Ötscher via Rauher Kamm und Himmelsleiter

Der einzige echte Berg, den ich von daheim sehe ist der Große Ötscher, den ich gerne als meinen Hausberg bezeichne. Am 5.10. ist es wieder einmal soweit und eine Begehung steht an.

Eine traumhafte Wetterprognose lässt uns schon frühzeitig den Freitag als Wandertag einplanen und so begleiten mich diesmal mit Sepp und Lois gleich 2 Freunde meiner Bergsteigergruppe.

Startpunkt ist wie meistens die Nestelbergsäge, die Idee einmal wieder „vorne“ runter zu gehen haben wir verworfen, denn a) hat der Lift unter der Woche schon zu (was nicht so schlimm ist – gehn wir halt zu Fuß) aber b) hat lt. Website der Ötscherlifte auch die Hütte schon(?) zu – und wegen eines Fotos mit dem Ötscherpenis (der ja inzwischen ein Bär sein soll) ist es mir den Umweg nicht wert.

Um 08:05 geht’s los und der Waldweg hinauf zur Bärenlacke lässt den Puls gleich mal ansteigen. Nach 20 min ist aber die Bärenlacke schon erreicht und die ersten 150 hm geschafft. Hier treffen wir auch auf den Weg von Raneck, dem üblichen Startpunkt der Ötscherrunde.

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Hinweistafel bei unserem Startpunkt.
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Beim Aufstieg zur Bärenlacke erhaschen wir einen ersten Blick auf unser Ziel – links der Rauhe Kamm, rechts der Gipfelaufbau.

Es geht zuerst etwas flacher durch den Laubwald, dann wird der Weg aber steiler und nach gut 1/2 Stunde Wegzeit muss man sich an einem vor kurzem abgeholzten Wegstück entscheiden – links retour in den Hochwald über den Rauhen Kamm oder rechts über die unmarkierte Himmelsleiter. Wir wählen den linken Weg und steigen dann durchgehend steil in Serpentinen den Wald hinauf. Hier ist man permanent mit der Wegsuche beschäftigt und schafft es kaum immer am Weg zu bleiben, was aber auch nicht weiter schlimm ist, denn es führen fast alle Pfade wieder zusammen.

Nach einer guten Stunde verlassen wir den Hochwald und queren weiterhin steil ansteigend einen offenen Jungwald. Um 09:20 treten wir am Grat aus dem Wald – nun beginnt der schönste Teil der Wanderung. 20 min gehen wir durch Latschen zum Rauhen Kamm, dessen erste Zacken wir nördlich umwandern. Kurz davor lockt uns ein Wegweiser in die Südwand zu den Ötscherhöhlen (Taubenloch, Geldloch und Co.), doch wir können gerade noch widerstehen – zu schön ist das Wetter heute. Dieser Weg würde  dann weiter runter zum Jägerherz führen und markiert damit auch den Aufstiegsweg von den Ötschergräben (auch eine wunderschöne Route, aber dann eher als 2 Tagestour).

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Mitten im Wald …

Am Rauhen Kamm sind die Bedingungen heute perfekt und der Stein trocken. Bei Nässe und Nebel kann dieser Teil sehr tückisch sein und einige Gedenktafeln am Weg erzählen ein paar schicksalshafte Geschichten von den alpinen Gefahren. Wir kommen aber gut voran und nach der Schlüsselstelle am letzten Aufschwung erreichen wir um 10:25 den Herrensitz, von dem wir flach über das Hochplateau zum Gipfel wandern, den wir inklusive einer Schneeballschlacht mit dem ersten Schnee der neuen Saison, um 10:47 erreichen.

Die Aussicht ist heute atemberaubend und wir haben klare Sicht über den gesamten Alpenbogen vom Traunstein im Nordwesten über den angezuckerten Großen Priel und das Warscheneck, im Hintergrund der Dachsteingletscher, die Schladminger Tauern und die Haller Mauern und natürlich zum Greifen nahe das Xeis und der Hochschab und weiter über die Eisenerzer und die Veitsch bis raus zum Schneeberg. Zum 2. mal sehe ich heute auch den 3254 m hohen Hocharn, mit rund 190 km Entfernung der höchste und am weitest entfernte Berg.

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Das obligatorische Gipfelfoto – man beachte den wolkenverhangenen Himmel im Hintergrund.
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Trauhafte Fernsicht – hier mit Blick Richtung meiner letzten Zentralalpenwanderung – der Gleinalpe (die man aber hinter der Hochschwab nicht sieht).

Wir können uns kaum satt sehen und brechen nach über einer Stunde Pause um 11:46 wieder auf. Zuerst geht es über den Aufstiegsweg bis kurz vor dem Vorgipfel und nach einer Doline biegen wir links weglos ab und erreichen den mit einem Steinmann markierten kleinen Nebengipfel mit dem Namen Taubenstein – den Einstieg in die  Himmelsleiter. Die ersten Meter weglos und kompromisslos steil geht es hier neben der Nordwand runter und es ist wie immer eine Rutschpartie und nicht ganz ungefährlich, ist man doch anfangs trotz Latschen im Absturzgelände unterwegs.

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Die Nordwand von der Himmelsleiter aus.
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Es schaut nicht nur so aus – es ist hier wirklich sehr steil.
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Die schnellsten 20 hm im Abstieg ..!

Nach rund einer 3/4 h ist aber das Schlimmste geschafft und nach einem kleinen Geröllfeld biegen wir links in einen Wald ein, wo man zuerst entlang der Abbruchkante zum Boden der Nordwand („In der Pfann“) entlang wandert und dann direkt in ein Geröllfeld absteigt. Ab hier geht es unschwer und deutlich flacher querend zur Abzweigung auf den Normalweg, die wir um 13:07 erreichen. Der restliche Abstieg entspricht den Aufstiegsweg und so erreichen wir um 13:28 das Auto.

Also Bonus hat Lois auch noch ein „Video“ unserer Tour gemacht (leider mangels Netz nicht vom Beginn an), vielen Dank dafür!

Abschließend noch ein Hinweis: für die wohlverdiente Stärkung empfehlen wir die Schindlhütte, die direkt am Rückweg Richtung Gaming bzw. Kienberg liegt.

Anbei noch der Link zur Aktivität mit Track auf bergfex.

Zusammenfassung:

  • Strecke: Nestelbergsäge (759) – Bärenlacke (948) – Rauher Kamm – Vorgipfel (1820) – Großer Ötscher (1893) – Taubenstein (1848) – Himmelsleiter – Bärenlacke – Nestelbergsäge.
  • Auf/Abstieg: 1.110 hm,  Länge 9,12 km.
  • Dauer: Start – Einstieg Kamm 1:34, Aufstieg gesamt 2:38, Abstieg 1:42.
  • Gesamt: 4:20 brutto ohne nennenswerte Pausen (Mittagspause abgezogen)

Tag 11: Hochanger Schutzhaus – Mixnitz

Tag 3 unserer Gleinalmüberschreitung sollte eigentlich ein gemütlicher Abstieg vom Schutzhaus zum Bahnhof Mixnitz sein.

Gestern habe ich zum ersten Mal Mitwanderer vom Zentralalpenweg getroffen – in der Früh auf der Gleinalmhütte ein Geschwisterpaar aus Knittelfeld und am Abend Sepp aus Gresten, der die Ruhephase der Altersteilzeit genießt. Sepp ist voriges Jahr im Oktober von Hainburg bis Mixnitz gegangen und gestern abend von Mixnix aufgestiegen. Konkretes Ziel hat er noch keines – solange das Wetter halt passt – lieber Sepp, ich wünsch dir alles Gute auf deinem Weiterweg, vielleicht treffen wir uns ja mal wieder.

Unser heutiges Ziel ist entspannt – Abstieg nach Mixnitz ist angesagt. Keine Höhenmeter, alles bergab und knapp 20 km – also auch nicht besonders weit. So genießen wir gemütlich und entspannt unser Frühstück und starten um 08:36 von der Hütte. Erst Station ist das Kreuz vom Hochanger, das wir gestern nicht mehr besucht haben.

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Am Hochanger gleich neben der Hütte. Der letzte Gipfel unserer Tour.
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Rückblick auf die Hütte, die gerade generalsaniert wird.

Nachdem wir den Weg vom Eisenpass kennen, erlauben wir uns eine kleine Kurskorrektur und wählen direkt vom Gipfel weg einen Steig hinunter Richtung Zlattengraben. Dadurch wollen wir auch ein paar Meter sparen, denn Sepps linker Fuß ist gerötet und leicht entzündet – er hat Schmerzen, maschiert aber tapfer los.

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Die letzte Fernsicht – unten im Tal befindet sich Bruck an der Mur.

Ohne besondere Highlights geht es zuerst steil runter durch den Wald und anschließend lange den Graben entlang des Zlattebachs hinaus, bis wir nach 3 Tagen Berge Zlatten erreichen und um 10:40 den Kanal überschreiten. Eigentlich geht es nun weiter nach Kirchdorf, doch in Zlatten gibt es anscheinend kein Gasthaus und damit auch keine Stempelstelle mehr, das Gasthaus in Kirchdorf hat heute Montag Ruhetag und so zielen wir das GH Ritchie in Pernegg an. Wir lassen daher Kirchdorf rechts liegen, bleiben östlich vom Ausleitungskanal und überschreiten auf einer Fußgängerbrücke beim Murfeld nach dem Kraftwerk (darum der Kanal) die Mur, wo wir nach rund 200 m um 11:11 das Gasthaus erreichen.

Der Fahrplan verrät uns, dass um 12:39 ein Zug in Mixnitz hält, das ist für die 4 km dann doch etwas knapp, vorallem, weil Sepps Fußschmerzen nicht besser, sondern eher schlechter geworden sind. Meinen Vorschlag, am Bahnhof Pernegg zu warten und ich gehe alleine weiter, lehnt er aber ab. So machen wir gemütlich Rast und brechen um 12:05 auf – Ziel ist es, den Zug um 13:39 zu erreichen.

Nach 50 m Gehzeit gibt Sepp aber auf – die Schmerzen sind zu groß, er kann den Fuß nicht mehr heben. Ich habe vollstes Verständnis und erinnere mich nur zu gut an meine Tortur am Tag 3 von Großhöflein bis Wiesen. So begleitet er mich bis zur Kirche (die ist innen eine Wucht!), geht dann zurück zum Bahnhof Pernegg und ich gehe alleine weiter nach Mixnitz, wo ich um 13:01 am Bahnhof eintreffe und meine Gleinalmüberschreitung erfolgreich abschließe. Den abschließenden Stempel hole ich mir vis a vis im Cafe Regina.

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Am Ziel angekommen – Bahnhof Mixnitz Bärenschützklamm.

76,4 km und 3.454 hm im Aufstieg haben wir geschafft, das Wetter war perfekt (am 2. und 3. Tag fast ein wenig zu warm, aber das ist Jammern auf höchstem Niveau) und es war ein wunderbarer Abschluss für heuer. Ob ich den 1,5-tägigen Lückenschluss (ab heute fährt ja wieder der Bus auf die Schanz) noch heuer mache oder einfach als Frühlingstour 2019 die Wartezeit auf den Weiterweg Richtung meines 2019er Ziels Obertauern verkürze, entscheide ich noch in den nächsten Wochen.

Statistik Tag 11:

  • Wegstrecke: 15,7 km
  • Zeit 4:19 (aktiv 3:12)
  • Höhenmeter: 79 auf/938 ab

Tag 10: Gleinalm Schutzhaus – Hochanger Schutzhaus

Am Tag 2 überschritten wir nun die Gleinalpe – ein langer und anstrengender Tag wartet auf uns.

Eine überraschend angenehme Nacht mit halbwegs viel Schlaf geht um 6 Uhr zu Ende – heute steht die Überschreitung der Gleinalpe an und bei angegebenen 10 1/2 Stunden reine Gehzeit wollen wir um 7 losmaschieren.

Die Hüttenwirtin ist schon wach und nach einem guten Frühstück starten wir um 7:11 fast pünktlich unseren Wandertag.

Gleich am Anfang geht es zur Sache – der Aufstieg auf den Speikkogel hat es in sich. Nur knapp 1,5 km Strecke – aber 400 hm und so erreichen wir um 08:02 den Gipfel, der sich bis kurz vor unserem Eintreffen in Nebel verhüllt hat. Der Wind bläst uns kalt um die Ohren und so machen wir das obligatorische Gipfelselfie und stapfen gleich weiter – Gipfelfotos werden wir heute ja eh noch ein paar machen. Für die Statistik: Der Speikkogel ist mit 1988 m nicht nur der höchste Punkt heute, sondern auch der höchste Punkt am Zentralalpenweg von Hainburg bis Knittelfeld und ist passend zum bisherigen Wegverlauf ein reiner Wanderberg ohne jegliche technische Herausforderungen. Macht aber nix, ist trotzdem genauso schön.

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Ein letzter Rückblick – das Gleimalm Schutzhaus versteckt sich aber in den Wolken.
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Der Speikkogel ist erreicht, der kalte Wind treibt uns aber gleich weiter.
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Ein herrliches Panorama – das Murtal ist noch im Nebel versteckt.

Über wunderbar knieschonende weiche Matten steigen wir ein wenig ab, am Gegenhang wieder auf und stehen bereits um 08:45 am Lärchkogel (1894)- Gipfel #2. Der Speikkogel ist inzwischen wieder im Nebel verschwunden, doch am Lärchkogel herrscht bereits Windstille und wolkenloser Himmel. Inzwischen wissen wir auch den Trick der heutigen Wegsuche – man bleibe immer am höchsten Punkt … .

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Recht ausgesetzt ist der Grat auf der Überschreitung heute nicht.
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Gipfel 2 ist heute der Lärchkogel.
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Wir brauchen weder das Windgeschütze Bankerl noch den kleinen Notraum – doch bei Wind und Wetter sieht die Sache hier heroben sicherlich ganz anders aus.

Nun geht es runter auf den Kreuzsattel (1583), wo uns zum ersten Mal heute Wanderer entgegenkommen, die vom nördlich liegenden Weitertal heraufkommen. Sie erklären uns auch gleich das wunderschöne Bergpanorama, welches sich uns im Laufe des Tages vom Dachstein übers Xeis und den Hochschwab bis hin zum Schneeberg eröffnet. Wir wandern aber über die breiten Rücken wieder weiter und steigen zum Eiblkogel (Gipfel #3) auf 1831 m auf. 8 km und 3 Stunden sind wir inzwischen gewandert – Zeit für eine erste Pause.

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Hier entlang gehts zum Eiblkogel.
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Berg heil! Zwar nicht am höchsten Punkt (das war uns um 8 dann doch zu früh gewesen) erfreuen wir uns am Eiblkogel am schönen Wandertag.
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Blick Richtung Norden.
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Und Richtung Westen. Wer erkennt den weiteren Weg?

Weiter geht es wiedereinmal runter – diesmal etwas weiter runter zum Polstersattel, wo wir das letzte Stück sogar in den Wald kommen. Doch am Gegenhang ist der Rücken wiederum Waldfrei, wir erklimmen den kreuzlosen Polsterkogel (#4), steigen kurz ab, dann wieder auf und am Schluß sogar kurz steil auf die Fensteralm (#5, 1642m). Knapp 13,5 km sind es bis hierher und das ist noch nicht einmal die Hälfte – es zieht sich trotz der wunderschönen Aussicht gerade gewaltig. Das schönste Stück des Weges geht aber hier zu Ende, wir gehen wieder in den Wald Richtung zum langen Abstieg Richtung Almwirt.

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Von oben betrachtet steht Sepp gerade mitten auf der A9. Man kennt doch, dass heute Sonntag ist – es ist nix los und wir können gefahrlos queren ;).
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Auf der Fensteralm.

Nach gut 1 km Wegstrecke biegt der Weg scharf links ab und endet aprupt in einer neu gebauten Forststraße, der wir gezwungen sind zu folgen, der Weg ist nicht mehr da. Den Pöllaukogel rechts liege lassend wandern wir bis zu einer Wegkreuzung, wo der Wanderweg früher geradeaus über das Wurzegg verlaufen ist, inzwischen aber westlich davon am Forstweg entlang führt. Wir probieren kurz den alten Weg, geben nach ein paar Metern wieder auf und gehen notgedrungen auf der Forststraße.

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Schade. Der Weg wäre uns lieber gewesen.

Bald aber führt der Weg links den steilen Rücken runter zum Pöllausattel, wo der Weg neuerlich auf die Forsttraße umgeleitet wird und wir dieser bis zur ersten Wasserstelle – den Gössbach – folgen. Den alten Weg finden wir dann links im Wald, die Brücke über den Bach ist aber nicht mehr passierbar. Bei einer Gabelung in der Höhe eines kleinen Teichs folgen wir aber nicht dem Weg, sondern wandern am Bach entlang durch den Almboden bis zum Almwirt – viel schöner ist es hier, wenn auch etwas feucht.

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Der Gössbach – erste Wasserstelle seit dem Start.
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Da kommt uns das Klettersteigtraining zu Gute – Bachquerung kurz vorm Almwirt.

Beim Almwirt treffen wir um 13:32 ein und machen eine kurze Pause, ehe wir uns 13:42 zum langen Anstieg zur Hochalm aufmachen. Zuerst auf der durchaus steilen Forststraße versäumen wir die Abzweigung und gehen am Rücken den Forstweg weiter. Bald aber bemerken wir unseren Fehler und wechseln auf den Weg, der uns durch den Wald bis hinauf zur Hochalm auf 1570 m führt, welche wir um 14:50 erreichen. Wir sind gut in der Zeit und so machen wir noch eine ausgedehnte Pause. Leider ist der „Kühlschrank“ leer – wir finden nur mehr abgelöste Etiketten. Es sind auch nirgends mehr Kühe zu sehen, ich nehme an durch die in ein paar Tagen beginnende Jagdsperre hat der Almabtrieb bereits stattgefunden.

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Blick Richtung Süden von der Hochalm – leider ohne Kühe und ohne Getränke im Naturkühlschrank.

Von der Hochalm geht es um 15:04 weiter am Forstweg bis auf Gipfel #6, den Herrenkogel. Danach wieder rein in den Wald und runter zu den drei Pfarren, die völlig überraschend einen kurzen Anstieg für uns vorbereitet haben und als #7 um 16:03 bezwungen sind. Hier geht mir auch mein 3l Wasservorrat aus, da ich weder im Gössbach noch bei der Hochalm nachgefüllt habe, da ich irrtümlich der Meinung war, mein Vorrat leicht locker aus. Ist aber eh kein Problem, wir haben ja nicht mehr weit.

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#6 – der Herrenkogel ist der letzte echte Gipfel heute.
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#7 und der letzte Gipfel von heute ist dann ein nicht erkennbarer Gipfel namens „Zu den drei Pfarren“ – warum auch immer der so heißt.

So geht es in der Direttissima runter zum Eisenpass und dann über einen einfachen, aber nach 28 km laaaangem und leicht ansteigendem Weg rauf zum Hochangerschutzhaus, welches wir müde und erleichtert um 17:07 erreichen. Knapp 10h waren wir heute unterwegs und wir sind froh auf der Hütte zu sein, denn Sepp hatte die letzten 2 Stunden schon ein wenig über Probleme im linken Huf gejammert.

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Eine Gerade steil nach unten.
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Ein wirklich origineller Wegweiter mit Dach.

Statistik Tag 10:

  • Wegstrecke: 30,7 km
  • Zeit 9:55 (aktiv 8:43)
  • Höhenmeter: 1.679 auf/1.968ab
  • Lagerkosten: 18 Euro

Tag 9: Knittelfeld – Gleinalm Schutzhaus

Heute starten wir die 3-tägige Gleinalmüberschreitung – allerdings seitenverkehrt von West nach Ost.

Nach einer 2 monatigen Pause geht es nun endlich weiter am Zentralalpenweg und diesmal ist die Gleinalmüberschreitung dran. Das Stück von „Auf der Schanz“ nach Mixnitz muss ich ein andermal nachholen, aber sind nur 3 Tage Zeit und am 15.09. beginnt die Jagdsperre – die Zeit drängt also.

Nach der Anreise mit dem Auto (der Zug war uns zu riskant, da nur 5 min Zeit zum Umsteigen in Meidling) starten wir um 08:58 am Bahnhof Knittelfeld, also eigentlich am Zielpunkt unserer Tour. Das hat den einfachen Grund, dass am Montag, den 10.09. ein Kind des Pächters auf der Gleinalm Schulbeginn im Gymnasium hat und die ganze Familie will da dabei sein – ergo keine Gäste von SO auf MO. Also haben wir die Tour einfach umgedreht. Das „Wir“ ist mein Bergkamerad Sepp, der mich erstmals (und ich hoffe nicht zum letzten Mal) auf meiner Reise durch Österreich begleitet.

Zuerst geht es eine 1/2 h flach durch Knittelfeld, bis wir auf eine erste Markierung stoßen und der Aufstieg durch den Wald beginnt. Durchaus steil bis zum Sattelbauer, dann flach und zuletzt wieder steil erreichen wir nach knapp 2 Stunden auch schon den ersten Gipfel, die Steinplan und die dazugehörige Hütte, wo wir auch eine Pause einlegen.

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Ein „Hütten“garten gleich am Start des Aufstiegs nach der Durchwanderung von Knittelfeld.

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Haben wir hier das Knittelfelder Hochzeitsplatzerl gefunden? Zahlreiche Herzen mit Namen und Datum lassen darauf schließen – wirklich romantisch hier!

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Letzter Rückblick auf Knittelfeld nach einer guten Stunde Gehzeit.

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Die Steinplanhütte auf dem Hausberg der Knittelfelder (der Steinplan) ist erreicht, die ersten 1.000 hm damit auch überwunden.

Weiter geht es erst bergab und dann eher flach querend bis wir nach kurzer Strecke nach der Tuneralm auf den 05er treffen, der uns ein Stück begleiten wird. Meine anfängliche Sorge, dass die Markierung in die Gegenrichtung nicht ausreichend ist, verfliegt rasch – bis auf die erste Abzweigung und etwas Verwirrung im Wegenetz der Heidelbeerpfücker gleich nach der Hütte ist alles ausreichend und gut markiert. So geht es über das Stierkreuz (mit riesigem Warnschild) und danach auf einer Forststraße runter in den Oskar Schauer Sattel und dem dazugehörendem Sattelhaus, welches zu unserer Freude am Wochenende auch bewirtschaftet ist – Pause #2.

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Hier trennen (in unserem Fall treffen) sich 05er (links) und 02er (rechts).

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Das Stierkreuz (wenigstens ein Kreuz – nicht so einfach nichts wie am Walserkreuz) markiert die Abzweigung Richtung Oskar Schauer Sattel.

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Diese Tafel gibt Kraft – Was wohl auf der grünen Tafel oben stand?

Nach dem Sattel geht es wiederum auf einem Forstweg leicht ansteigend bis zur Terenbachhütte. Hier biegen wir scharf links in die Almwiese ein und steigen zuerst steil empor zu einer Anhöhe, von der wir zum nächsten Ziel – der Zeißmannhütte flach queren. Ab der Anhöhe sehen wir auch schon den Weiterweg und auch die letzte große Hürde – einen ebenfalls recht knackigen Anstieg Richtung Roßbachhöhe.

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Am Ende des steilen Aufstieg nach der Terenbachalm.

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Also da jetzt rüber, dann das steile Stück zwischen den Wandflächen rauf, dann rüber und weiter und dann da hinten irgendwo ist unser heutiges Ziel – oder so …

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Ein Rastplatz mit Gedenkwert.

Ein kleines Schild mit der Aufschrift „Bergmarathon km 13“ lässt uns kurz ehrfürchtig erstarren, bevor wir uns dann den Roßbachkogel ersparen und diesen umgehen (ist auch die offizielle Wegführung). Nach einer kurzen Wanderung entlang des Rückens und einem kurzen letzten Aufstieg biegen wir links in den Graben ab und erreichen um 17:40 nach 7:18 reiner Gehzeit das Gleinalm Schutzhaus.

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Der höchste Punkt heute ist kein Gipfel (den haben wir uns ja gespart) – das hält uns von einer kurzen Jägermeisterpause nicht ab!

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Wunderschöner Blick nach Süden auf der Höhe des Roßbachkogels.

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Hütte in Sicht!

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Kirche mit Liegestuhl – das gibt es auch nur in den Bergen!

Nach dem Auffüllen unserer Energiespeicher und einem gemütlichen Abend auf der wirklich sehr gastfreundlichen Hütte beziehen wir um 22:00 unser Lager. Morgen wartet ja ein langer Tag auf uns – hoffentlich sind wir es heute nicht zu flott angegangen … .

Statistik Tag 9:

  • Wegstrecke: 29,9 km
  • Zeit 8:42 (aktiv 7:18)
  • Höhenmeter: 1.696 auf/729 ab
  • Lagerkosten: 18 Euro

Klettersteig Drachenwand

Der Drachenwand KS (C/D, Variante C) ist ein Klassiker und perfekt für eine „Zwischendurchtour“, wenn man mal nicht so viel Zeit hat.

In den letzten Jahren hatte ich nur wenige bis gar keine Klettersteige begangen, andere Ziele waren wichtiger. Umso mehr freute ich mich, wieder einmal die Drachenwand begehen zu dürfen (zur Topo), heute begleitet mich mein treuer Bergkamerad Sepp.

Gleich vorweg: Die Drachenwand  gefällt nicht nur mir sehr gut, sondern auch vielen anderen Klettersteigfreunden. Der kurze Zustieg, der landschaftlich wunderschöne Steig mit traumhaftem Ausblick und die gute Erreichbarkeit sind einfach ein super Mix. Das wissen auch die Bauern und nutzen die begrenzten Parkmöglichkeiten zu einem kleinen Nebenerwerb in Form von 2 Euro Parkgebühr. Saß der Besitzer vor ein paar Jahren bei meiner letzten Begehung noch persönlich da, hat er nun auf einen „Parkautomaten“ umgestellt – man nimmt sich eine Holztafel mit Nummer, wirft 2 Euro in den Schlitz und kann sich beruhigt in die Wiese stellen. Sehr originelle Idee.

So starten wir um 07:50 bei weitem nicht mehr alleine, es sind sicher schon 25 Autos vor uns. Nach knapp 20 min erreichen wir auch schon den Anseilplatz, um 8:15 geht’s dann los. Gleich zu Beginn bei den Leitern müssen wir schon warten, eine 4-er Gruppe ist vor uns und recht langsam unterwegs, es dürfte eine Einsteigerin mit dabei sein.

Hier eine persönliche Anmerkung: Der Drachenwand KS wird auch gerne an Einsteigertour bezeichnet. Ich persönlich finde das absolut nicht und empfehle den Steig erst nach Begehung einiger einfacherer Routen. Ich hatte bereits mehrmals das Vergnügen hinter einer Gruppe mit Anfängern nachzusteigen und ich hatte nicht das Gefühl, dass sie sich wohl fühlen oder gar Spaß empfinden, eher im Gegenteil – schade drum.

Nach einigen Sektionen lässt uns die Gruppe aber überholen und wir haben das Glück nun für längere Zeit niemanden vor uns zu haben. So steigen wir weiter und stoßen bei einer Plattenquerung (Sektion 11) auf eine weitere Gruppe. Die biegen dann aber in den leichten Teil mit der Brücke ab und so überholen wir sie auch. Die hier folgende Schlüsselstelle bedarf auch einiger Armkraft, es ist generell das Gestein recht brüchig – Vorsicht ist geboten, wenn man sich nicht am Seil anhalten will.

Oben am Grat überholen wir noch eine dritte Gruppe und so kommen wir nach 1 3/4 h um 9:58 am Gipfelkreuz bei Hitze an – gut, dass wir schon da sind. Um 10:20 starten wir dann den Abstieg und treffen um 11:37 im GH Drachenwand zur Nachbesprechung ein.

Die Drachenwand ist für mich ein gutes Beispiel, dass ein Berg erst wieder im Tal bezwungen ist – der Abstieg hat es wirklich in sich. Besondern nach dem Gegenanstieg – der „Rache des Drachens“ ist der Steig extrem steil und man befindet sich in einem Absturzgelände. Hier ist große Vorsicht geboten – die Steigerhalter haben inzwischen viele Sicherungen und Leitern installiert.

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Der Steig vom Abstieg aus. Bei genauer Betrachtung erkennt man die vielen Kletterer – der Steig ist de facto „voll“ – lange Wartezeiten vorprogrammiert.

Zusammenfassung:

Wunderschöner und auch durchaus fordernder Klettersteig, der perfekt erreichbar ist und landschaftlich sicherlich zu den schönsten Steigen in Österreich gehört. Der Abstieg ist sehr heikel und bedarf vor allem bei Nässe großer Vorsicht. Die angegebenen 2 h für den Durchstieg sollten mit entsprechender Reserve kalkuliert werden, denn der Steig ist sehr gut besucht und man muss mit Wartezeiten rechnen.

Statistik:

  • Zu- und Abstieg: 20/\80 min
  • Steigzeit: 1:45 h
  • Anstieg Steig: 430 hm, gesamt 660 hm

4-Gipfelwanderung hoch über Pettneu (25.07.2018)

Im Sommerurlaub 2018 nutze ich die Gelegenheit um ein paar Gipfel der Lechtaler von Pettneu am Arlberg aus zu erkunden.

Pettneu am Arlberg liegt wunderschön eingebettet zwischen dem Hohen Riffler (Verwallgruppe) im Süden und den Lechtaler Alpen im Norden. Ich kenne diese Berge nur im Winter und da sind sie für mich unerreichbar – so nutze ich diesmal die sich bietende Gelegenheit im Sommer zu einer Gipfeltour in den Lechtalern.

Die Wetterprognose ist günstig und so starte ich um 06:02 von meinem Quartier aus Richtung Kaiserjochhaus. Es gibt mehrere Möglichkeiten, die kürzere ist jene über den Hundskopf, die ich auch wähle. Schöner und schattiger wäre es lt. den Einheimischen aber über den weiter rechts verlaufenden Stöcklweg.

Der Weg ist schon vom Anfang an steil, aber nach rund einer 3/4 h quere ich kurz eine Almwiese und dann wird es richtig steil. Eine schmale Grasrinne führt mich kompromisslos und auch nicht wirklich motivierend im Zick-Zack nach oben und ich bin wirklich froh, dass es noch so früh ist. Bald aber erreiche ich dann eine Almwiese und kann nach einem Aufschwung nach einer weiteren Stunde Gehzeit erstmalig das Kaiserjochhaus sehen.

Doch ich lasse die Hütte links liegen und gehe gleich weiter zum ersten Ziel – dem Malatschkopf, den ich nach einer kurzen Kletterei (es gibt auch eine Kette zum Anhalten) um 8:15 erreiche – knapp 1.100 hm gab es bis hier zu überwinden, es werden heute noch einige weitere folgen.

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Nach dem Verlassen von Pettneu zeigen sich schon die ersten beiden Ziele – der Malatschkopf  in der Mitte und rechts davon der Grieskopf.

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Durch diese Grasrinne geht es steil bergauf.

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An oberen Ende der Rinne eröffnet sich ein wunderschöner Blick auf den Malatschkopf.

Nach einer kurzen Müsliriegelpause garniert mit Hubschrauberversorgungsflugshow gehe ich gleich weiter zum Gipfel vis-a-vis, den 2581m hohen Grießkopf. Der ist zwar technisch einfach (nur am Einstieg eine winzige und einfache Kletterpassage), doch ziemlich zach. Knapp vor dem Gipfel sehe ich erstmals das Kreuz – und das ist doch noch ganz schön weit weg. Aber schließlich erreiche ich um 08:57 dann doch den höchsten Pumkt meiner heutigen Tour und werde mit herrlichen Ausblicken in die Lechtaler Alpen belohnt.

15 Minuten Foto- und Müsliriegelpause gönn ich mir, denn ich stehe jetzt bei rund 1.400 hm im Aufstieg, eigentlich reicht das ja schon. Doch ich habe noch mehr vor und steige ab zum Kaiserjochhaus, wo ich ebenfalls kurz Einkehr halte – irgendwie mache ich heute ziemlich viele Pausen. Um 9:59 geht es dann aber wieder weiter auf dem Höhenweg Richtung Leutkirchner Hütte, der gleichzeitig auch Teilstück von Nordalpen- und Adlerweg ist.

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Der Malatschkopf vom Grieskopf aus gesehen. Rechts kann man den Weg erkennen, der dann am Grat entlang und zuletzt in leichter Kletterei auf den Gipfel führt.

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Am Grieskopf mit Blick in die Lechtaler Alpen.

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Rückblick auf das Kaiserjochhaus und den Grieskopf.

Bald erreiche ich die Schindlescharte (2455) und bezwinge gleich mal den unmittelbar daneben liegenden Schindlekopf (2471) in einer weglosen aber unschwierigen Kletterei. Nach der obligatorischen Fotopause ein kurzer Uhrencheck und ich gehe ebenfalls weglos rauf zum Bergleskopf (2577), der steiler ist, als er aussieht und der nicht vorhandene Weg macht es auch nicht leichter. Wie dem auch sei, um 11:08 bin ich wieder retour auf der Scharte und habe einen Feind mehr – ein einsames Schaf, welches ich ungewollt vom Kopf bis zur Scharte runtergetrieben habe.

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Blick vom Schindlekopf auf den Bergelskopf. Im Vordergrund sieht man den Weg, links die 2455m hoch gelegene Schindlescharte.

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Auf der Schindlescharte zwischen Kaiserjochhaus und Leutkircher Hütte. Links unten sieht man St. Anton, der Berg rechts ist der Hirschpleiskopf.

Nun aber entlang des Wegs weiter, bis ich kurz nach 11:30 an eine Weggabelung komme – entweder gleich zur Hütte oder nach rechts rauf um weitere 2 Gipfel zu erschließen. Ich bin zwar schon etwas müde in den Beinen, entschließe mich aber trotzdem für den Gipfelweg. Nach 20min Aufstieg bin ich auf knapp über 2.500 m und zum Stanskogel sind es nochmal 250hm – also eine 3/4 hin und retour. Der Blick auf die Uhr zeigt mir 1.900 hm im Aufstieg an, das ergibt dann am Weiterweg liegenden mit dem Hirschpleiskopf 2.200 hm gesamt. Ob der Hitze und dem mir nicht bekannten Abstieg nach St. Anton und dem für 16:00 geplanten Bogenschießen mit der Familie ist mir das dann doch zu viel und ich lass die beiden Gipfel sein (der Hirschpleiskopf ist eh nur ein fader Grasrücken) und steige direkt zur Leutkircher Hütte ab, die ich um 12:27 auch erreiche.

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Die Leutkircher Hütte ist erreicht.

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Blick von der Leutkircher Hütte Richtung Südwesten in die Verwallgruppe. Der spitzer Berg rechts über St. Anton ist der Patteriol.

Nach einer Stunde Pause und einer guten Suppe starte ich den Abstieg Richtung Putzenalpe, die ich dann aber links liegen lasse . Nach einem schönen Abstieg weiß ich nun, wo das St. Antoner Wasser herkommt und ich am Ende auf einer Forststraße entlang Nasserein erreiche. Von dort  geht es durch den Ort entlang der alten Bahnline und vorbei am Golfplatz zum Zielpunkt, dem Bad von St. Anton, welches ich um 15:13 erreiche.

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Dieser einsame Felsen stemmt sich tapfer gegen die Wassermassen.

Zusammenfassung:

Eine anfangs konditionell anspruchsvolle und nicht sehr einladende Wanderung, die sich oben zu einer wunderschönen Höhenwanderung mit traumhaftem Ausblick entwickelt. Die vielen Gipfel am Weg ermöglichen eine sehr individuelle und auch flexible Planung je nach Wetter und Kondition, die beiden Hütten bieten auch entsprechende Einkehrmöglichkeit. Der Abstieg nach St. Anton ist abgesehen vom letzten Stück recht ansprechend, alternativ kann man auch über die Putzenalpe (Einkehr) absteigen.

Die Tour ist exponiert und im Anstieg südseitig – bitte unbedingt auf ausreichend Getränke und Sonnenschutz achten, es empfiehlt sich im Sommer jedenfalls ein zeitiger Aufbruch.

Statistik:

  • 19,2 km, 1.916 hm auf/1.859 hm ab
  • 4 Gipfel, höchster Punkt Grießkopf (2581)
  • Gehzeit netto 6:47, inkl. Pausen 9:10

Tag 8: Alpl – GH Auf der Schanz

Am Weg zum Etappenziel, dem berühmten Strosseggerwirtn, nimmt unsere Reise ein frühes Ende.

Nach einer sehr angenehmen Nacht und einem wirklich hervorragendem Frühstück geht es weiter – doch wohin, das ist noch unklar. Was ist passiert? Ganz einfach – gestern nachmittag, als klar war, dass wir es bis Alpl schaffen werden, hab ich beim Strosseggerwirt angerufen und wollte 2 Lager reservieren – doch leider: AUSGEBUCHT! Ich soll heute mittag nochmal anrufen, vielleicht sagt ja wer ab.

So habe ich am Abend Alternativen überlegt:

  • schon beim GH „Auf der Schanz“ nächten – nein, das ist dann morgen zu weit.
  • bis zur Teichalm weitergehen – auch zu weit
  • woanders schlafen – wenn, dann nur in Gasen – da gibt es Quartiere und es wär sicher machbar. Nur – dann versäum ich ja den Strossegger Rudi, und der soll ja ein Highlight am Weg sein ….
  • heimfahren – aber wo: beim Rudi und auch hier in Alpl gibt es keinen Bus und gar nix. Auch in Gasen gibt es nix – doch auf der Schanz, da ist eine Haltestelle und um 14:08 fährt ein Bus von Birkfeld nach Kindberg. Das würde gehen.

Also Beschluss: wir gehen mal weg und mittags entscheiden wir weiter.

Also retour zum Weg – nach einem guten Frühstück starten wir also um 08:08. Gleich nach Alpl geht es einen Forstweg entlang, der dann rechts abbiegt und es wird kurz steil. Dann aber wandern wir einen schönen Waldweg entlang Richtung Granegg – streng beobachtet von einigen Schwammerlsuchern, die wohl Angst um ihre Beute haben.

Bei einer Lichtung zweigt der Weg rechts in den Wald ab – wir bleiben aber am Forstweg und ersparen uns so einige Höhenmeter im Ab- und späteren Anstieg. Der Weg führt uns um 09:10 am Jagdhaus Granegg vorbei – ich habe glaub ich noch nie ein so imposantes Jagd“haus“ gesehen.

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Neben dem Jagdhaus und der bereits bekannten Skulptur eine standesgemäße Andachtsstelle

Gleich nach dem Jagdhaus biegen wir rechts Richtung „Orginalweg“ ab, der kurz darauf auch in unsere Forststraße einmündet. Weiter geht es dann Richtung Walserkreuz. Der Weg ist – ganz speziell im Vergleich mit gestern – ziemlich fad und der einzige Höhepunkt ist es, dass wir einem Forstarbeiter zuschauen, wie er mit einer Seilwinde Holz einbringt und mit dem Prozessor verarbeitet (inkl. der entsprechenden Erläuterungen durch meinen Sohn, weil ich kenn mich in Forstwirtschaft natürlich überhaupt nicht aus und dachte bis jetzt ein Prozessor ist Teil eines Computers).

Um Punkt 10 erreichen wir das Walserkreuz und bis zu diesem Augenblick dachte ich a) da steht ein Marterl oder sowas in der Art und b) ab hier wird der Weg schöner. 2 mal falsch ist wohl auch nicht richtig … . So geht es auf einer weiteren Forststraße wieder mal zu einem Windpark, aber dann wird der Weg endlich interessanter und wir steigen ab zum GH Schanz, welches wir nach 3h Wanderung um 11:11 erreichen.

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Das Walserkreuz – die Bezeichnung Kreuz ist dann wohl von KREUZung abgeleitet, weil sonst ist das hier nix. Hier trifft der 02er jedenfalls auf den steirischen 06er, der uns ab jetzt ein Stück weit entgegenkommt.

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Angekommen am GH „Auf der Schanz“ – zu diesem Zeitpunkt wissen wir noch nicht, dass es auch der vorläufige Endpunkt unserer 02er Begehung ist.

Nun steht die Entscheidung an:

  1. Der Strossegger Rudi hat noch immer kein Zimmer für uns und erklärt auch wieso: Die Woche nach Schulschluss ist große Wallfahrt und am Dienstag ist bei ihm die Hölle los – da wird gleich fürs nächste Jahr weitergebucht. Also das ist mal nix.
  2. Die Wetterprognose ist schlecht – morgen nachmittag wird viel Regen angesagt und damit ein Highlight der Tour – die Bärenschützklamm – eher nicht wirklich spannend.
  3. Beim Buben zeigen sich Anzeichen von Demotivation – der gestrige lange Tag und das fade Gehen heute Vormittag zeigen Wirkung.

So entscheide ich Abbruch (alleine wäre ich weitergegangen) und wir warten auf den Bus. Da kommt die nächste Ernüchterung – der Bus fährt erst wieder in 8 Wochen – Sommerfahrplan. So gehen wir um 12 nun raus nach Stanz, wo wir um 13.45 eintreffen und um 14:06 unmittelbar mit dem einsetzenden Regen die Heimreise antreten. Es hätte auch schon weiter hinten im Tal einen Bus gegeben, aber der wäre erst nach 16 Uhr gefahren (und wir hätten im Regen gewartet – eine gute Entscheidung weiter zu gehen).

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Schaut die wie Schildbürgerstreich aus – eine Riesen Sperre im Nichts. Wird ein Rückhaltebecken für den Bach – Hochwasserschutz.

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Diese Ortstafel hatte ich eigentlich nicht vorgehabt zu sehen. Schade.

Weitergehen werde ich diesen Abschnitt wohl erst im September – wenn der Bus wieder fährt, oder ich finde eine günstige Mitfahrgelegenheit oder ich leiste mir die 40 Euro fürs Taxi. Mal schauen …

Statistik Tag 8 (inkl. Abstieg nach Stanz):

  • Wegstrecke: 21 km (12,5 km 02er +8,5 km Abstieg)
  • Zeit 4:51 (aktiv 4:34)
  • Höhenmeter: 567 auf/883 ab
  • Zugfahrt: 21 Euro

Tag 7: Wetterkoglerhaus – Alpl

Heute absolviere ich in Begleitung meines Sohns die erste Höhenwanderung am 02er.

Nach einer kurzen Pause geht es weiter. Die Route soll mich bis Mixnitz führen und leider habe ich nur 3 Tage Zeit (MO – MI). Nachdem das dann für 3 Tage recht sportlich ist und ich Null Ahnung habe, wie wanderfähig mein Sohn – der mich diesmal zu meiner großen Freude begleitet – mit seinen fast 16 Jahren ist, habe ich die fehlende Strecke vom Hallerhaus rauf noch am Vorabend zurückgelegt.

Los geht es also am Sonntag um kurz nach 15 Uhr beim Parkplatz beim Sessellift. Den Weg zum Hallerhaus kenn ich schon und bin nach knapp 40 min auch oben und hol mir den Startstempel. Gleich geht es weiter, denn am Ziel treff ich mich mit dem Rest der Familie (zumindest dem Teil, der nicht am Pfadfinderlager ist).

So erreiche ich um kurz vor halb 6 mein Nachtquartier am Wetterkoglerhaus und erledige somit die ersten 6,9km und 469hm auf meiner Etappe.

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Kurz nach dem Hallerhaus treffe ich auf eine weitere Hütte.

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Mein heutiges Ziel – der Hochwechsel. Links die Kirche, rechts die Hütte und in der Mitte die mobile Radarstation des Bundesheers.

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Ein wunderbarer Rundblick Richtung Norden.

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Ein erster Hinweis, dass der II. WK auch im Wechselgebirge seine Opfer gefordert hat. Ein Denkmal am Gipfel des Niederwechsels.

Die Nacht ist ruhig, bis auf eine Familie, die in den Zimmern übernachtet, sind wir alleine und haben das Lager somit auch für uns. Die Polster riechen noch frisch – ich glaub, da haben heuer noch nicht viele geschlafen – ein optimaler Start – Gute N8!

Das Frühstück gibt es leider erst um 8, ich hätte es ob der langen Tour lieber früher gehabt – aber was soll’s, so starten wir um 8:32 unsere Wanderung (und dann um 08:38 auch den Track).

Leicht und sehr aussichtsreich bergab geht es östlich vorbei an Umschussriegel und Schöberlriegel und um 09:26 erreichen wir die Kranichberger Schwaig (eigentlich wäre das eine gute Alternative zum Frühstücken gewesen, hätte ich gewusst, dass das eine bewirtschaftete Alm ist). Geht man vor der Hütte links und nicht erst danach bleibt man auch ganz richtig am Weg und nicht am Begleitfeldweg – jedenfalls erreichen wir um 10:18 nach 1 3/4 h den Feistritzsattel. der sich aber recht unspektakulär präsentiert.

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So weit oben war ich am 02er bisher noch nie. Die Almen nennt man in dieser Gegend wohl Schwaig, in Hintergrund das Wetterkoglerhaus.

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Los geht’s – die heutige Etappe lässt sich von hier schon ehrfürchtig bewundern. In der Mitte das Stuhleck und nach links weg die Höhenwanderung Richtung Alpl.

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Ein recht originelle Fußgängerbrücke.

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Am Feistritzer Sattel gibt es nichts zu sehen, das Marterl hier ist die einzige Sehenswürdigkeit.

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Noch sind wir entlang der Grenze unterwegs – doch in wenigen Minuten biegt diese nach Norden weg und wir dringen von nun an tief in die Steiermark ein, die uns lange beheimaten wird.

So wandern wir kurz entlang der Straße Richtung NÖ, biegen gleich links in einen Weg ein, der uns entlang der NÖ/STMK Grenze wieder raus aus dem Wald auf den Harterkogel führt. Nach kurzer Trinkpause beim rustikalen Gipfelkreuz stellen wir fest – das Stuhleck ist schon deutlich näher gekommen und man sieht auch sehr gut den Weiterweg über die Pretul.

Nach der Stärkung geht es wieder los und wir fragen uns — warum geht es nach dem Gipfel noch bergauf? Die Antwort ist rasch gefunden – der Gipfel ist nicht beim Gipfelkreuz, sondern 400 m weiter. Vor uns sehen wir den Großen und gleich dahinter kleinen Pfaff – aber die umgehen wir ebenfalls. Die Umgehung ist aber kein leichtes Bergab, sondern wir halten etwas überrascht die Höhe bzw. geht es sogar bergauf. Kurz vor dem Pfaffensattel geht es dann aber steil bergab und wir erreichen um 11:54 Uhr nach gut 3 1/4 h den Sattel mit dem gemütlich verfallendem ehemaligen Gasthaus.

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Das recht schlicht gehaltene Kreuz am falschen Gipfel des Harterkogels – im Hintergrund ist das Stuhleck schon deutlich näher gerückt.

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Endlich am Pfaffensattel – die Familie Koglbauer hat jetzt wohl eine andere Erwerbsquelle.

Nun geht es anfangs recht steil bergauf Richtung Stuhleck – müden Wanderern empfehle ich hier die längere aber sicher weit flachere Mautstraße. Rasch lichtet sich der Wald und wir kommen schlussendlich nach 50 min Aufstiegszeit um 12:44 am Alois-Günther-Haus an. Der starke Wind von der Früh hat zwar deutlich nachgelassen, doch so wirklich einladend ist das Wetter noch immer nicht – so sind wir auch nur eine sehr kleine Gruppe von Wanderern auf der Hütte.

Gestärkt mit einer warmen Suppe geht es um 13:40 weiter nach Alpl. Das Wetter ist jetzt recht angenehm und so genießen wir die wunderbare Aussicht auf dem Höhenrücken der Fischbacher Alpen. An einer Baustelle vorbei (das Moor soll hier geschützt werden) geht es rauf auf die Pretul. Die Windräder machen einen ordentlichen Lärm – der Wind frischt auch schon wieder ordentlich auf – und so machen wir nur ein schnelles Foto auf der Peter Bergner Warte und steigen gleich zum windgeschützten Rosegger Schutzhaus ab, welches wir um 14:57 erreichen.

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Die Fernsicht ist heute wirklich gut. Hier ein Rundblick Richtung Norden – ganz links im Bild das Alois-Günther-Haus, das so wie das Wetterkoglerhaus über eine Mautstraße mit dem Auto erreichbar ist.

 

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Am Gipfel des Stuhlecks mit Blick nach Westen.

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Kurz vor dem Grazer Stuhleck wird ein Weg gebaut, um die Moorlandschaft zu schützen.

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Das ich diese Warnschilder so bald wiederseh, hätte ich im Burgenland nicht geglaubt.

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Die Peter-Bergner-Warte lass ich aus, viel zu windig.

Montag ist Ruhetag, also gleich weiter zum nächsten Windpark am Steinriegel und runter zum Hauereck, es ist inzwischen 16:19 und wir freuen uns schon, wenn wir in Alpl eintreffen. Doch das dauert noch ein wenig und einen wirklich steilen Abstieg unmittelbar vor dem Ziel, bis wir nach 9 Stunden um 17:40 endlich unser Quartier erreichen.

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Rückblick vom Steinriegel (Windpark der Wien Energie) auf unsere heutige Etappe – wirklich beeindruckend, was wir heute per pedes schon geschafft haben.

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Auch der Steinriegel ist mit einem Gipfelkreuz geziert.

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Endlich sind wir da – gleich neben der wirklich gut erhaltenen Waldschule (hat leider schon geschossen) ist unser Quartier.

Statistik Tag 7 (inkl. Anstieg vom Hallerhaus am Vorabend):

  • Wegstrecke: 38,8 km
  • Zeit 10:39 (aktiv 9:01)
  • Höhenmeter: 1.431 auf/1.785 ab
  • Nächtung: Wetterkoglerhaus 85 Euro HP für 2, Gästehaus zur Waldschule in Alpl DZ 69 Euro + 8 Euro/Person Frühstück

Tag 6: Krumbach – Hallerhaus

Heute ist es endlich soweit und ich erreiche mit dem Hallerhaus die erste Berghütte.

Heute geht’s in die Berge (zumindest im Vergleich zu bisher) und so starte ich voll motiviert nach einem herrlichen Frühstück um 08:48 los. Kurz entlang der Bundestraße, weiter auf einer Nebenstraße nach Unterhaus und dann auf einem Waldweg hinauf zum Schloss, welches rasch um 09:22 erreicht ist. Eigentlich geht man unter dem Schloss vorbei und ich hab es gar nicht gesehen.

Das ehemalige Bürgerspital von Krumbach.

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Ein – von außen – wunderschönes Gasthaus unter dem Schloss. Über diese Straße kommt man rauf zum Schloss – der Weg führt aber rechts in den Wald hinein.

Nach ein paar Meter auf der Straße teilt sich der Weg in eine Sommer (durch den Wald) und Wintervariante (auf der Straße). Obwohl es heute wieder kalt (so um die 12 Grad) ist, gehe ich mutig den Sommerweg entlang des Haselgrabens und lande um 09:45 bei einem Marterl in Feichten. Hier biegt man von der Straße geradeaus ab und entlang eines angenehm zu gehenden Wald- und Forstweg erreiche ich nach 1,5h um 10:18 Pichl.

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Die ersten Höfe von Pichl – im Hintergrund der Wechsel.

Hier wechsle ich wieder auf Asphalt und wandere auf einer Höhenstraße weiter nach Schlag, während die Wolken vor mir immer schwärzer werden – definitiv ein Gehbeschleuniger.

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Das sich im Privatbesitz befindliche Schloss Ziegersberg, unmittelbar vor Schlag.

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Mit der zu einem Schloss passenden Tierzucht.

Kurz nach Schlag überschreite ich erstmals die Grenze zur Steiermark, die ich zwar bald wieder verlasse, aber dann mein Gastgeber für viele weitere Etappen sein wird. So geht es in der Steiermark auch erstmals gleich bergab – runter zur Südautobahn.

Bei diesem schönem Platzl gleich nach biegt man nach links ab, ein paar hudert Meter weiter hinter den Bäumen beginnt die Steiermark.

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Ein wahrhaft mächtiger Baum. Der Hof dahinter schaut verlassen aus – vielleicht wegen der nahen Autobahn.

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Autobahn #4 -die Südautobahn. Der Wechselabschnitt kann im Winter recht tückisch sein. Ist übrigens die letzte Querung einer Autobahn, bei Überschreitung der A9 und der A10 ist viel Fels zwischen uns.

Nach der Autobahn gleich links biege ich sofort rechts wieder in einen Weg ein – dieser führt mich direkt bis nach Mönichkirchen. Und war der Weg gestern nicht gut markiert – dieser Weg hier kann sowohl hinsichtlich Markierung als auch der Pflege (inkl. liebevoll gepflegter Rastplätze) als Vorbild genommen werden – Gratulation und Respekt an die Wegerhalter!

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Wunderschöner Blick nach Nordosten.

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Sogar das Gras wird hier am Weg gemäht!

Um 12:48 (nach genau 4h) erreiche ich schließlich Mönichkirchen und hole mir den Stempel beim Kirchenwirt (die offizielle Stempelstelle hat Urlaub). Nachdem ich wirklich früh dran bin und das Wetter sich langsam aber sicher bessert (gegen Mittag hat es kurz geregnet) starte ich nach kurzer Pause noch hinauf zum Hallerhaus, welches ich um 13:56 erreiche – Etappe 7 hiermit abgeschlossen :).

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Was will mir die Gemeinde Mönichkirchen mit diesem Park wohl sagen?

Da ich mich noch recht fit fühle, erspar ich meiner Frau den Umweg und gehe nach einem guten Essen noch die 7,5km runter zum Bhf. Tauchen-Schaueregg, wo ich um 16:12 in den Zug nach Hause steige.

Ende nach einem super Wanderwochenende am beschaulichem Bahnhof Tauchen-Schaueregg.

Statistik Tag 6 (inkl. 7,7 km Abstieg zum Zug):

  • Wegstrecke: 29,8 km
  • Zeit 6:35 (aktiv 5:53)
  • Höhenmeter: 1.124 auf/1.203 ab
  • Zugfahrt: 25 Euro

Tag 5: Sieggraben – Krumbach

Am Tag 5 meiner Reise am Zentralalpenweg absolviere ich den Rest von Etappe 5 nah Kobersdorf und schließe gleich Etappe 6 nach Krumbach an.

Heute starte ich also zu meiner 2. Mehrtagestour (eigentlich sind es eh nur 2) von Sieggraben nach Mönichkirchen mit Nächtigung in Krumbach. Die Familie nutzt die Gelegenheit für einen Thermenurlaub in Lutzmannsburg und so ist auch die Transportfrage gut gelöst. Quasi am Endpunkt von Tag 4 werde ich abgesetzt und starte um 08:40 meinen heutigen Tag. Das Wetter ist wanderbar, es ist kühl (13 Grad), wolkig, kein Wind. An einem Pferdegestüt vorbei durch den Wald komme ich bald auf eine Nebenstraße und anschließend biege ich in einen Begleitfeldweg zur Schnellstraße. Trotz dem wohlklingendem Namen „Römerweg“ ist die Strecke nach Kobersdorf öde und fad und so ich bin froh, um 09:57 dort anzukommen. Im Dorfwirtshaus hol ich mir den Stempel (hier ist ein Fehler im Wienerland Führer, der schickt einen in die Fleischhauerei), trink einen Kaffee und um 10:13 geht es weiter Richtung Landsee.

Ein Nachsatz noch zu den Kobersdorfern: Das sind echt nette Leute dort. Vom Wirtshaus raus halte ich mich nach links und als ich stehenbleibe, um zu schauen wo der Weg weitergeht steht schon der Wirt hinter mir und schickt mich nach rechts. 5min später bleibe ich stehen, um die Weggehzeit am Handy zu notieren – schon hält ein vorbeifahrender Autofahrer und fragt mich gleich, wo ich denn hinwolle, um mir dann den Weg zu erklären …

Gleich nach dem Start eine schöne Raststätte mit Ausblick.
Das Schild wurde hoffentlich nicht extra aufgestellt um vor mir zu warnen?
Dieser Grundbesitzer mag wohl eher keine Pferde in seinem Wald.
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Schloss Kobersdorf
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Das ist definitiv das modernste Pfarramt, das ich je gesehen habe.

Der Judensteig entpuppt sich anfangs als Feldweg und ich habe heute anscheinend Orientierungsprobleme und verpasse eine Abzweigung in einer Kehre. Doch die Wege führen zusammen und so geh ich weiter. Beim Treffpunkt erkenne ich partout nicht den richtigen Weg – vielleicht ist er auch den Schlägerungsarbeiten in diesem Bereich zum Opfer gefallen.

Etwas später beginnt dann der echte Steig und leider hab ich heute die Machete vergessen, die wäre wirklich hilfreich gewesen, der Weg ist total verwachsen (ich würde um diese Jahreszeit fast eher den parallelen verlaufenden Forstweg empfehlen). Zurück am Feldweg versäum ich wieder die Abzweigung und bin schon wieder falsch – das 3. mal heute. Doch ich merke es gleich und wechsle die 10m in den Wald zum wiederum parallel führenden Steig, der mich dann auf die Burg Landsee führt.

Der Eingang der Burgruine Landsee.

3,50 Euro Eintritt ist mir dann doch zu viel, denn ich will mich nicht aufhalten. Ist doch eine längere Tour heute und keine Ahnung was da noch kommt. So lande ich Schlag Mittag bei der Kontrollstelle Landsee. Rein ins Gasthaus und erst um 12:55 geht’s wieder weiter – es war echt lustig da drinnen :).

Kurz vor Blumau übersehe ich schon wieder eine Abzweigung und gleich danach nochmal. Diesmal will ich es aber genau wissen – ich geh zurück – da ist nix. Also rein in die Wiese wo der Weg gehen soll und den Waldrand absuchen – Fehlanzeige. Also durch die Büsche rein in den Wald – wieder Fehlanzeige. Ich geb auf und geh retour auf den Forstweg runter nach Blumau.

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Wo bitteschön ist hier der Weg (unten sieht man schon die Dächer von Blumau)?

In Blumau verlasse ich dann endgültig das Burgenland und wechsle in die Bucklige Welt. Durch den Wald geht es rauf nach Stang, die verlorenen Höhenmeter müssen wieder gut gemacht werden. Ab Stang geht es dann auf einer sehr ruhigen Straße gemütlich dahin.

Auf Wiedersehn Burgenland. Hab viele neue Plätze kennengelernt und ich komme sicher mal wieder.

Doch dann frischt es auf und mit dem Wind verdunkelt sich rasch der Himmel. So gebe ich Gas, weil es sind noch fast 2h bis Krumbach. Doch der Wind verbläst die Gefahr und so gehe ich ganz gemütlich und Fußschonend die letzten km nach Krumbach, wo ich um 16:45 im Krumbacher Hof einchecke und ein hervorragendes Abendessen genieße.

Ein mächtiger Baum bewacht den Ortseingang von Stang.
In Stang trennen sich wieder die Wege vom 02er und dem 07er.
Eine wirklich aussichtsreiche Wanderung – die Straße stört nicht, es fahren hier keine Autos.
Hier kurz vor Aigen – Blick in die Bucklige Welt.
Ein erster Blick auf mein heutiges Etappenziel Krumbach.

Beim Abendessen fragt mich der Wirt, ob ich gut hergefunden habe – denn es beschweren sich viele Wanderer über die schlechten Markierungen. Das beruhigt mich, vielleicht lag es doch nicht nur an mir. Morgen geht es dann weiter nach Mönichkirchen, bin schon gespannt wie es vorangeht.

Statistik Tag 5:

  • Wegstrecke: 33,1 km
  • Zeit 8:04 (aktiv 6:54)
  • Höhenmeter: 921 auf/953 ab
  • Übernachtung: Krumbacher Hof (54 Euro)