stunden erreichen wir die Schneid, von wo wir dann flacher Richtung Gmundner Hütte weitergehen. An der Hütte vorbei erreichen wir nach der Querung einiger Altschneefelder nach 2h 20min um 11:16 den Gipfel. Nach kurzer Gipfelrast steigen wir auf dem Aufstiegsweg wieder ab, kehren dazwischen noch auf der Hütte ein und sind dann um 14:01 wieder am Kaisertisch angelangt, wo wir einen schönen Bergtag auf der Mairalm ausklingen lassen.

Gemeinsam mit unserem Betriebsratsobmann am Gipfel mit recht großem Gipfelkreuz.
Wunderbarer Blick von der Mairalm auf den Gipfel.

Statistik:

  • Strecke: Kaisertisch – Mairalmsteig – Gmundner Hütte – Traunstein; retour am Aufstiegsweg
  • 6,76 km, 985 hm, höchster Punkt Traunstein (1691)
  • Gehzeit netto 3:27, inkl. Pausen 5:05

PS: Wie nahe Freud und Leid am Berg beieinander liegen sehen wir am Gipfel. Während wir uns über den gelungenen Aufstieg freuen und die Aussicht genießen, erreicht ein Bergsteiger den Gipfel, der seinen Schwager nicht mehr findet. Er ist weiter aufgestiegen, um die Bergrettung zu rufen. Kurz darauf sind schon die Hubschrauber zur Stelle und wir beobachten, wie der Mann auf der Hütte in den Hubschrauber steigt. Später im Tal erfahren wir dann von einem Bergretter, dass der Begleiter kurz vor dem Gipfel über 300 abgestürzt und gestorben ist … .

Saisonfinale am Großen Priel

Abschluss der heurigen Wandersaison und zugleich 2. Station unseres „9 summits“ Projektes ist der höchste Oberösterreicher.

Nach unserer Glocknerbesteigung 2017 hat meine Bergsteigerrunde die Idee geboren, wir besteigen die 9 Summits von Österreich – d.h. den höchsten Gipfel in jedem Bundesland. Da gibt es aber bei den Grenzbergen mehrere Interpretationen, welcher Berg wohin gehört- Wir haben uns für die folgende (und wohl auch prominenteste) Variante entschieden:

  • Wien: Hermannkogel (542 m)
  • Burgenland: Geschriebenstein (884 m)
  • Niederösterreich: Klosterwappen (2076 m)
  • Oberösterreich: Gr. Priel (2515 m)
  • Steiermark: Dachstein (2995 m)
  • Vorarlberg. Piz Buin (3312 m)
  • Salzburg: Großvenediger (3662 m)
  • Tirol: Wildspitze (3774 m)
  • Kärnten: Großglockner (3798 m), bestiegen am 04.07.2017

Aufgrund der fortgeschrittenen Jahreszeit (vorher war kein Termin zu finden) planen wir also heuer den großen Priel zu ersteigen und der schöne und warme Oktober erlaubt es uns auch.

Los geht’s dann am Samstag, den 20.10. um 07:30 am Parkplatz Schiederweiher (kostet für 2 Tage inzwischen 7 Euro) in Hinterstoder. Die Wettervorhersage war nicht wirklich klar, von sonnig bis bedeckt ist alles möglich und momentan ist eher Hochnebel angesagt – hoffentlich ist der Nebel oben nicht zu dicht. Beim Start gleich der nächste Rückschlag – Sepp hat sich von seinen Gelenksproblemen anscheinend nicht erholt und gibt gleich bekannt er habe Schmerzen. Na, ob das gut geht ..?

Tapfer marschieren wir jedenfalls los und erreichen nach 2:33 um 10:03 das Prielschutzhaus, welches an der unteren Nebelgrenze liegt. Der Weg hierher ist recht eigenwillig – zuerst eine knappe Stunde ebenen Forststrassenhatscher, dann steht man quasi am Hang und von da weg geht es anhaltend steil rauf zur Hütte. Erst nach dem „Gott sei Dank Bankerl“ wird der Weg etwas angenehmer.

Wir kehren jedenfalls auf eine Suppe ein und nach 30 Minuten geht es wieder weiter – Sepp will es nach langem Hin und Her doch probieren, obwohl er nicht gerade zuversichtlich dreinschaut. Vor der Hütte die Überraschung – der Nebel ist weit nach oben gewandert und es beginnt aufzureißen, vielleicht haben wir ja doch Glück mit dem Wetter.

So geht es noch kurz durch die Latschen und dann anhaltend steil ins Kühkar hinauf, eine recht steinige und eigentlich nicht sehr anregende Wanderung. Der Nebel zieht sich vor uns zurück und kurz vor dem Erreichen der Brotfallscharte sehen wir zum ersten Mal das markante und mit 8 m Höhe riesige rote Gipfelkreuz. Wir können auch einige Klettersteigler im Bert Rinesch Steig ausmachen – generell ist hier einiges los am Priel, insbesondere viele Bergläufer sind unterwegs.

In die Scharte selbst steigen wir nach 2 Stunden ab der Hütte ein, sie ist durchgehend mit einem Drahtseil versichert und eigentlich völlig problemlos zu begehen. Im oberen Teil liegt etwas Neuschnee, der uns aber nicht weiter stört. Vorbei an der anscheinend recht gut genutzten Schutzhöhle (zumindest zeugen Spuren und eine Feuerstelle davon) direkt unterhalb des Ausstiegs erreichen wir diesen um 13:11 – gut 2 1/2 h sind wir nun seit der Hütte unterwegs.

Nun geht es über den typischen Karst eigentlich weglos (der Weg ist hier überall und nirgends) im Bogen Richtung Gipfel und bald schon sehen wir das Kreuz. Inzwischen sind wir über der Wolkengrenze angelangt und haben einen strahlend blauen Himmel über uns. Kurz noch entlang des Grats und durch eine kleine Senke erreichen wir um 13:59 nach 3:11 ab der Hütte den Gipfel.

Um 14:34 starten wir den Abstieg, langsam aber stetig kommen wir voran. Am Gipfel zieht es inzwischen zu und der Wind frischt auf, da haben wir nochmal Glück gehabt. Um 16:59, also nach knapp 2 1/2 erreichen wir die Hütte, wo unsere Frauen bereits auf uns warten (wobei da bin ich mir gar nicht so sicher, ob sie uns schon so erwartet haben) und wir einen wunderschönen Hüttenabend am Prielschutzhaus verbringen.

Am nächsten Morgen schneit es und so warten wir mit dem Abstieg, den wir dann erst um 09:18 beginnen. Da Fritz um 17:00 zu einer Festsitzung anlässlich 100 Jahre Republik Österreich in Wien sein muss, kehren wir nicht mehr im Polsterstüberl ein und treffen um 11:37 wieder am Parkplatz ein, wo die Wandersaison 2018 nun endgültig zu Ende ist.

Lois hat wieder ein „Video“ unserer Tour gemacht – diesmal sogar von Beginn an.

Zusammenfassung:

  • Strecke: Hinterstoder/Schiederweiher – Prielschutzhaus – Brotfallsscharte – Gr. Priel – retour am Aufstiegsweg
  • Auf/Abstieg: 2.003 hm,  Länge 22,9 km.
  • Dauer: Aufstieg 2:33 Hütte, 3:11 Gipfel, Abstieg 2:25 Hütte, 2:19 Parkplatz,
  • Gesamt: 5:44 Aufstieg, 4:34 Abstieg (in Summe 10:18)

 

 

Ötscher via Rauher Kamm und Himmelsleiter

Der einzige echte Berg, den ich von daheim sehe ist der Große Ötscher, den ich gerne als meinen Hausberg bezeichne. Am 5.10. ist es wieder einmal soweit und eine Begehung steht an.

Eine traumhafte Wetterprognose lässt uns schon frühzeitig den Freitag als Wandertag einplanen und so begleiten mich diesmal mit Sepp und Lois gleich 2 Freunde meiner Bergsteigergruppe.

Startpunkt ist wie meistens die Nestelbergsäge, die Idee einmal wieder „vorne“ runter zu gehen haben wir verworfen, denn a) hat der Lift unter der Woche schon zu (was nicht so schlimm ist – gehn wir halt zu Fuß) aber b) hat lt. Website der Ötscherlifte auch die Hütte schon(?) zu – und wegen eines Fotos mit dem Ötscherpenis (der ja inzwischen ein Bär sein soll) ist es mir den Umweg nicht wert.

Um 08:05 geht’s los und der Waldweg hinauf zur Bärenlacke lässt den Puls gleich mal ansteigen. Nach 20 min ist aber die Bärenlacke schon erreicht und die ersten 150 hm geschafft. Hier treffen wir auch auf den Weg von Raneck, dem üblichen Startpunkt der Ötscherrunde.

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Hinweistafel bei unserem Startpunkt.

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Beim Aufstieg zur Bärenlacke erhaschen wir einen ersten Blick auf unser Ziel – links der Rauhe Kamm, rechts der Gipfelaufbau.

Es geht zuerst etwas flacher durch den Laubwald, dann wird der Weg aber steiler und nach gut 1/2 Stunde Wegzeit muss man sich an einem vor kurzem abgeholzten Wegstück entscheiden – links retour in den Hochwald über den Rauhen Kamm oder rechts über die unmarkierte Himmelsleiter. Wir wählen den linken Weg und steigen dann durchgehend steil in Serpentinen den Wald hinauf. Hier ist man permanent mit der Wegsuche beschäftigt und schafft es kaum immer am Weg zu bleiben, was aber auch nicht weiter schlimm ist, denn es führen fast alle Pfade wieder zusammen.

Nach einer guten Stunde verlassen wir den Hochwald und queren weiterhin steil ansteigend einen offenen Jungwald. Um 09:20 treten wir am Grat aus dem Wald – nun beginnt der schönste Teil der Wanderung. 20 min gehen wir durch Latschen zum Rauhen Kamm, dessen erste Zacken wir nördlich umwandern. Kurz davor lockt uns ein Wegweiser in die Südwand zu den Ötscherhöhlen (Taubenloch, Geldloch und Co.), doch wir können gerade noch widerstehen – zu schön ist das Wetter heute. Dieser Weg würde  dann weiter runter zum Jägerherz führen und markiert damit auch den Aufstiegsweg von den Ötschergräben (auch eine wunderschöne Route, aber dann eher als 2 Tagestour).

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Mitten im Wald …

Am Rauhen Kamm sind die Bedingungen heute perfekt und der Stein trocken. Bei Nässe und Nebel kann dieser Teil sehr tückisch sein und einige Gedenktafeln am Weg erzählen ein paar schicksalshafte Geschichten von den alpinen Gefahren. Wir kommen aber gut voran und nach der Schlüsselstelle am letzten Aufschwung erreichen wir um 10:25 den Herrensitz, von dem wir flach über das Hochplateau zum Gipfel wandern, den wir inklusive einer Schneeballschlacht mit dem ersten Schnee der neuen Saison, um 10:47 erreichen.

Die Aussicht ist heute atemberaubend und wir haben klare Sicht über den gesamten Alpenbogen vom Traunstein im Nordwesten über den angezuckerten Großen Priel und das Warscheneck, im Hintergrund der Dachsteingletscher, die Schladminger Tauern und die Haller Mauern und natürlich zum Greifen nahe das Xeis und der Hochschab und weiter über die Eisenerzer und die Veitsch bis raus zum Schneeberg. Zum 2. mal sehe ich heute auch den 3254 m hohen Hocharn, mit rund 190 km Entfernung der höchste und am weitest entfernte Berg.

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Das obligatorische Gipfelfoto – man beachte den wolkenverhangenen Himmel im Hintergrund.

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Trauhafte Fernsicht – hier mit Blick Richtung meiner letzten Zentralalpenwanderung – der Gleinalpe (die man aber hinter der Hochschwab nicht sieht).

Wir können uns kaum satt sehen und brechen nach über einer Stunde Pause um 11:46 wieder auf. Zuerst geht es über den Aufstiegsweg bis kurz vor dem Vorgipfel und nach einer Doline biegen wir links weglos ab und erreichen den mit einem Steinmann markierten kleinen Nebengipfel mit dem Namen Taubenstein – den Einstieg in die  Himmelsleiter. Die ersten Meter weglos und kompromisslos steil geht es hier neben der Nordwand runter und es ist wie immer eine Rutschpartie und nicht ganz ungefährlich, ist man doch anfangs trotz Latschen im Absturzgelände unterwegs.

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Die Nordwand von der Himmelsleiter aus.

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Es schaut nicht nur so aus – es ist hier wirklich sehr steil.

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Die schnellsten 20 hm im Abstieg ..!

Nach rund einer 3/4 h ist aber das Schlimmste geschafft und nach einem kleinen Geröllfeld biegen wir links in einen Wald ein, wo man zuerst entlang der Abbruchkante zum Boden der Nordwand („In der Pfann“) entlang wandert und dann direkt in ein Geröllfeld absteigt. Ab hier geht es unschwer und deutlich flacher querend zur Abzweigung auf den Normalweg, die wir um 13:07 erreichen. Der restliche Abstieg entspricht den Aufstiegsweg und so erreichen wir um 13:28 das Auto.

Also Bonus hat Lois auch noch ein „Video“ unserer Tour gemacht (leider mangels Netz nicht vom Beginn an), vielen Dank dafür!

Abschließend noch ein Hinweis: für die wohlverdiente Stärkung empfehlen wir die Schindlhütte, die direkt am Rückweg Richtung Gaming bzw. Kienberg liegt.

Anbei noch der Link zur Aktivität mit Track auf bergfex.

Zusammenfassung:

  • Strecke: Nestelbergsäge (759) – Bärenlacke (948) – Rauher Kamm – Vorgipfel (1820) – Großer Ötscher (1893) – Taubenstein (1848) – Himmelsleiter – Bärenlacke – Nestelbergsäge.
  • Auf/Abstieg: 1.110 hm,  Länge 9,12 km.
  • Dauer: Start – Einstieg Kamm 1:34, Aufstieg gesamt 2:38, Abstieg 1:42.
  • Gesamt: 4:20 brutto ohne nennenswerte Pausen (Mittagspause abgezogen)

4-Gipfelwanderung hoch über Pettneu (25.07.2018)

Im Sommerurlaub 2018 nutze ich die Gelegenheit um ein paar Gipfel der Lechtaler von Pettneu am Arlberg aus zu erkunden.

Pettneu am Arlberg liegt wunderschön eingebettet zwischen dem Hohen Riffler (Verwallgruppe) im Süden und den Lechtaler Alpen im Norden. Ich kenne diese Berge nur im Winter und da sind sie für mich unerreichbar – so nutze ich diesmal die sich bietende Gelegenheit im Sommer zu einer Gipfeltour in den Lechtalern.

Die Wetterprognose ist günstig und so starte ich um 06:02 von meinem Quartier aus Richtung Kaiserjochhaus. Es gibt mehrere Möglichkeiten, die kürzere ist jene über den Hundskopf, die ich auch wähle. Schöner und schattiger wäre es lt. den Einheimischen aber über den weiter rechts verlaufenden Stöcklweg.

Der Weg ist schon vom Anfang an steil, aber nach rund einer 3/4 h quere ich kurz eine Almwiese und dann wird es richtig steil. Eine schmale Grasrinne führt mich kompromisslos und auch nicht wirklich motivierend im Zick-Zack nach oben und ich bin wirklich froh, dass es noch so früh ist. Bald aber erreiche ich dann eine Almwiese und kann nach einem Aufschwung nach einer weiteren Stunde Gehzeit erstmalig das Kaiserjochhaus sehen.

Doch ich lasse die Hütte links liegen und gehe gleich weiter zum ersten Ziel – dem Malatschkopf, den ich nach einer kurzen Kletterei (es gibt auch eine Kette zum Anhalten) um 8:15 erreiche – knapp 1.100 hm gab es bis hier zu überwinden, es werden heute noch einige weitere folgen.

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Nach dem Verlassen von Pettneu zeigen sich schon die ersten beiden Ziele – der Malatschkopf  in der Mitte und rechts davon der Grieskopf.

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Durch diese Grasrinne geht es steil bergauf.

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An oberen Ende der Rinne eröffnet sich ein wunderschöner Blick auf den Malatschkopf.

Nach einer kurzen Müsliriegelpause garniert mit Hubschrauberversorgungsflugshow gehe ich gleich weiter zum Gipfel vis-a-vis, den 2581m hohen Grießkopf. Der ist zwar technisch einfach (nur am Einstieg eine winzige und einfache Kletterpassage), doch ziemlich zach. Knapp vor dem Gipfel sehe ich erstmals das Kreuz – und das ist doch noch ganz schön weit weg. Aber schließlich erreiche ich um 08:57 dann doch den höchsten Pumkt meiner heutigen Tour und werde mit herrlichen Ausblicken in die Lechtaler Alpen belohnt.

15 Minuten Foto- und Müsliriegelpause gönn ich mir, denn ich stehe jetzt bei rund 1.400 hm im Aufstieg, eigentlich reicht das ja schon. Doch ich habe noch mehr vor und steige ab zum Kaiserjochhaus, wo ich ebenfalls kurz Einkehr halte – irgendwie mache ich heute ziemlich viele Pausen. Um 9:59 geht es dann aber wieder weiter auf dem Höhenweg Richtung Leutkirchner Hütte, der gleichzeitig auch Teilstück von Nordalpen- und Adlerweg ist.

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Der Malatschkopf vom Grieskopf aus gesehen. Rechts kann man den Weg erkennen, der dann am Grat entlang und zuletzt in leichter Kletterei auf den Gipfel führt.

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Am Grieskopf mit Blick in die Lechtaler Alpen.

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Rückblick auf das Kaiserjochhaus und den Grieskopf.

Bald erreiche ich die Schindlescharte (2455) und bezwinge gleich mal den unmittelbar daneben liegenden Schindlekopf (2471) in einer weglosen aber unschwierigen Kletterei. Nach der obligatorischen Fotopause ein kurzer Uhrencheck und ich gehe ebenfalls weglos rauf zum Bergleskopf (2577), der steiler ist, als er aussieht und der nicht vorhandene Weg macht es auch nicht leichter. Wie dem auch sei, um 11:08 bin ich wieder retour auf der Scharte und habe einen Feind mehr – ein einsames Schaf, welches ich ungewollt vom Kopf bis zur Scharte runtergetrieben habe.

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Blick vom Schindlekopf auf den Bergelskopf. Im Vordergrund sieht man den Weg, links die 2455m hoch gelegene Schindlescharte.

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Auf der Schindlescharte zwischen Kaiserjochhaus und Leutkircher Hütte. Links unten sieht man St. Anton, der Berg rechts ist der Hirschpleiskopf.

Nun aber entlang des Wegs weiter, bis ich kurz nach 11:30 an eine Weggabelung komme – entweder gleich zur Hütte oder nach rechts rauf um weitere 2 Gipfel zu erschließen. Ich bin zwar schon etwas müde in den Beinen, entschließe mich aber trotzdem für den Gipfelweg. Nach 20min Aufstieg bin ich auf knapp über 2.500 m und zum Stanskogel sind es nochmal 250hm – also eine 3/4 hin und retour. Der Blick auf die Uhr zeigt mir 1.900 hm im Aufstieg an, das ergibt dann am Weiterweg liegenden mit dem Hirschpleiskopf 2.200 hm gesamt. Ob der Hitze und dem mir nicht bekannten Abstieg nach St. Anton und dem für 16:00 geplanten Bogenschießen mit der Familie ist mir das dann doch zu viel und ich lass die beiden Gipfel sein (der Hirschpleiskopf ist eh nur ein fader Grasrücken) und steige direkt zur Leutkircher Hütte ab, die ich um 12:27 auch erreiche.

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Die Leutkircher Hütte ist erreicht.

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Blick von der Leutkircher Hütte Richtung Südwesten in die Verwallgruppe. Der spitzer Berg rechts über St. Anton ist der Patteriol.

Nach einer Stunde Pause und einer guten Suppe starte ich den Abstieg Richtung Putzenalpe, die ich dann aber links liegen lasse . Nach einem schönen Abstieg weiß ich nun, wo das St. Antoner Wasser herkommt und ich am Ende auf einer Forststraße entlang Nasserein erreiche. Von dort  geht es durch den Ort entlang der alten Bahnline und vorbei am Golfplatz zum Zielpunkt, dem Bad von St. Anton, welches ich um 15:13 erreiche.

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Dieser einsame Felsen stemmt sich tapfer gegen die Wassermassen.

Zusammenfassung:

Eine anfangs konditionell anspruchsvolle und nicht sehr einladende Wanderung, die sich oben zu einer wunderschönen Höhenwanderung mit traumhaftem Ausblick entwickelt. Die vielen Gipfel am Weg ermöglichen eine sehr individuelle und auch flexible Planung je nach Wetter und Kondition, die beiden Hütten bieten auch entsprechende Einkehrmöglichkeit. Der Abstieg nach St. Anton ist abgesehen vom letzten Stück recht ansprechend, alternativ kann man auch über die Putzenalpe (Einkehr) absteigen.

Die Tour ist exponiert und im Anstieg südseitig – bitte unbedingt auf ausreichend Getränke und Sonnenschutz achten, es empfiehlt sich im Sommer jedenfalls ein zeitiger Aufbruch.

Statistik:

  • 19,2 km, 1.916 hm auf/1.859 hm ab
  • 4 Gipfel, höchster Punkt Grießkopf (2581)
  • Gehzeit netto 6:47, inkl. Pausen 9:10